ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2020Psychische Belastungen in der COVID-19-Pandemie: Allgemeine Verunsicherung

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Psychische Belastungen in der COVID-19-Pandemie: Allgemeine Verunsicherung

Bühring, Petra

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Die psychischen Belastungen von Jugendlichen waren vor allem während des Lockdowns sehr hoch. Foto: nagaets-stock/adobe.com
Die psychischen Belastungen von Jugendlichen waren vor allem während des Lockdowns sehr hoch. Foto: nagaets-stock/adobe.com

Je länger eine Krise andauert und Menschen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, desto eher sind die Selbstheilungskräfte überfordert und es kann zu psychischen Störungen kommen. Aktuelle Studien zeigen, wer besonders gefährdet ist. Experten fordern gegenzusteuern.

Eine Pandemie führt zu einer allgemeinen Verunsicherung und Angst vor Ansteckung. Fast jeder sorgt sich um andere und sich selbst. Menschliche Kontakte werden zum Krankheitsrisiko und zur potenziell tödlichen Gefahr. Für erkrankte und ältere Menschen bedeutet SARS-CoV-2 häufig sogar fast völlige Isolation und Einsamkeit. „Grundsätzlich verfügen Menschen über ein erhebliches Potenzial, psychische Gefährdungen und Krisen zu durchleben und sich auch allein wieder zu erholen“, betont der Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK), Dr. rer. nat. Dietrich Munz. Doch die große Verunsicherung, die das Virus mit sich bringt, dauert an. „Aus der Psychotherapieforschung ist bekannt:Je länger Krisen, Konflikte und lebensgefährdende Ereignisse dauern, desto eher sind die Selbstheilungskräfte überfordert und es kann zu psychischen Erkrankungen kommen“, erklärt der Psychotherapeut. Die BPtK hat die internationalen Studien unter der Frage ausgewertet (Stand 17. August), wie stark die Coronapandemie die psychische Gesundheit gefährdet. Ergänzt wird die Auflistung hier durch danach erschienene Studien, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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Aus Deutschland liegen der BPtK zufolge bislang nur erste vorläufige Studienergebnisse vor. Weiter sei die Forschung in China und Italien, wobei sich deren Ergebnisse nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen ließen. Fokussiert wird dabei auf diejenigen, die am stärksten psychisch gefährdet sind: COVID-19-Erkrankte und ihre Angehörigen, ältere Menschen und Pflegebedürftige, Kinder und Jugendliche, Frauen sowie Ärzte und Pflegekräfte.

COVID-19-Erkrankte

Der psychischen Gefährdung von COVID-19-Erkrankten und ihren Angehörigen ist bisher wenig Beachtung geschenkt worden. Yang et al. verglichen stationär isolierte Coronapatienten mit Krankenhauspatienten mit einer Lungenentzündung und konnten zeigen, dass Erstere drastisch erhöhte Angst- und Depressionswerte aufwiesen (1). Ähnliches wird in zwei Übersichtsarbeiten über die psychischen Folgen von Quarantäne und Isolationsmaßnahmen berichtet (2, 3). In Italien berichteten nahestehende Angehörige deutlich häufiger von posttraumatischem Stress, wie Schlaflosigkeit, hoher Anspannung, Niedergeschlagenheit und Rückzug. Diese Symptome verschlimmerten sich, wenn der erkrankte Angehörige verstarb und schlimmstenfalls nicht im Familienkreis bestattet werden konnte (4).

Ältere Menschen

Aufgrund des überdurchschnittlichen tödlichen Verlaufs einer Infektion sind ältere Menschen über 70 Jahre besonders stark Schutz- und Isolationsmaßnahmen unterworfen. Der massive Mangel an menschlichem Kontakt kann zu erheblichen psychischen Belastungen führen. Einer Studie aus Mainz zufolge, die pflegende Angehörige befragt hat, verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen und sie litten verstärkt an Einsamkeit und Depressivität (5). Besonders belastet sind Menschen mit Demenz: Sie sind kaum in der Lage, die starken Veränderungen in ihrem Alltag zu verstehen; auch Maskentragen kann erhebliche Irritationen auslösen (6). Eine repräsentative Studie der Universität Leipzig zeigte indes, dass sich die psychische Gesundheit von Senioren zwischen 65 und 94 Jahren während des Coronalockdowns nur wenig verändert hat. Die Ergebnisse der Stichprobe in Bezug auf Depressivität, Ängstlichkeit, Somatisierung und Einsamkeit unterschieden sich von Ergebnissen aus Vor-Pandemie-Zeiten. Die soziale Unterstützung hingegen wurde als besser empfunden (7).

