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ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2020Pupillometrie-gestütztes Nozizeptionsmonitoring in der Kardioanästhesie
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Hintergrund: In der Kardioanästhesie werden üblicherweise Opioide hochdosiert eingesetzt, jedoch ohne Monitoring der Nozizeption. Bei nichtkardiochirurgischen Eingriffen kann durch die pupillometrische Messung des Pupillary-Pain-Index (PPI: 1–9) die intraoperative Opioidmenge reduziert werden. In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde untersucht, ob die Pupillometrie als Nozizeptionsmonitoring in der Kardioanästhesie eingesetzt werden kann und zu einer Opioidreduktion führt.

Methode: 57 herzchirurgische Patienten mit kontinuierlicher Sufentanilapplikation (initial: 0,7 µg/kg/h) wurden in die PPI-Gruppe (n = 32; Sufentanilreduktionen, wenn PPI < 3 bis minimal 0,15 µg/kg/h) oder die Kontrollgruppe (n = 25, Standardnarkose) randomisiert. Der primäre Endpunkt war die Zeit zwischen Anästhesieende und Extubation. Sekundäre Endpunkte waren intraoperativer Sufentanil-/Noradrenalin-Verbrauch, postoperative Schmerzintensität (Numerische Rating-Skala [NRS]: 0–10) und Awareness. DRKS 00012329.

Ergebnisse: Der primäre Endpunkt Extubationszeit unterschied sich nicht zwischen den Gruppen (1,14 h, 95-%-Konfidenzintervall [−0,99; 3,27], p = 0,592). Verglichen mit den Kontrollpatienten (männlich: 68 %, Alter: 70 ± 10,4 Jahre, PPI: 1,1 ± 0,2) sank bei den PPI-Patienten (männlich: 81 %, Alter: 68 ± 10,3 Jahre, PPI: 1,1 ± 0,2) die mittlere Sufentanil-Laufrate um 81,8 % (−0,68 µg/kg/h [−0,7; −0,67], p < 0,001) bis zur vorbestimmten Minimaldosis, ohne intraoperative Awareness. Zusätzlich wurden die Noradrenalin-Menge um 56 % (1 235,51 µg [321,91; 2 149,12], p = 0,005) und die postoperative Schmerzintensität um 45 % (2,11 NRS [0,93; 3,3] nach 24 h, p = 0,003) reduziert.

Schlussfolgerung: Die Pupillometrie ist zum Nozizeptionsmonitoring in der Kardioanästhesie geeignet. Dabei konnten die intraoperative Opioidmenge deutlich reduziert werden, gleichzeitig eine bessere intraoperative hämodynamische Stabilität erzielt und postoperativ einer opioidinduzierten Hyperalgesie vorgebeugt werden. Durchgehend niedrige PPI-Werte als Indikator einer ausreichenden Analgesie legen nahe, dass noch niedrigere Opioiddosierungen möglich sind.

LNSLNS

Der Einsatz von hochdosierten intraoperativen Opioiden in der Kardioanästhesie ist immer noch weit verbreitet (1, 2). Dies ist wahrscheinlich auf das längst verlassene Konzept zurückzuführen, hämodynamische Stabilität durch eine rein opioidbasierte Anästhesie zu erzielen (3). Dennoch wird eine Opioidreduktion als entscheidend für die effektive Implementierung von Fast-Track-Konzepten angesehen, die auf eine schnellere postoperative Erholung abzielen (4).

