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Es stellte sich ein 70-jähriger Patient mit seit etwa 2 Tagen bestehenden juckenden, striären Hautveränderungen an Stamm und Extremitäten ohne Allgemeinsymptome (Abbildung) vor. Auf Nachfrage gab der Patient an, dass er circa 2–3 Tage vor Erstmanifestation asiatisch gegessen und dabei verschiedene Pilze verzehrt habe, darunter unter anderem auch Shiitake-Pilze. Die Shiitake-Dermatitis ist eine häufiger im asiatischen Raum beschriebene Erkrankung, wobei auch immer mehr Fallberichte aus westlichen Ländern publiziert werden. Typischerweise kommt es mit Verzögerung nach dem Verzehr von Shitake-Pilzen zu striären Hautveränderungen, die der Flagellanten-Dermatitis nach Bleomycin ähneln (flagellum lat. Geißel, Peitsche). Ursächlich für die Hautreaktion ist mutmaßlich eine toxische Reaktion der Epidermis auf das hitzelabile Protein Lentinan, weshalb die Pilze vor Verzehr unbedingt vollständig gekocht werden sollten. Weitere allergologische Untersuchungen wie zum Beispiel Hauttestungen oder spezifisches IgE im Serum sind nicht sinnvoll. Differenzialdiagnosen umfassen neben der Bleomycin-Dermatitis je nach Klinik zum Beispiel Arzneireaktionen oder Kontaktallergien. Therapeutisch empfohlen werden topische Steroide und gegebenenfalls Antihistaminika. Die narbenlose Abheilung ist zu erwarten.

Dr. med. Andre Heineke, Dr. med. Hans Joachim Mußgnug, Prof. Dr. med. Michael Tronnier
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Helios Klinikum Hildesheim, andre.heineke@helios-gesundheit.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Heineke A, Mußgnug HJ, Tronnier M: Shiitake dermatitis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 718. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0718

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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