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GOÄ-Ratgeber: (Erst-)Verordnung nach SAPV

Pieritz, Anja

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Die Berechnung palliativmedizinischer Beratungs-, Untersuchungs- und weiterer Leistungen nach der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) wurde in den beiden GOÄ-Ratgebern „Palliativmedizinische Versorgung I“ und „Palliativmedizinische Leistungen II“ in Heft 14 und 16/2011 erläutert.

Eine adäquate palliativmedizinische Versorgung liegt uns allen am Herzen. Dazu gehört unter anderem auch die Verordnung der notwendigen Versorgung. Der „Verordnungsbogen spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV)“ wird vom Arzt ausgefüllt, die Erkrankung, die Ausprägung und die Symptome entsprechend beschrieben sowie Art und Umfang der notwendigen SAPV entsprechend dargelegt.

Im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) wurde mit der Nr. 01425 „Erstverordnung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung [SAPV] gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses nach § 37b SGB V“ eine Leistung für das Ausfüllen der Erstverordnung geschaffen. Diese ist mit 27,80 € vergütet. Für die „Folgeverordnung zur Fortführung der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung gemäß der Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses nach § 37b SGB V“ wurde die Nr. 01426 EBM eingeführt, die mit 16,70 € vergütet wird.

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Um die Erstverordnung einer SAPV nach GOÄ zu vergüten, wäre der analoge Ansatz der Nr. 78 GOÄ denkbar. Die Kommentatoren nach Brück et al. (Rdnr. 5 zur Nr. 78 GOÄ, Seite 346.14) halten den analogen Ansatz der Nr. 78 GOÄ in dem Fall für möglich, wenn die Schwierigkeit der Erstellung eines solchen Behandlungsplans mit den in der Leistungslegende zu Nr. 78 genannten Anlässen vergleichbar sei. Beispielhaft werden dort eine schwere rheumatische Erkrankung oder die Versorgung im Rahmen der Palliativmedizin genannt.

Die Nr. 78 GOÄ führt mit dem 2,3-fachen Gebührensatz zu einer Vergütung von 24,13 €. Ist im Einzelfall das Erstellen einer Erstverordnung für SAPV bei einem Patienten deutlich schwieriger oder zeitaufwändiger, so kann dies durch angemessene Anhebung des Gebührensatzes oberhalb des 2,3-Fachen ausgeglichen werden. Die Berechnung beispielsweise mit dem 2,65-fachen Gebührensatz (ergibt 27,80 €) oder mit dem 3,0-fachen Gebührensatz (entspricht 31,48 €) erfordert eine patientenindividuelle Begründung auf der Rechnung.

Die Folgeverordnung einer SAPV könnte auch nach der Nr. 78 GOÄ analog erfolgen. Hier käme, je nach patientenindividuellem Aufwand, ggf. auch ein Gebührensatz unterhalb des Schwellenwertes infrage. Bei einem 1,6-fachen Gebührensatz würde sich ein Betrag von 16,79 € ergeben. Dr. med. Anja Pieritz

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