Demnach könnten Patienten einer analgetischen Überdosierung oder aber einer unzureichenden Analgesie ausgesetzt werden, einhergehend entweder mit einem erhöhten Risiko zum Beispiel für eine verzögerte Beatmungsentwöhnung (5) oder für eine postoperative Hyperalgesie (6). Aufgrund dessen wurden sowohl die multimodale Analgesie mit niedrigdosierten Opioiden (7) als auch die opioidfreie Anästhesie als Alternativen diskutiert (8, 9). Dabei sollten individualisierte und/oder reduzierte Analgesiekonzepte nicht mit einem erhöhten Risiko einer intraoperativen Awareness oder unzureichender Analgesietiefe einhergehen (10, 11). Ein individuelles Gleichgewicht zwischen Nozizeption und Antinozizeption kann potenziell durch ein Nozizeptionsmonitoring erzielt werden (12). Dieses ist jedoch bei Patienten in der Kardioanästhesie mit der Kombination aus kardiovaskulären Risikofaktoren, ausgedehntem chirurgischen Trauma, Herz-Lungen-Maschinen-Einsatz und hochdosierten Vasopressortherapien bisher nicht etabliert. Die Pupillenreaktion bleibt bei Patienten trotz Anästhesie erhalten (13). Das Ausmaß der pupillären Reflexdilatation (PRD) korreliert negativ mit der Opioidexposition (14), während sie von Hypnotika und Relaxanzien weit weniger beeinflusst wird (13, 15). Aus diesen Gründen konnte die Pupillometrie bei nichtherzchirurgischen Eingriffen zur Überwachung der Nozizeption validiert werden (16, 17) eKasten. Um die Opioiddosierung zu optimieren und gleichzeitig eine ausreichende und sichere Analgesie zu gewährleisten, sollte die Nozizeptionsmessung auch in der Kardioanästhesie eingesetzt werden.

Details zum Pupillary-Pain-Index (PPI)
eKasten
Details zum Pupillary-Pain-Index (PPI)

In der vorliegenden prospektiven randomisierten kontrollierten Studie wurde untersucht, inwieweit die Pupillometrie in der Herzchirurgie eingesetzt werden kann und von Nutzen ist. Dabei wurde die Hypothese aufgestellt, dass mittels pupillometriegesteuerter Analgesie eine individuell an die tatsächlichen Bedürfnisse der Patienten angepasste Opioidtherapie die postoperative Erholung verkürzen könnte, gemessen anhand einer kürzeren Extubationszeit auf der Intensivstation nach einer Herzoperation im Vergleich zur hausinternen Standardversorgung. Weitere Endpunkte waren die intraoperative Narkosetiefe, der Vasopressorverbrauch als Indikator für hämodynamische Stabilität, die Anwendung von Antihypertensiva als Indikator für vegetativen Stress, Inotropie, und andere Faktoren für die postoperative Erholung wie sekundäre Komplikationen, Analgetikaverbauch und postoperative Schmerzintensität.

Methoden

Die Studie wurde durch die lokale Ethikkommission genehmigt (Nr. 17–6017), prospektiv registriert (DRKS 00012329) und folgt den CONSORT-Empfehlungen. Nach schriftlichem Einverständnis von 64 wurden 57 Patienten, die sich einer elektiven Herzoperation mit Sternotomie unterzogen, zwischen Mai 2018 und Oktober 2019 randomisiert eingeschlossen. Ausschlusskriterien zeigt die eGrafik 1. Die Patienten und das gesamte Personal waren gegenüber der Studienhypothese und der Gruppenzuordnung verblindet, hinsichtlich letzterer galt das zusätzlich für den Statistiker. Weitere Angaben finden sich im eMethodenteil. Im Text werden die Daten als mittlere Differenz (MD) mit Konfidenzintervall (KI) für quantitative Variablen und als Häufigkeiten (Prozent; n/N/%) für kategoriale Variablen angegeben.

Flussdiagramm zu Studiendesign und Randomisierung
eGrafik 1
Flussdiagramm zu Studiendesign und Randomisierung

Ergebnisse

Patientencharakteristika

Alle Charakteristika der PPI-Gruppe (n = 32, männlich: 81 %, Alter: 68 ± 10,3 Jahre) und der Kontrollgruppe (n = 25, männlich: 68 %, Alter: 70 ± 10,4 Jahre) waren vergleichbar (Tabelle 1).

