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ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2020Randnotiz: Diagnose kein Trennungsgrund

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Randnotiz: Diagnose kein Trennungsgrund

Meyer, Rüdiger

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Die Diagnose einer Krebserkrankung bei ihrem Kind stellt Eltern vor Belastungen, an denen Ehen scheitern können. Eine Zunahme von Trennungen oder Scheidungen war aber in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie aus Dänemark von Luzius Mader (Dänische Krebsgesellschaft), die in American Cancer Society erschienen ist (http://daebl.de/YG96), nicht erkennbar. Da die Einwohner Dänemarks in verschiedenen Registern die gleiche Identifikationsnummer haben, können Epidemiologen relativ leicht Fragen beantworten, die sonst einen erheblichen Aufwand erforderlich machen. Die Analyse von Mader ergab, dass Trennungen und Scheidungen bei Eltern von krebskranken Kindern sogar seltener waren als in einer Kontrollgruppe von Familien, in denen es keine Krebserkrankung gab. Mader ermittelt für Trennungen eine Hazard Ratio von 0,96, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,93 bis 0,99 signifikant war. Scheidungen traten in Familien mit einem krebskranken Kind bei einer Hazard Ratio von 0,92 (0,87 bis 0,97) ebenfalls seltener auf als bei Vergleichseltern. Dies mag an Hilfsangeboten liegen, die der dänische Staat Betroffenen anbietet. Viele Kliniken verfügen über Sozialarbeiter und Psychologen. In den Kommunen gibt es Angebote zur Eheberatung. Es gibt aber auch Risikogruppen, denen es schwerfällt, Krisen, die durch eine Krebserkrankung der Kinder ausgelöst werden, zu bewältigen. Dazu gehören Eltern unter 45 Jahre, ein niedriges Ausbildungsniveau oder eine Arbeitslosigkeit. In diesen Gruppen konnte Mader einen Anstieg der Trennungen und Scheidungen nachweisen.

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