ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Nicht immer ernst zu nehmende Ratschläge von A bis Z

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Nicht immer ernst zu nehmende Ratschläge von A bis Z

Schmidt, Friedrich

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LNSLNS Als einst die Apotheke noch
Nach Weinen und Likören roch, Da diente sie in Wirklichkeit
Zuerst nur der Besoffenheit.
Doch merkte man im Lauf der Zeit,
Auch Wein bewirkt Gesundlichkeit.
So zahlte man in Offizin
Von da an Schnaps als Medizin.
Nur akzeptierte der Adept
Von keiner Kasse ein Rezept.
Er nahm, wie’s damals üblich war,
Die Groschen cash, das heißt in bar.
Daher ist Schnaps aus Kostengründen Heut mehr im Supermarkt zu finden.


Bestellt den Arzt nicht kategorisch,
Denn das stimmt ihn nicht euphorisch,
Besser ist es, unbestritten,
Ihn zum Hausbesuch zu bitten.


Cognac ist ein nützliches Getränk.
Hochprozentig als Geschenk.
Doch im Notfall trinkt ich ihn
Verordnet auch als Medizin.
Und daher bin ich interessiert
Daß dieser Fall mir oft passiert.


Der Patient will nicht belehrt,
Sondern lieber noch gehört
In Geduld vom Doktor werden...
Das erleichtert die Beschwerden.


Ein guter Tropfen und ein schlechtes Gedächtnis
Sind sanft und bequem
wie ein Ruhekissen,
Nur bleibt dir am Ende als
stilles Vermächtnis ein subcorticales,
Ein schlechtes Gewissen.


Faulheit ist, wenn auch bequem,
Kaum als Krankheit anzusehn,
Doch ein guter Arzt entdeckt,
Hat sich einer angesteckt.


Gesunden ist die Ruhe heilig,
Nervöse Menschen haben’s eilig.
Sie verbreiten in Eklektik
Rings um sich nur immer Hektik.
Doch sie meinen unbeschwert,
Das stimme zwar, nur umgekehrt.
Hygiene findet selten statt,
Wenn wer sich nur gewaschen hat,
Bis heut’ noch gilt als Seuchenschutz
Auf trockner Haut ein bißchen Schmutz.


In des Arztes strenger Miene Fällt ein Lächeln ins Gewicht, Es gehört wie auf der Bühne Obligat zu seiner Pflicht,
Denn es macht die Herzen offen,
Da die Furcht daran zerbricht.
Das Vertrauen schafft das Hoffen...
Ohne Lächeln geht das nicht.


Jeder hat den Arzt, den er verdient,
Denn du kannst ihn dir ja selber wählen, Weil er aber auch an dir verdient,
Kannst du dich zu seinen Freunden zählen.


Krankheit ist oft auch ästhetisch...
Dann als Dimension zu sehn.


Dr. med. Friedrich Schmidt
Fortsetzung L bis Z folgt

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