ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2020Primärprävention: Score-System zur COVID-19-Risiko-Einschätzung

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Primärprävention: Score-System zur COVID-19-Risiko-Einschätzung

Hillienhof, Arne

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Der neue IKKAScore soll dabei helfen, das individuelle Risiko zu bestimmen, an COVID-19 zu erkranken. Foto: andrei_r/iStock
Der neue IKKAScore soll dabei helfen, das individuelle Risiko zu bestimmen, an COVID-19 zu erkranken. Foto: andrei_r/iStock

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg und der Ludwigs-Maximilians-Universität München haben ein neues Score-System vorgestellt. Es soll dabei helfen, das individuelle Risiko besser einzuschätzen, wenn eine Person an COVID-19 erkranken sollte.

Das Verfahren wurde in erster Linie für die Anwendung im Arbeitsschutz konzipiert und dient als eine konkrete Entscheidungshilfe im Praxisalltag. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) hat jetzt auf diesen sogenannten IKKA-Score hingewiesen. Hintergrund ist, dass Betriebe und Unternehmen eine Fürsorgepflicht für ihre Beschäftigten haben, insbesondere für jene, die einer Risikogruppe angehören.

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„Die Beurteilung des individuellen Risikos für einen schweren Krankheitsverlauf stellt an Ärzte hohe Anforderungen“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Das neue Score-System solle eine Hilfestellung zu einer einheitlichen Risikoabschätzung bieten. In Kenntnis des individuellen Scores könne dann in einem zweiten Schritt beurteilt werden, welche beruflichen Einsatzmöglichkeiten bestehen würden.

Der IKKA-Score ist Angaben zufolge explizit für eine primärpräventive Anwendung konzipiert, insbesondere im Arbeitsschutz. Dazu setzt er sich aus den vier Kategorien Immunsuppression, Krankheitsschwere bestehender Vorerkrankungen, Komorbiditäten/Risikofaktoren und Alter zusammen und bewertet diese nach einem Punktesystem. Anhand der Gesamtpunktzahl können Arbeitsmedizinerinnen und -mediziner das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe abschätzen und gemeinsam mit dem Betrieb risikoadaptierte Einsatzmöglichkeiten für besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen.

„Bislang gab es keine einheitliche Vorgehensweise bei der individuellen Risikobestimmung von Arbeitnehmern. Mit der Entwicklung des IKKA-Scores ist es uns gelungen, Ärzten eine Entscheidungshilfe für die Beurteilung der individuellen Gefährdung durch SARS-CoV-2 zur Verfügung zu stellen und somit einen Beitrag zum Schutz von vulnerablen Gruppen am Arbeitsplatz zu leisten“, sagte Prof. Dr. med. Hans Drexler, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin an der Universität Erlangen-Nürnberg und Präsident der DGAUM. hil

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