ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Börsebius zur Eifelhöhen-Klinik: Schreck laß nach

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zur Eifelhöhen-Klinik: Schreck laß nach

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Was ist bloß mit der Eifelhöhen-Klinik los? In nur zwei Tagen verlor die Aktie der in Marmagen beheimateten AG mehr als zehn Prozent und nähert sich derzeit bedrohlich der Zweihundertmarkskante. Noch schmerzlicher gerät der Blickwinkel vom Höchstkurs der Aktie aus. Von diesem Gipfel gerechnet, muß ein Aktionär immerhin schon 20 Prozent Abstieg verkraften.
Was also tun? Manche Experten raten in solchen Fällen zum Kauf nach dem Motto "buy on bad news", aber ist ein Kursabstieg schon "bad news" genug, oder fehlen da nicht noch weitergehende Informationen über die Hintergründe?
Ich finde schon, daß es sehr wichtig ist, sich einen umfassenden Background zu verschaffen. Es könnte ja auch sein, daß nach dem Studium möglicher neuer Daten gerade nicht ein Kauf, sondern vielmehr ein Verkauf der Aktien geboten ist, weil die News gar so schlecht sind. Alles nach dem Motto, die ersten Verluste sind die leichtesten, genauer: sie tun am wenigsten weh.
Ein Kursverfall alleine kann zwar etwas aussagen, es muß aber nicht zwangsläufig so sein. Unter Umständen muß ein Hauptaktionär aus erbschaftsteuerlichen Gesichtspunkten größere Bestände auf den Markt werfen, weil er schlicht Geld braucht.
Es steht allerdings (leider) zu vermuten, daß bei der Eifelhöhenklinik doch einige Kohlen im Feuer sind und der Kursabstieg durchaus seine fundamentalen Ursachen hat. Zu diesem Schluß kamen dieser Tage wohl etliche Finanzexperten nach der Vorlage der neuesten Zahlen durch den Vorstand der börsennotierten Gesundheits-AG, und insoweit erklärt sich die Erosion des Kurses durchaus.
Vorstandschef Heinz Crovisier verkündete nämlich lapidar, daß die Geschäftsentwicklung der EifelhöhenKlinik AG im Geschäftsjahr 1995 "weniger positiv" als im Vorjahr verlaufen sei. Diese Ankündigung fuhr den Marktteilnehmern verständlicherweise in die Knochen, hatten sie doch alles andere als einen herben Rückgang des Jahresüberschusses um eine halbe Million auf nur noch 2,5 Millionen Mark erwartet. Das sogenannte operative Ergebnis rutschte sogar um 1,3 Millionen Mark ab.
Die enttäuschten Erwartungen hängen freilich auch damit zusammen, daß die Gewinn-Kirschen auf der letztjährigen Haupt­ver­samm­lung weitaus höher gehängt wurden und die Aktionäre durchaus auf sonnige Zeiten eingestimmt wurden. Obwohl an der Dividende von 7 Mark festgehalten wird und der Vorstand seltsam nichtssagend erklärte, man habe den "Schreibtisch voller Projekte", und gar zwei davon seien "konkret in der Planung" (was immer das heißt . . .), so bleibt doch die Enttäuschung, im Tagesgeschäft nur mit Mühe rentabel gewesen zu sein. Dem Kurs kann das einfach nicht guttun. Ob es dabei allerdings sein Bewenden hat, muß sich erst noch zeigen. Börsebius
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