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche mussten während des Lockdowns über Monate Kita- und Schulschließungen hinnehmen; auch Spielplätze und Sportvereine waren lange geschlossen. Der COPSY-(Corona und Psyche-)Studie von Ravens-Sieberer et al. zufolge hat sich die psychische Gesundheit von Heranwachsenden während der Pandemie verschlechtert: Das Risiko für Hyperaktivität, emotionale und Verhaltensprobleme stieg von rund 18 Prozent vor Corona auf 31 Prozent während der Krise (8). In einer repräsentativen bundesweiten Befragung der DAK-Gesundheit gaben 29 Prozent von rund 1 000 Kindern und Jugendlichen an, sich während der Schulschließungen von Mitte März bis teilweise zu den Sommerferienschlechter gefühlt zu haben als zuvor. Etwa ein Drittel fühlte sich oft gestresst und ein Viertel berichtete, oft traurig gewesen zu sein (9). In China berichteten in einer Online-befragung von 14- bis 35-Jährigen mehr als 40 Prozent von psychischen Störungen und 14 Prozent von posttraumatischem Stress (10).

Frauen

Zwei Studien aus China zeigen, dass Frauen stärker unter dem Ausbruch der Coronapandemie litten als Männer und höhere Stress-, Angst- und Depressionswerte hatten (11, 12). In anderen Studien konnte die Annahme, dass Frauen stärker gefährdet sind, hingegen nicht bestätigt werden (10). Frauen sind vor allem aufgrund von weiteren Risikofaktoren besonders gefährdet, psychisch zu erkranken. So zeigten sich einer Studie im Lancet zufolge besonders schwangere und stillende Frauen sowie solche mit kleinen Kindern besorgt und verängstigt (13). Schließungen von Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen wirken sich stärker auf Frauen aus, da sie doppelt so viel Zeit wie Männer mit der Betreuung von Kindern und Pflege von Angehörigen verbringen (14). In der Alten- und Krankenpflege, deren Mitarbeiter durch die Pandemie besonders belastet waren, arbeiten 70 bis 80 Prozent Frauen (15, 16).

Ärzte und Pflegekräfte

Weit überdurchschnittlichen Belastungen sind Ärzte und Pflegekräfte während der Pandemie ausgesetzt. Sie haben ein hohes Infektionsrisiko, Schichtdienst und lange Arbeitszeiten aufgrund von Personalknappheit. Am Anfang der Coronapandemie gab es zudem einen großen Mangel an Masken und Schutzkleidung. Diese Belastungen können zusammen Depressionen, Angststörungen oder Posttraumatische Belastungsstörungen auslösen, sagen Petzold et al. in einer deutschen Studie (17). Eine Studie aus Augsburg zeigte, das Ärzte und Pflegekräfte, die COVID-19-Patienten behandeln und pflegen, sich deutlich stärker belastet fühlen als andere. Besonders deutlich waren subjektive Belastung und Stress bei den Pflegekräften, vermutlich weil sie mehr Zeit den Sorgen und Ängsten von Patienten und Angehörigen ausgesetzt waren, so die Autoren um Kramer et al. (18). Bei Ärzten könne das ständige Abwägen von eigener Moral, beruflichen und verfügbaren Ressourcen enormen psychischen Stress auslösen, Scham- und Schuldgefühle hervorrufen und zu psychischen Störungen und Suizidalität führen, fanden die Briten Greenberg et al. und raten, Ärzten langfristig Unterstützung und Hilfe anzubieten (19).

