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Herzklappenregurgitation bei Fluorchinolonen – Systemisch wie auch inhalativ angewendete Fluorchinolone können offenbar das Risiko für eine Herzklappenregurgitation/-insuffizienz erhöhen. Darauf deuten Daten aus einer kürzlich veröffentlichten epidemiologische Studie hin. Zudem gibt es medizinisch bestätigte Fälle einer Regurgitation/Insuffizienz einer der Herzklappen bei Patienten, die Fluorchinolone erhielten.

Als prädisponierende Faktoren hierfür gelten unter anderem angeborene oder erworbene Herzklappenfehler und Bindegewebserkrankungen wie beispielsweise das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom. Des Weiteren zählen dazu: Turner-Syndrom, Morbus Behçet, Hypertonie, rheumatoide Arthritis und infektiöse Endokarditis.

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Bei einschlägigem Risiko sollten Fluorchinolone daher nur nach sorgfältiger Abwägung angewendet werden. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, im Falle von akuter Atemnot, neu auftretendem Herzklopfen oder wenn sich Ödeme am Bauchraum oder in den unteren Extremitäten entwickeln, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. mls

Quelle: Arznei­mittel­kommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Drug Safety Mail 2020-56

Visusverbesserungen mit Aflibercept bei Makulaerkrankungen – Mit Aflibercept (Eylea®, Bayer) konnten unter dem Treat&Extend-(T&E-)Ansatz sowohl in den randomisiert-kontrollierten Studien ALTAIR und ARIES als auch aufgrund von Real-World-Daten stabile Visusgewinne bei Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD) erzielt werden. Ein Großteil der Patienten profitiert von der Möglichkeit verlängerter Behandlungsintervalle: etwa die Hälfte benötigt zu Woche 96 nur alle 12 Wochen oder sogar seltener eine Therapie; zum Teil sind sogar Intervalle von bis zu 4 Monaten möglich.

Die nAMD ist eine chronische Erkrankung, die merkbare Auswirkungen auf die Lebensqualität hat. Kontinuierlich behandelte Patienten erleiden seltener Sehschärfeverlust und erreichen häufiger die Lesefähigkeit, wie eine aktuelle Post-hoc-Analyse der prospektiven, nicht-interventionellen PERSEUS-Studie nahelegt. Derzeit wird eine neue Aflibercept-Formulierung (8 mg) untersucht (PULSAR/PHOTON), die mehr Patienten längere Behandlungsintervalle (> 12 Wochen) ermöglichen soll.

Auch bei Visusverlusten infolge eines Diabetischen Makulaödems (DMÖ) können Patienten von Aflibercept profitieren. Beim DMÖ mit fovealer Beteiligung und Visusverlust empfehlen die Fachgesellschaften aktuell die initiale Behandlung mit 6 Anti-VEGF-Injektionen. Zahlreiche Studien zeigten die Abnahme der benötigten Injektionen ab dem 2. Jahr nach intensiver initialer Therapie. Die Studien VIVID und VISTA bestätigen, dass das Ödem auch nach der 3. Aflibercept-Injektion weiter resorbiert wird. mr

Quelle: Web-Pressekonferenz „Therapieoptionen und aktuelle Studienlage: Die Behandlung von nAMD und DMÖ mit Eylea® (Aflibercept)“, 8. Oktober 2020; Veranstalter: Bayer

ARNI verbessert die Myokardstruktur – Bei einer chronischen Herzinsuffizienz kommt es im Verlauf zu einem zunehmenden kardialen Remodelling, das die Schwere der Erkrankung entscheidend beeinflusst. Als Biomarker hierfür wurde das n-terminale pro-B-Typ natriuretische Peptid (NT-proBNP) identifiziert. In der PROVE-HF-Studie waren positive Veränderungen struktureller kardialer Parameter signifikant mit einer NT-proBNP-Senkung unter dem Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor (ARNI) Sacubitril/Valsartan (Entresto®, Novartis) korreliert.

Dies ging zudem mit einem Anstieg der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) einher. Bereits nach 14-tägiger Behandlung mit Sacubitril/Valsartan war eine Reduktion der NT-proBNP-Konzentration um 30 % nachweisbar.

Nach 12 Monaten Therapie war die NT-proBNP-Konzentration signifikant verringert (p < 0,001). Außerdem besserten sich bereits nach 6 Monaten myokardiale Strukturparameter, die nach 12 Monaten noch ausgeprägter und über alle untersuchten Gruppen hinweg konsistent waren. Diese Daten sprechen dafür, dass Sacubitril/Valsartan das kardiale Remodeling bei chronischer Herzinsuffizienz umkehren kann. kw

Quelle: Virtuelles Symposium im Rahmen des ESC-Kongress 2020 „Making essential treatment choices in heart failure”, 29. August 2020; Veranstalter: Novartis

SGLT2-Inhibitor bessert kardiale und renale Morbidität bei Diabetes – Ein Diabetes erhöht das kardiovaskuläre Risiko, etwa für eine Herzinsuffizienz. Diese wiederum verschlechtert die Diabetesprognose. Verschiedene Studien zeigten, dass das benötigte Insulin einen ungünstigen Einfluss auf die systolische Herzinsuffizienz haben kann.

Diese Erkenntnis zog ein regelrechtes Dilemma im Therapieregime des Diabetes nach sich. Inzwischen stehen mit den SGLT2-Inhibitoren neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, deren positive Auswirkungen auf die kardiovaskulären Aspekte belegt werden konnten. Sie modulieren verschiedene Faktoren, die zum kardio-renalen Risiko beitragen.

So reduzierte Empagliflozin (Jardiance®, Boehringer Ingelheim/Eli Lilly) den primären Studienendpunkt MACE (kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Herzinfarkt oder Schlaganfall) um 14 %. Insgesamt konnte die kardiovaskuläre Sterblichkeit bei Diabetes um 38 % gesenkt werden. Darüber hinaus gingen die Hospitalisierungen aufgrund einer Herzinsuffizienz um 35 % zurück. Und auch die Nieren profitierten: Die häufig bei Diabetes-Patienten beobachtbare Verschlechterung der renalen Funktion konnte unter einer SGLT2-Inhibition mit Empagliflozin gebremst werden. lb

Quelle: Virtuelles Symposium „Der Typ-2-Diabetiker mit kardiovaskulärem Risiko – ein interdisziplinäres Aufgabenfeld“, 16. Oktober 2020; Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Eli Lilly

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