ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2020Stephan Sieber: Suche nach neuen Angriffszielen in Zellen

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Stephan Sieber: Suche nach neuen Angriffszielen in Zellen

Spielberg, Petra

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Stephan Sieber, Foto: Astrid Eckert/TUM
Stephan Sieber, Foto: Astrid Eckert/TUM

Der diesjährige, mit einer Million Euro dotierte „Future Insight Prize“ des Darmstädter Chemie- und Pharmakonzerns Merck geht an den Münchner Prof. Dr. rer. nat. Stephan Sieber. Der 44-Jährige forscht auf dem Gebiet der Bioorganischen Chemie mit der Zielsetzung, neue Medikamente gegen multiresistente Bakterien zu entwickeln.

Schätzungsweise 700 000 Todesfälle pro Jahr sind weltweit auf antibiotikaresistente Bakterien zurückzuführen. „Nur mit Forschung und innovativen Lösungen werden wir weltweit den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen gewinnen können“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) anlässlich der Preisvergabe an den Forscher.

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Die Forschung von Sieber basiert auf Methoden, die von der synthetischen Chemie über funktionale Proteomics und Zellbiologie hin bis zur Massenspektronomie reichen. Durch diesen Ansatz konnten bereits neue Wirkstoffe gefunden werden, von denen einige gegenwärtig für die medizinische Anwendung optimiert werden. „Das Leitmotiv unserer Arbeitsgruppe ist es, nach neuen Wirkmechanismen und Angriffszielen in den Zellen zu suchen“, so Sieber, der das Preisgeld unter anderem in die präklinische Entwicklung des Kinase-Inhibitors PK150 investieren will. Ferner plant er, zu untersuchen, ob die Substanz nicht nur gegen MRSA, sondern auch gegen gramnegative und anaerobe Bakterien wirkt.

Sieber studierte Chemie in Marburg und forschte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Jahr 2009 erhielt er einen Ruf an die Technische Universität München für den Lehrstuhl für Organische Chemie. Petra Spielberg

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