Mit der Pandemie verbundene Stressfaktoren führen generell vermutlich zu erhöhten Belastungen durch Angst und Depression. Das zeigen eine systematische Literaturrecherche sowie Studienergebnisse aus dem deutschen COSMO-Panel in einer vor Kurzem erschienenen Originalarbeit im Deutschen Ärzteblatt (Heft 38). Die Autoren um Gilan und Röthke von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Mainz fanden als Risikofaktoren Patientenkontakt, weibliches Geschlecht, reduzierter Gesundheitsstatus, Sorgen um Angehörige und schlechte Schlafqualität. Protektiv wirkten sich hingegen unter anderem Informationen über den Anstieg an Geheilten, soziale Unterstützung und ein geringes wahrgenommenes Infektionsrisiko aus. Risiko- und protektive Faktoren könnten zur Entwicklung psychosozialer Interventionen genutzt werden, schlussfolgern die Autoren. Petra Bühring

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit4320
oder über QR-Code. ??

Einschätzung

Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte in Berlin. Foto: privat
Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte in Berlin. Foto: privat

Damit keine psychischen Erkrankungen aus den Belastungen der COVID-19-Pandemie entstehen, ist es wichtig, die psychosozialen Folgen zu reduzieren. Die Förderung von Gesundheit und Resilienz durch Tagesstrukturierung, Bewegungserhalt, gesunde Ernährung und maßvollen Umgang mit Alkohol sowie Schlafhygiene ist wichtig. Zum anderen verdient der Erhalt der sozialen Beziehungen besondere Aufmerksamkeit. Moderne technische Kommunikationsmöglichkeiten sollten hier ausgeschöpft werden. Zudem sind psychotherapeutische Unterstützungsangebote zum Stressmanagement, zur Förderung positiver Aktivitäten, der Selbstwirksamkeit und zur Schulung der Entspannungsfähigkeit wichtige Ressourcen. Die negativen Folgen von Isolations- und Quarantänemaßnahmen sind gut belegt; sie nehmen zu mit Fortschreiten der Krise und den damit verbundenen Einschränkungen. Die Gefahr ist, dass schwer kranke Patienten den Verzicht auf den persönlichen Kontakt nicht lange aushalten. Auch mit erhöhten Suizidraten muss gerechnet werden, insbesondere falls sich die negativen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie weiter verschärfen sollten. Darüber hinaus besteht Forschungsbedarf zu den psychosozialen Folgen von Isolationsmaßnahmen für ältere und hochbetagte Menschen und wie sich soziale Ungleichheit unter Pandemiebedingungen weiter verschärft.

