ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2020Werner Helbig †: Pionier der Knochenmarktransplantation

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Werner Helbig †: Pionier der Knochenmarktransplantation

Richter-Kuhlmann, Eva

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Werner Helbig, Foto: privat
Werner Helbig, Foto: privat

Der Hämatologe Prof. Dr. med. Werner Helbig, Pionier der Knochenmarktransplantation in Deutschland, verstarb im August im Alter von 87 Jahren in seiner Geburtsstadt Leipzig.

Dort studierte Helbig auch Medizin und Chemie. Früh wendete er sich der Hämatologie zu und trieb mit großer Energie in der DDR den Aufbau einer innovativen Hämatologie und Onkologie an der Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Leipzig voran. Er etablierte eine Sterilpflegeeinheit und erreichte die Zustimmung des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums der DDR zur Knochenmarktransplantation in Leipzig. Im Januar 1980 führte er in Leipzig die erste allogene und ein Jahr später die erste autologe Knochenmarktransplantation durch. 1990 wurde Helbig zum Vorsitzenden der Gesellschaft für Hämatologie und Bluttransfusion der DDR gewählt, die er bis zu ihrer Auflösung 1991 führte.

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Helbig gehört nicht nur zu den Pionieren der Knochenmarktransplantation in Deutschland, betont die Ostdeutsche Studiengruppe Hämatologie und Onkologie und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, deren Ehrenvorsitzender beziehungsweise Ehrenmitglied er war. Ein zentrales Anliegen von ihm sei die wissenschaftliche Evaluation hämatologisch-onkologischer Therapiestrategien gewesen. Helbig war ein Motor für den Aufbau klinischer Studien. Trotz Mangelwirtschaft in der DDR realisierte er Studienprojekte im Bereich der akuten myeloischen und akuten lymphatischen Leukämie und der chronischen myeloischen Leukämie.

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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