ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Mitteilungen: Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft bittet um Mitarbeit Spontanerfassungssystem für unerwünschte Arzneimittelwirkungen

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft bittet um Mitarbeit Spontanerfassungssystem für unerwünschte Arzneimittelwirkungen

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LNSLNS Zu den wichtigsten Aufgaben der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zählen seit Anfang der 60er Jahre die Erfassung und Bewertung unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW), die ihr von Ärzten aus Klinik und Praxis berichtet werden. Alle eingetroffenen Berichte werden – unter Berücksichtigung des Datenschutzes – regelmäßig über die gemeinsame Datenbank mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ausgetauscht.
Die UAW-Berichte werden von sachverständigen Mitgliedern der AkdÄ unter anderem im interdisziplinär arbeitenden Ausschuß "Unerwünschte Arznei-mittelwirkungen" analysiert und ausgewertet. Diese geben ihre Erkenntnisse gegebenenfalls als rasche Information an die Ärzteschaft (Bekanntgaben im "Deutschen Ärzteblatt", künftig auch Faxpolling) oder als Empfehlungen für Maßnahmen des BfArM oder des betroffenen Herstellers zur Risikominimierung weiter. Daher sollte bereits der Verdacht eines Zusammenhanges zwischen Arzneimittelgabe und beobachteter Reaktion Anlaß einer solchen "spontanen" Mitteilung an die AkdÄ sein, damit frühzeitig neue oder seltene Risiken von neu eingeführten sowie auch von bekannten Arzneimitteln identifiziert werden können.
Die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft appelliert an dieser Stelle nochmals an alle Ärztinnen und Ärzte, durch die Dokumentation beobachteter UAW aktiv zur Arzneimittelsicherheit beizutragen. Wegen der Bedeutung dieser Berichte wurde die Verpflichtung der Ärzte, alle beobachteten UAW an die Arznei­mittel­kommission zu melden, in der Musterberufsordnung (§ 30, Abs. 7) verankert. Von besonderem, aber nicht ausschließlichem Interesse sind:
l alle schweren UAW, die eine stationäre Behandlung erforderlich machten bzw. verlängerten, zu einer erheblichen Beeinträchtigung oder zum Tode führten,
l alle für den verordnenden Arzt unerwarteten UAW bei neu eingeführten Arzneimitteln,
l alle bisher unbekannten UAW von schon länger auf dem Markt befindlichen Präparaten.
Alle Verdachtsfälle können auf den bekannten Berichtsbogen oder auch formlos telefonisch oder schriftlich an folgende Anschrift mitgeteilt werden:
Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, Aachener Str. 233-237, 50931 Köln, Telefon 02 21/40 045 12/5 25, Fax 02 21/40 04-5 11.
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