Zum vollständigen Interview: http://daebl.de/EU94

1.
Yang L, Wu D, Hou Y, Wang X, Dai N, et al.: Analysis of psychological state and clinical psycho-logical intervention model of patients with COVID-19. medRxiv 2020a.
2.
Hossain M M, Sultana A, Purohit N: Mental health outcomes of quarantine and isolation for infection prevention: A systematic umbrella review of the global evidence. SSRN Electronic Journa 2020.
3.
Purssell E, Gould D, Chudleigh J (2020): Impact of isolation on hospitalised patients who are infectious: systematic review with meta-analysis. BMJ Open. 10:e030371 MEDLINE PubMed Central CrossRef
4.
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5.
Horn V, Schweppe C: https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/11844_DEU_HTML.php (aufgerufen am 02.10.2020).
6.
Hope M D, Hammer M M, Henry T S: Dementia care during COVID-19. Lancet 2020; 395:1190–91.
7.
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8.
Ravens-Sieberer et al: COPSY-Studie: https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html (aufgerufen am 02.08.2020).
9.
DAK-Gesundheit (2020): Homeschooling in Corona-Zeiten. Erfahrungen von Eltern und Schülern: Ergebnisse einer Eltern-Kind-Befragung mit forsa.omninet. https://www.dak.de/dak/bundesthemen/corona-schulschliessungen-belasten-muetter-besonders-2266728.html#/[aufge-rufen am 06.08.2020).
10.
Liang L, Ren H, Cao R., Hu Y, Qin Z et al.: The Effect of COVID-19 on youth mental health. Psychiatric Quarterly 2020; doi: 10.1007/s11126–020–09744–3.
11.
Qiu J, Shen B, Zhao M, Wang Z, XieB, Xu Y: A nationwide survey of psychological distress among Chinese people in the COVID-19 epidemic: Implications and policy recommendations. Gen. Psychiatry 2020; 33(2):19–21 MEDLINE
12.
Wang C, Pan R, Wan X, Tan Y, Xu L et al.: Immediate psychological responses and associated factors during the initial stage of the 2019 coronavirus disease (COVID-19) epidemic among the general population in China. International Journal of Environmental Research and Public Health 2020a; 17:1729 MEDLINE PubMed Central CrossRef
13.
Brooks S K, Webster R K, Smith L E, Woodland L, Wessely S et al.:The psychological impact of quarantine and how to reduce it: Rapid review of the evidence. Lancet 2020; 395(10227):912–20 MEDLINE PubMed Central 20)30460-8 ">CrossRef
14.
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15.
Lai J, Ma S, Wang Y, Cai Z, Hu J et al.: Factors associated with mental health outcomes among health care workers exposed to Coronavirus Disease 2019. JAMA Network Open 2020; 3(3):e203976 MEDLINE PubMed Central CrossRef
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Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2020). Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich. https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/Altenpflege.pdf?__blob=publicationFile&v=7 (aufgerufen am 28.07.2020).
17.
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18.
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19.
Kramer V, Papazova I, Thoma A, et al.: Subjective burden and perspectives of German healthcare workers during the COVID-19 pandemic In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience 2020; MEDLINE PubMed Central CrossRef
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2.Hossain M M, Sultana A, Purohit N: Mental health outcomes of quarantine and isolation for infection prevention: A systematic umbrella review of the global evidence. SSRN Electronic Journa 2020.
3.Purssell E, Gould D, Chudleigh J (2020): Impact of isolation on hospitalised patients who are infectious: systematic review with meta-analysis. BMJ Open. 10:e030371 MEDLINE PubMed Central CrossRef
4.Rossi R, Socci V, Talevi D, Mensi S, Niolu C et al.: (2020) COVID-19 pandemic and lockdown measures impact on mental health among the general population inItaly. An N=18147 web-based survey. medRxiv. doi: 2020.04.09.20057802.
5.Horn V, Schweppe C: https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/11844_DEU_HTML.php (aufgerufen am 02.10.2020).
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7. Röhr S, Reininghaus U, Riedel-Heller S: Mental and social health in the German old age population largely unaltered during COVID-19 lockdown: results of a representative survey.2020, 15. Juli: doi.org/10.31234/osf.io/7n2bm.
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9.DAK-Gesundheit (2020): Homeschooling in Corona-Zeiten. Erfahrungen von Eltern und Schülern: Ergebnisse einer Eltern-Kind-Befragung mit forsa.omninet. https://www.dak.de/dak/bundesthemen/corona-schulschliessungen-belasten-muetter-besonders-2266728.html#/[aufge-rufen am 06.08.2020).
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11. Qiu J, Shen B, Zhao M, Wang Z, XieB, Xu Y: A nationwide survey of psychological distress among Chinese people in the COVID-19 epidemic: Implications and policy recommendations. Gen. Psychiatry 2020; 33(2):19–21 MEDLINE
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14. BMFSFJ –Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2017). Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. https://www.bmfsfj.de/blob/117916/7a2f8ecf6cbe805cc80edf7c4309b2bc/zweiter-gleichstellungsbericht-data.pdf (aufgerufen am 06.08.2020).
15.Lai J, Ma S, Wang Y, Cai Z, Hu J et al.: Factors associated with mental health outcomes among health care workers exposed to Coronavirus Disease 2019. JAMA Network Open 2020; 3(3):e203976 MEDLINE PubMed Central CrossRef
16. Statistik der Bundesagentur für Arbeit (2020). Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt. Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich. https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/Altenpflege.pdf?__blob=publicationFile&v=7 (aufgerufen am 28.07.2020).
17. Petzold M B, Plag J, Ströhle A: Dealing with psychological distress by healthcare professionals during the COVID-19 pandemia. Nervenarzt 2020; 417–21 MEDLINE PubMed Central CrossRef
18. Greenberg N, Docherty M, Gnanapragasam S, Wessely S: (2020). Managing mental health challenges faced by healthcare workers during covid-19 pandemic. BMJ. 368:m1211. doi: 10.1136/bmj.m1211 MEDLINE CrossRef
19. Kramer V, Papazova I, Thoma A, et al.: Subjective burden and perspectives of German healthcare workers during the COVID-19 pandemic In: European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience 2020; MEDLINE PubMed Central CrossRef