Demografische und klinische Patientendaten
Tabelle 1
Demografische und klinische Patientendaten

Primärer Endpunkt

Der primäre Endpunkt Extubationszeit unterschied sich zwischen den Gruppen (1,14 h [−0,99; 3,27], p = 0,592; Grafik 1a) nicht. Dieses eindeutige Ergebnis führte zu einem vorzeitigen Studienabbruch.

a) Extubationszeit (h), b) kumulative intraoperative Sufentanil- und c) Noradrenalin- Gabe (beide in µg) sowie d) Schmerzintensität 24 h und 48 h (NRS) nach Aufnahme auf die Intensivstation in der Kontroll- (blau, n = 25) und PPI-Gruppe (rot, n = 32)
Grafik 1
a) Extubationszeit (h), b) kumulative intraoperative Sufentanil- und c) Noradrenalin- Gabe (beide in µg) sowie d) Schmerzintensität 24 h und 48 h (NRS) nach Aufnahme auf die Intensivstation in der Kontroll- (blau, n = 25) und PPI-Gruppe (rot, n = 32)

Sekundäre Endpunkte

In beiden Gruppen wurden durchgehend niedrige PPI-Werte gemessen (1,1 ± 0,2, Median: 1, Bereich [1–1,7]). Das angestrebte PPI-Niveau von 3–4 wurde selten erreicht. In beiden Gruppen wurde ein ähnlicher maximaler Anstieg von 51,1 % im Zeitverlauf beobachtet (0,1 [−0,09; 0,08], F[21,82] = 1,16; p = 0,28; Grafik 2). Während der gesamten Operation ergaben die PPI-Werte, der Pupillendurchmesser und die -varianz keine Unterschiede zwischen den Gruppen, waren ohne große Ausreißer stabil und vor und nach Einsatz der Herz-Lungen-Maschine vergleichbar (Tabelle 2, eGrafik 2).

Zeitlicher Verlauf von BIS, PPI-Messungen und Sufentanildosis
Grafik 2
Zeitlicher Verlauf von BIS, PPI-Messungen und Sufentanildosis
Primäre und sekundäre Endpunkte
Tabelle 2
Primäre und sekundäre Endpunkte
Zeitverlauf der Pupillenvariation (%) und des Pupillendurchmessers (mm). Beide Variablen, dargestellt als Mittelwerte ± Standardab - weichungen, wurden alle 15 Minuten gemessen, zwischen Hautschnitt und -naht (mittlere Operationszeit 232,4 ± 60,2 min)
eGrafik 2
Zeitverlauf der Pupillenvariation (%) und des Pupillendurchmessers (mm). Beide Variablen, dargestellt als Mittelwerte ± Standardab - weichungen, wurden alle 15 Minuten gemessen, zwischen Hautschnitt und -naht (mittlere Operationszeit 232,4 ± 60,2 min)

Unter PPI-gesteuerter Analgesie wurde die Sufentanil-Dosierung kontinuierlich reduziert (F[21,82] = 21,91; p < 0,001; über die Zeit: p < 0,001; 0,48 [−0,5; −0,45]; p < 0,001, Grafik 2). Die PPI-gesteuerte Analgesie reduzierte die kumulative Sufentanil-Menge im Vergleich zu den Kontrollen um 47,2 % (162,87 µg [125,75; 199,98]; p < 0,001, ES: 2,48; Tabelle 2, Grafik 1b) und die mittlere Flussrate um 81,8 % nach Erreichen einer minimalen Dosis in der PPI-Gruppe oder einer stabilen Dosis in der Kontrollgruppe (-0,68 µg/kg/h [−0,7; −0,67]; p < 0,001, ES: 7,15).

Der BIS-Wert unterschied sich weder zwischen den Gruppen noch im Zeitverlauf (−0,64 [−3,4; 2,12]; F[21,82] = 0,81; p = 0,715; Grafik 2). Dementsprechend wurde innerhalb der PPI-Gruppe (r = 0,07, [−0,02; 0,16]) keine Korrelation zwischen dem BIS-Wert und dem PPI-Score (r = 0,02, [0,05; 0,09] Grafik 3) beobachtet. Gleichwohl benötigte die PPI-Gruppe um 56 % weniger Noradrenalin als die Kontrollgruppe (1 235,51 µg [321,91; 2 149,12]; p = 0,005, ES: 0,73; Grafik 1c).

