ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2020Intergeschlechtliche Kinder: Vorrang für das Recht auf Selbstbestimmung

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Intergeschlechtliche Kinder: Vorrang für das Recht auf Selbstbestimmung

Bühring, Petra

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Für geschlechtsangleichende Operationen sollen die Vorgaben neu geregelt werden. Foto: Devenorr/iStock
Für geschlechtsangleichende Operationen sollen die Vorgaben neu geregelt werden. Foto: Devenorr/iStock

Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines „Gesetzes zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung“ beschlossen. Mit der Reform solle das Recht intergeschlechtlicher Kinder auf ihre geschlechtliche Selbstbestimmung geschützt werden, hieß es aus dem Bundesjustizministerium (BMJV). Zu diesem Zweck enthält der Entwurf in einem neuen § 1631 e des Bürgerlichen Gesetzbuchs ein Verbot für Eltern, in Behandlungen einzuwilligen, die allein in der Absicht erfolgen, das körperliche Erscheinungsbild des Kindes an das des männlichen oder des weiblichen Geschlechts anzugleichen. Eltern sollen darüber hinaus in operative Eingriffe an inneren und äußeren Geschlechtsmerkmalen, die eine solche Angleichung des Erscheinungsbildes zur Folge haben könnten, auch nur einwilligen können, wenn der Eingriff nicht bis zu einer selbstbestimmten Entscheidung des Kindes aufgeschoben werden kann. Die Einwilligung der Eltern in diesen Fällen bedürfe der familiengerichtlichen Genehmigung, heißt es. Der ursprüngliche Entwurf vom Januar ist laut BMJV grundlegend überarbeitet worden. Die Bundesärztekammer hatte sich damals gegen ein grundsätzliches Operationsverbot ausgesprochen. Ein Verbot werde den betroffenen Heranwachsenden „nicht gerecht und konterkariert zum Teil eine evidenzbasierte Behandlung“. PB

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