szmtag Corona: Nachvollziehbarer Logik folgen
ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2020Corona: Nachvollziehbarer Logik folgen
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Am Beispiel einer COVID-19-positiv getesteten Lehrkraft möchte ich die mehr als kritikwürdige aktuelle Teststrategie der Gesundheitsämter beleuchten, wohl wissend, dass dies politische Vorgaben sind:

Die Testung erfolgt aus der den Lehrkräften gegebenen Möglichkeit, sich auch ohne Symptome alle 14 Tage auf Corona testen zu lassen.

Dazu muss man wissen, dass es keinen Test gibt, der eine 100%ige Spezifität und Sensitivität hat, auch wenn das von manchen Virologen (aktueller Podcast Herr Drosten) kolportiert wird. Im British Journal of Medicine, kann man anhand der Vortestwahrscheinlichkeit, der Sensitivität und der Spezifität am COVID-19 Test Calculator wissenschaftlich mathematisch korrekt ermitteln (angenommen 5 % Prävalenz, Sensitivität und Spezifität 98 %, de facto wahrscheinlich wesentlich geringer), dass mindestens 2 von 100 Tests falsch positiv ausfallen, d. h., es werden 2 Personen in Quarantäne geschickt, ohne dass eine Infektion vorliegt, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

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Die „routinemäßig“ getestete Lehrkraft wird also positiv getestet und in Quarantäne geschickt. Eine Krankheitssymptomatik spielt hierbei keine Rolle. Die Lehrkraft wird kein zweites Mal abgestrichen, es erfolgt kein Betätigungstest, dieser ist im derzeitigen Testprocedere nicht vorgesehen, obwohl, wie oben aufgeführt, die Testlimitation bekannt ist.

Die Schüler, welche mit der Lehrkraft Kontakt hatten, werden ebenfalls in Quarantäne geschickt und dann in einer aufwendigen Testung (zeit-, personal- und kostenintensiv) alle auf COVID-19 abgestrichen, ebenso das Umfeld. Egal wie die Testergebnisse ausfallen, selbst bei negativer Testung aller Schüler erfolgt eine zweite Testung dann 5–7 Tage später. Warum erfolgt keine zweite Testung der Lehrkraft?

Egal wie die zweite Testung bei den Kontaktpersonen auch ausfällt, d. h. auch bei zweimaliger negativer Testung, bleibt die 14-tägige Quarantäne bestehen. Auf die Sinnhaftigkeit einer 14-tägigen Quarantäne selbst bei COVID-19-positiven Schülern möchte ich hier nicht eingehen. Wo besteht in diesem Testprocedere die Logik?

Hier setzt meine Bitte an die Politik und die Vollzugsorgane, die Gesundheitsämter an. Eine Änderung der Teststrategie muss zeitnah erfolgen, eine Strategie, die wissenschaftlich begründet ist und die einer nachvollziehbaren Logik folgt.

Dr. med. Peter Wanner, 65366 Geisenheim

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