PPI- und BIS-Messungen in der Kontroll- (blaue Punkte, n = 25) versus PPI-Gruppe (rote Quadrate, n = 32)
Grafik 3
PPI- und BIS-Messungen in der Kontroll- (blaue Punkte, n = 25) versus PPI-Gruppe (rote Quadrate, n = 32)

Die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (9,11 h [−32,29; 50,52]; p = 0,644) und im Krankenhaus (−0,41 d [−2,67; 1,84]; p = 0,754) unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht (Tabelle 2). Eine intraoperative Awareness wurde nicht berichtet. Innerhalb von 48 h postoperativ wurde eine deutliche Reduktion der Schmerzintensität um 45 % (2,11 NRS [0,93; 3,3]; p = 0,003, ES: 0,97, Grafik 1d) erhoben. Die „number needed to treat“ (NNT) zur Verhinderung postoperativer Schmerzintensitäten NRS > 3 nach Sufentanil-Reduktion betrug 5,3 (absolute Risikoreduktion: 19,3 %). Dieses Ergebnis stimmte mit den Werten für die Schmerzqualität nach 24 h und 48 h überein (Tabelle 2). Sensitivitätsanalysen ergaben keine Unterschiede mit Ausnahme des sensorischen SES-Wertes nach 48 h (Kontrollgruppe: 13,2 ± 4,4 vs. PPI: 11,6 ± 1,9; p = 0,078). Die weiteren postoperativen Endpunkte unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen (Tabelle 2).

Diskussion

Die Pupillometrie ist ein für die Kardioanästhesie geeignetes Verfahren zur Nozizeptionsmessung und reduziert den Sufentanil-Verbrauch um 81 % bei weiterhin stabiler Anästhesietiefe mit einer konsekutiven Abnahme des intraoperativen Noradrenalin-Verbrauchs um 56 % als Indikator für hämodynamische Stabilität bei unveränderter Inotropie ohne Anzeichen einer vegetativen Stressreaktion, was gleichzeitig zu einer 45 %igen Reduktion der postoperativen Schmerzintensität mit Prävention einer opioidinduzierten Hyperalgesie führt.

Die Pupillometrie spiegelt das individuelle Nozizeptions-Antinozizeptions-Gleichgewicht während einer Allgemeinanästhesie wider (5, 22, 23). Wir haben nun bewiesen, dass über die pupilläre Reflexdilatation mithilfe des „Pupillary-Pain-Index“ (PPI) einfach und praktikabel innerhalb weniger Sekunden Nozizeption in der Kardioanästhesie gemessen werden kann, selbst während einer normothermen extrakorporalen Zirkulation, bei der andere Verfahren der EKG-, EMG- und Pulskontur-basierten Analgesieüberwachung aufgrund von Kardioplegie und/oder neuromuskulärer Blockade versagen (24). Der sichere Einsatz der Pupillometrie wird durch eine stabile Anästhesietiefe ohne intraoperative Awareness bekräftigt.

Der primäre Endpunkt Extubationszeit blieb jedoch in beiden Gruppen vergleichbar, wobei sie sich noch knapp im Rahmen der Definitionsgrenze zur Fast-Track-Herzchirurgie von unter acht Stunden befand (4). Interessanterweise wurden hingegen die intraoperativen Sufentanil-Dosierungen und die Endpunkte der postoperativen Erholung durch die PPI-Steuerung positiv beeinflusst.

