ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2020Methodenbewertung: G-BA stellt PET-CT-Bewertungsverfahren ein

AKTUELL

Methodenbewertung: G-BA stellt PET-CT-Bewertungsverfahren ein

Haserück, André

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die PET-CT soll weiterhin Thema im G-BA bleiben, versichert das Gremium. Foto: Science Photo Library/Gustoimages
Die PET-CT soll weiterhin Thema im G-BA bleiben, versichert das Gremium. Foto: Science Photo Library/Gustoimages

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, alle laufenden Methodenbewertungsverfahren zur diagnostischen Kombination aus Positronen-Emissions-Tomografie und Computertomografie (PET-CT) einzustellen. Mit dem Beschluss habe der G-BA eine über 14-jährige Hängepartie beendet, sagte Dr. med. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA. Eine Leistungseinschränkung sei damit nicht verbunden. „Der Möglichkeit, Selektivverträge zwischen PET/CT-Anbietern und Krankenkassen abzuschließen, steht nun auch rechtlich nichts mehr entgegen“, so Lelgemann. Die Patientenvertretung im G-BA hatte den Beschluss als falsche Entscheidung kritisiert. Man habe sich gegen die Einstellung der Beratung ausgesprochen und Anträge auf Einschluss der PET-CT Untersuchungen bei zunächst drei Indikationen gestellt, die in deutschen S3-Leitlinien empfohlen werden, sagte Martin Danner, Sprecher der Patientenvertretung. Mit der Entscheidung des G-BA werde ein Status quo erhalten, der für die Patientenvertretung inakzeptabel sei, da er entgegen der Leitlinienempfehlungen zu einer restriktiven Anwendung der PET-CT-Diagnostik führen werde. Außer bei einigen wenigen positiv beschiedenen Indikationen werde die Untersuchung nur auf Antrag oder über ambulante spezialfachärztliche Versorgungszentren durch die Kassen vergütet. Bestehende Genehmigungsverfahren und Vergütungen seien intransparent und führten zu einer „unzumutbaren Ungleichbehandlung“, so die Patientenvertretung. Bei der PET-CT sei die ganz wesentliche Frage, ob sich aus den Aufnahmen bessere Therapieentscheidungen für die Patienten ergeben, derzeit für viele Indikationen noch nicht durch Studien beantwortet, betonte hingegen Lelgemann. Ein Nutzennachweis stelle aber die Voraussetzung für die Aufnahme in den Regelleistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung dar. Deshalb habe der G-BA zugesagt, in naher Zukunft zu prüfen, bei welchen Methoden unter Einsatz der PET-CT eine Bewertung anzustoßen wäre. aha

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote