ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2000Qualitätsmanagement in der Herzchirurgie: Interne und externe Bewertung

THEMEN DER ZEIT: Berichte

Qualitätsmanagement in der Herzchirurgie: Interne und externe Bewertung

Dtsch Arztebl 2000; 97(10): A-600 / B-488 / C-460

Schröder, Thomas; Ennker, Jürgen

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LNSLNS Die DIN EN ISO 9001 und das Selbstbewertungs-Modell werden immer populärer.
Besonders in der Herzchirurgie ist es wichtig, sich mit dem Qualitätsmanagement auseinander zu setzen, da gerade die herzchirurgischen Operationen ein Höchstmaß an Qualität erfordern, um die meist multimorbiden und sehr alten Patienten adäquat behandeln zu können. Hierbei reicht es nicht aus, sich nur mit einer sicherlich sehr guten externen Qualitätssicherung auseinander zu setzen. Es müssen weitere Schritte in Richtung eines intern gut funktionierenden Qualitätsmanagements unternommen werden. Im Mittelpunkt muss hierbei die gute Versorgung des Patienten stehen. Im Herzzentrum Lahr/ Baden hat man schon in der Aufbauphase des Qualitätsmanagement-Systems überlegt, wie man es später von extern und intern bewerten kann. Die ISO-Norm Die ISO-Norm ist eine internationale Norm, die vorgibt, was alles in einem vorbildlichen Qualitätsmanagement geregelt sein muss. Die Einhaltung der Norm wird von extern mehrere Tage lang überprüft, und am Ende erhält das Krankenhaus hierüber ein Zertifikat. Ein wichtiger Punkt ist der von der ISO-Norm geforderte "interne Qualitätsbericht", der von der gesamten Leitung unterschrieben und inter-pretiert werden muss. Von allen müssen zusätzlich überprüfbare Ziele für das kommende Jahr schriftlich fixiert werden. Die ISO-Norm zwingt das Krankenhaus, ein Qualitätsmanagement strukturiert aufzubauen. Es genügt nicht, in einigen Gebieten sehr gut zu sein, in der Hoffnung, damit Schwächen auszugleichen. Das gesamte System muss der Norm entsprechen. Damit wird man gezwungen, sich gerade mit den Schwächen besonders auseinander zu setzen. Während diese Norm in der Industrie schon sehr häufig angewendet wird, nimmt die Zahl der zertifizierten Krankenhäuser erst jetzt explosionsartig zu. Bei der Selbstbewertung nach dem EFQM-Modell (European Foundation of Quality Management) wird ein Kriterienkatalog vorgegeben, mit dem man als Krankenhaus selber das Qualitätsmanagement intern bewerten kann. Hierbei ist eine maximale Punktezahl von 1 000 möglich. Eine Mitarbeiterbefragung nach dem EFQMModell gibt dem Krankenhaus in einem besonderen Maß die Möglichkeit, auch die Mitarbeiter in das System zu integrieren und Schwächen zu entdecken, die durch die ISO-Norm nicht abgedeckt werden. Während die ISONorm und die Selbstbewertung nach dem EFQM-Modell schon lange routinemäßig in der Industrie und immer häufiger im Gesundheitswesen angewendet werden, steckt das Projekt "Zertifizierung von Krankenhäusern" der "Kooperation für Transparenz und Qualität" (KTQ) noch in den Kinderschuhen (Dt Ärztebl 1999, 96; A-3286). Die Erfahrungen im Herzzentrum Lahr/Baden haben gezeigt, dass die Entscheidung, die Vorteile der Zertifizierung nach der ISO-Norm und der Bewertung nach dem EFQM-Modell zu nutzen, sehr gut waren. Durch jährliche Mitarbeiterbefragungen und jährliche Überwachungsaudits durch den Zertifizierer wird auch zukünftig überprüft werden, ob sich das Herzzentrum Lahr/Baden weiter verbessert. Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Schröder Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Ennker
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