Die Kardioanästhesie mit niedrig dosierten Opioiden ist zu bevorzugen, da sie sicher (25) und kosteneffektiv ist (4, 25), die Extubationszeit (4, 25), die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (4) und die postoperative Schmerzintensität verringert (1) und möglicherweise eine Opioidabhängigkeit verhindert werden kann (26). In unserer Studie erscheint die die initiale Erwartung übertreffende Sufentanil-Reduktion ohne Verlust von hämodynamischer Stabilität oder Inotropie und ohne vermehrte vegetative Reaktionen bereits von Vorteil. Jedoch wurde angesichts der im Studienprotokoll vorgesehenen schrittweisen Reduktion um 0,05 µg/kg eine minimale Dosierung von 0,15 µg/kg/h vorgeschrieben, um eine intraoperative Awareness sicher zu vermeiden und gleichzeitig den Patienten keine potenziell vorteilhaften Opioidwirkungen vorzuenthalten; die PPI-Gruppe erhielt diese minimale Dosierungsstufe von 0,15 µg/kg/h hierdurch nur in weniger als einem Drittel der gesamten Operationszeit. Vorangegangene Studien verwendeten verschiedene Substanzen und Cut-off-Werte für niedrigdosierte Opioide, was die Vergleichbarkeit einschränkt. In einer kürzlich durchgeführten Metaanalyse führte die Definition eines Cut-off-Werts für die kumulative Niedrigdosis Sufentanil (hoch > 2 µg/kg, hoch-niedrig: 1–2 µg/kg, niedrig-niedrig: < 1 µg/kg) zu einer kürzeren Beatmungszeit (25). Demzufolge wurden die Kontrollgruppe hochdosiertem (3,5 µg/kg) beziehungsweise die PPI-Gruppe hoch-niedrig dosiertem Sufentanil (1,7 µg/kg) ausgesetzt. Nach Vorgaben dieser Metaanalyse (25) berechnet, erhielt die PPI-Gruppe dementsprechend nach Erreichen der minimalen Dosis niedrig-niedrige Dosierungen (0,96 µg/kg). In Übereinstimmung mit unseren Ergebnissen führte die Halbierung der kumulativen Opioidmengen, die jedoch im hohen Dosisbereich blieben, zu einer Verringerung des postoperativen Verbrauchs an Morphinäquivalenten und der Schmerzintensität bei vergleichbarer Extubationszeit (27). In einer anderen Studie mit ähnlichen Ergebnissen war die Reduktion von einem hohen zu einem fast hoch-niedrigen Dosisbereich vergleichbar mit unserem Dosierungsprotokoll (1). Manche Studien berichteten vermehrt von Nebenwirkungen und sekundären hämodynamischen und ischämischen Komplikationen (4, 28, 29). In unserer Studie deuten kontinuierlich niedrige PPI-Werte und fehlende unerwünschte Ereignisse (das heißt keine vermehrte intraoperative Hypertonie, keine intraoperative Awareness und keine postoperativen Komplikationen) darauf hin, dass ein Nozizeptionsmonitoring zur Definierung eines sicheren Cut-off-Wertes für tatsächlich niedrige Opioidmengen in der Kardioanästhesie hilfreich sein könnte.

Unsere Ergebnisse demonstrieren, dass die Grenzwerte für niedrige Dosierungen in den meisten Studien, ebenso in der unseren, nach wie vor zu hoch waren, um die ursprünglich angestrebten PPI-Werte zu erzielen. Deswegen ist die ideale Opioiddosis in der Kardioanästhesie sogar im niedrig-niedrigen Dosisbereich (< 1 µg/kg) zu erwarten (25). Alternativ gibt es Hinweise, dass auch eine opioidfreie Kardioanästhesie mit Ketamin möglich ist, aber das Nozizeptismontoring zur Evaluierung dieses Vorgehens (8) wurde bisher nur mit der PRD für nichtkardiochirurigische Eingriffe validiert (30, 31). Mit dem von uns festgelegten Sufentanil-Minimum blieb der PPI-Wert indessen niedrig, was möglicherweise auf eine relevante Sufentanil-Akkumulation hinweist (10). Diese Theorie erfordert jedoch Messungen der Serumkonzentrationen (32). Die Infusion der in dieser Studie minimal erzielten Dosis kombiniert mit einem niedrig dosierten Bolus zur Narkoseinduktion könnte als Ausgangswert für zukünftige Studien zu optimalen PPI-Zielwerten und einem signifikanten Unterschied der Endpunkte zur postoperativen Erholung, wie der Extubationszeit, führen. Folglich ist eine randomisierte Studie ohne Beschränkungen der Opioidreduktion mittels PPI zur Steuerung der Analgesie indiziert.