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Avatar #745246
Andre B.
am Montag, 26. Oktober 2020, 17:32

@Dr. Krüger - Danke für diese tieferen Einblicke

Sehr geehrter Herr Dr. Krüninger,

ich danke Ihnen für Ihre tiefergehende Reflektion der Zusammenhänge und Auswirkungen der staatlichen Interventionen. Das diesen Thematiken viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, das bedauere ich ebenfalls sehr.

Mit freundlichen Grüßen
André B.
Avatar #646036
Krueninger
am Montag, 26. Oktober 2020, 17:19

Tiefe Verunsicherung, Verzweiflung und Fortschreiten des konitiven Abbaus

Leider wurde meines Wissens bislang nicht systematisch untersucht, wie es Bewohnern von Altenheimen als Folge der Corona bedingten Einschränkungen ihrer Besuche, ihres Bewegungsradius und ihrer fehlenden Aktivitäten in den Heimen geht. Solche Untersuchungen während des Lockdowns scheitern bereits im Ansatz, da nur den Heimärzten der Zugang zu den Bewohnern erlaubt war. Telefonische Befragungen sind bei einem Grossteil der Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen nicht mehr zielführend. Die im Artikel zitierte Studie aus Leipzig und Mannheim widmet sich, da als telefonische Befragung durchgeführt, nur jenen älteren Mitbürgern, die noch problemlos am Telefon den Sinn einer solchen Studie erfassen können und bereit sind ein längeres Interview zu führen. Es handelt sich damit um eine Subgruppe älterer Menschen, die noch über erhebliche Kompetenzen im Alltag verfügen.
Als Gutachter in Betreuungsverfahren war und ist es mir gestattet, auch während der Schließung der Heime Zugang zu den Einrichtungen zu erlangen. Meine Erfahrungen (keine Studien), sind hier ganz anders bezüglich der Beeinträchtigung der Bewohner und ihres psychischen Zustandes. Von den betreuenden Pflegekräften wird häufig von tiefer Verzweiflung der Bewohner berichtet, die z.T. nicht erfassen können, warum sie von den Kindern und Enkeln nicht mehr besucht werden, wähnen, sie hätten etwas verbrochen.
Durch die deutlich zurückgehende Ansprache der Menschen wird der kognitive Abbau gefördert.
Ich denke bei aller Sorge um ältere, bezüglich einer Covid-19 Erkrankung sehr gefährdete Menschen, dürfen wir nicht vergessen diese Menschen jetzt zu fragen und ihre Meinung ernst nehmen, ob sie in der bisherigen Weise mit Besuchsverboten und Trennscheiben geschützt werden wollen, oder ob es ihnen, da die Lebenserwartung ohnehin begrenzt, wichtiger ist jetzt ihre Lieben noch zu sehen und das Risiko einer Infektion eingehen wollen. Vielleicht sollten wir auch fragen dürfen ob sie auf eine unbestimmte Zeit "post Corona" warten wollen, die sie vielleicht gar nicht mehr erleben, da die Herzinsuffizienz, Herzinfarkt oder der Schlaganfall schneller waren.
Dr. med. Ulrich Krüninger
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Palliativmedizin
Deggendorf
dr.krueninger@t-online.de

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