szmtag Fremdkörper im Fuß?
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Ein 31-jähriger Mann wurde mit Perforationsverletzung des linken Fußes in unserer Notaufnahme vorstellig. Er war vor drei Tagen von einer Slackline barfuß auf den Waldboden gesprungen. Daraus resultierte eine kleine (0,4 × 0,4 cm) Wunde plantar am Calcaneus. Die Wundexploration erfolgte in Lokalanästhesie am Unfalltag extern und beinhaltete eine antibiotische Wundabdeckung. Bei steigendem CRP-Wert (100), Fieber und Schmerzen wurde geröntgt. In der Aufnahme konnte kein Fremdkörper nachgwiesen werden, in der Bildgebung mithilfe der Magnetresonanztomografie fand sich jedoch eine Abszesshöhle medial subkutan/plantar circa 5 × 2 × 1 cm. Es wurde die Indikation zur offenen Revision und Exploration mit weiträumiger Schnittführung gestellt. Dabei wurde reichlich eitriges Sekret geborgen, woraufhin es zu einer klinischen Besserung kam und der Patient entlassen werden konnte. Bei der Wiedervorstellung nach vier Wochen wurde erneut eine putride Wundsekretion festgestellt. Der Patienten litt unter zunehmenden Schmerzen, jedoch waren die CRP-Werte nicht erhöht. Bei der erneuten Revision der Wunde wurde nahe dem Periost des Calcaneus ein 5,5 × 1 × 1 cm großes Aststück geborgen, dies war von einer Abszesshöhle umgeben. Postoperativ besserte sich der Zustand des Patienten sofort und er war infekt- sowie schmerzfrei. Fremdkörper können bildmorphologisch und sogar operativ übersehen werden, kleinste Hautwunden maskieren große Fremdkörper und tiefe Gewebeschäden. Demzufolge sollten penetrierende Verletzungen niederschwellig operativ untersucht werden.

Dr. med. Darius M. Thiesen, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, d.thiesen@uke.de

Prof. Dr. med. Karl-Heinz Frosch, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie & BG Klinikum Hamburg Boberg

PD Dr. Med. Maximilian Hartel, BG Klinikum Hamburg Boberg

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Thiesen DM, Frosch KH, Hartel M: Could there be a foreign body in the foot? Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 830. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0830a

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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