Im ungünstigsten Fall kann die PRD durch die anfänglich hohen Sufentanil-Dosierungen beeinträchtigt worden sein, wie zuvor durch sehr hohe Alfentanil-Dosierungen gezeigt wurde (33). Angesichts unserer genutzten Surrogatparameter für eine stabile Narkose über die gesamte Operationszeit von 6,5 h, während der wir keine intraoperative Awareness bei kontinuierlich adäquater Sedierungstiefe ohne hämodynamische Instabilität oder vegetativen Stress beobachteten, sind die Autoren von der Validität der PPI-Werte überzeugt.

Niedrige intraoperative Opioidmengen vermeiden eine opioidinduzierte Hyperalgesie (22) und folglich auch die Entstehung chronischer postoperativer Schmerzen. Dies wurde durch niedrigere postoperative Schmerzintensitäten in der PPI-Gruppe bestätigt, obwohl der postoperative Analgetikaverbrauch sich nicht unterschied; dies ist allerdings auf ein fehlendes individuelles Schmerzmanagement auf der Intensivstation zurückzuführen.

Die Notwendigkeit einer Vasopressortherapie ist mit einem frühen negativen Outcome nach herzchirurgischen Eingriffen assoziiert (34). Obwohl hochdosierte Opioide nicht als Risikofaktor für einen niedrigen systemischen Gefäßwiderstand in der Herzchirurgie angesehen werden (35), führte die allmähliche Opioidreduktion in der PPI-Gruppe interessanterweise zu einer gleichzeitigen relevanten Abnahme des NoradrenalinVerbrauchs.

Limitationen

Die von vornherein geplante Zwischenanalyse widersprach den Erwartungen hinsichtlich der Unterschiede der Extubationszeit – welche sich als indirekter Parameter mit Verzerrungspotenzial herausstellte – und rechtfertigte durch die gruppensequenzielle Analyse mit hoher Gewissheit schon nach nur der Hälfte der geplanten Patienten einen vorzeitigen Studienabbruch, ohne je einen signifikanten Unterschied zu erreichen. Wobei gleichzeitig die p-Werte für Unterschiede der meisten klinisch relevanten sekundären Endpunkte aufgrund des Erreichens von p < 0,005, angepasst nach O‘Brien Fleming, als höchst aussagekräftig bestätigt wurden. Die Studienergebnisse führten zu einer sofortigen Reduktion der Opioide in unserer Standardversorgung. Dementsprechend wurde die errechnete Stichprobengröße nicht erzielt und die Gruppengrößen blieben mit einer unausgewogenen Geschlechterverteilung kleiner. Folglich sollten trotz offensichtlicher klinischer Relevanz die sekundären Endpunkte (zum Beispiel Sufentanil-Dosierung, Awareness, Hämodynamik) aufgrund der unzureichenden Stichprobengrößen vorsichtig interpretiert werden. Aus diesem Grund entschieden die Autoren PONV, nicht wie ursprünglich geplant, als primären Endpunkt zu analysieren. Zukünftige Studien sollten sich auf diese Endpunkte fokussieren.

Zusammenfassend kann die Pupillometrie zum Nozizeptionsmonitoring trotz der Komplexität der Kardioanästhesie empfohlen werden, da sie sicher und effektiv einsetzbar ist und zu einer rationalen Reduktion intraoperativer Opioidmengen führt. Dies ist notwendig, da die im Niedrigdosisbereich eingesetzten Opioide noch immer nicht niedrig genug erscheinen und durch die Verwendung des PPI noch weiter reduziert werden können. Die drastische Reduzierung des Sufentanil-Verbrauchs ohne veränderte Anästhesietiefe oder Auftreten intraoperativer Awareness war im Vergleich zu einem Standardopioidschema hinsichtlich intraoperativer hämodynamischer Stabilität und der Prävention postoperativer Hyperalgesie überlegen.

Dieses Manuskript ist Teil der Doktorarbeit von Felix Bartholmes.

Vorläufige Ergebnisse wurden als Abstract und Vortrag auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin ‚DAC 2019‘ in Leipzig, Deutschland, vom 9. bis 11. Mai 2019 präsentiert.

Diese Forschungsarbeit wurde nicht durch Drittmittel oder Sponsorengelder gefördert.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 19. 12. 2019, revidierte Fassung angenommen: 27. 5. 2020

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. med. Christine H. Meyer-Frießem
BG-Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin
Bürkle-de-la-Camp Platz 1, 44789 Bochum
meyer-friessem@ains-bergmannsheil.de

Zitierweise
Bartholmes F, Malewicz NM, Ebel M, Zahn PK, Meyer-Frießem CH: Pupillometric monitoring of nociception in cardiac anesthesia—a randomized controlled study. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 833–40. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0833

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
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eMethodenteil, eGrafiken, eKasten:
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Intensiv- und Schmerzmedizin: Felix Bartholmes, Dr. med. Nathalie M. Malewicz, Melanie Ebel,
Prof. Dr. med. Peter K. Zahn, PD Dr. med. Christine H. Meyer-Frießem
a) Extubationszeit (h), b) kumulative intraoperative Sufentanil- und c) Noradrenalin- Gabe (beide in µg) sowie d) Schmerzintensität 24 h und 48 h (NRS) nach Aufnahme auf die Intensivstation in der Kontroll- (blau, n = 25) und PPI-Gruppe (rot, n = 32)
Grafik 1
a) Extubationszeit (h), b) kumulative intraoperative Sufentanil- und c) Noradrenalin- Gabe (beide in µg) sowie d) Schmerzintensität 24 h und 48 h (NRS) nach Aufnahme auf die Intensivstation in der Kontroll- (blau, n = 25) und PPI-Gruppe (rot, n = 32)
Zeitlicher Verlauf von BIS, PPI-Messungen und Sufentanildosis
Grafik 2
Zeitlicher Verlauf von BIS, PPI-Messungen und Sufentanildosis
PPI- und BIS-Messungen in der Kontroll- (blaue Punkte, n = 25) versus PPI-Gruppe (rote Quadrate, n = 32)
Grafik 3
PPI- und BIS-Messungen in der Kontroll- (blaue Punkte, n = 25) versus PPI-Gruppe (rote Quadrate, n = 32)
Demografische und klinische Patientendaten
Tabelle 1
Demografische und klinische Patientendaten
Primäre und sekundäre Endpunkte
Tabelle 2
Primäre und sekundäre Endpunkte
Flussdiagramm zu Studiendesign und Randomisierung
eGrafik 1
Flussdiagramm zu Studiendesign und Randomisierung
Zeitverlauf der Pupillenvariation (%) und des Pupillendurchmessers (mm). Beide Variablen, dargestellt als Mittelwerte ± Standardab - weichungen, wurden alle 15 Minuten gemessen, zwischen Hautschnitt und -naht (mittlere Operationszeit 232,4 ± 60,2 min)
eGrafik 2
Zeitverlauf der Pupillenvariation (%) und des Pupillendurchmessers (mm). Beide Variablen, dargestellt als Mittelwerte ± Standardab - weichungen, wurden alle 15 Minuten gemessen, zwischen Hautschnitt und -naht (mittlere Operationszeit 232,4 ± 60,2 min)
Details zum Pupillary-Pain-Index (PPI)
eKasten
Details zum Pupillary-Pain-Index (PPI)
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