szmtag Melkerknoten (Pseudokuhpocken) bei Patientin nach Kalbsbiss
ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2020Melkerknoten (Pseudokuhpocken) bei Patientin nach Kalbsbiss
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Eine 48-jährige Patientin stellte sich mit zwei erythematösen, leicht schmerzhaften Nodi am Daumen vor. Diese hatten sich innerhalb von drei Wochen nach komplikationsloser Restitutio zweier Wunden nach einem Kalbsbiss entwickelt. Im trüben Punktat wurden mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) Parapoxviren nachgewiesen. Diese Viren verursachen, wie in diesem Fall, den durch Rinder übertragenen Melkerknoten (Paravakzinevirus) und das durch Schafe und Ziegen übertragene Ecthyma contagiosum (Orf-Virus). Beide Erkrankungen verlaufen ähnlich, sind weltweit verbreitet und werden entweder direkt von infizierten Tieren oder indirekt über Umweltkontamination in Hautläsionen der Epidermis übertragen, wo sie die typischen makulopapulösen Hautsymptome verursachen. Diese heilen, wie bei unserer Patientin, ohne Therapie in etwa zwei Monaten narbenlos aus. Nichtsdestotrotz ist die Kenntnis dieser benignen Erkrankungen wichtig, um sie differenzialdiagnostisch von behandlungsbedürftigen Erkrankungen wie Tularämie oder Anthrax zu unterscheiden, die klinisch ähnlich imponieren können. Weiterhin kann es bei Immunsupprimierten zu schwerwiegenden Verläufen kommen. Eine Häufung dieser Infektionen findet sich alljährlich beim Eid al-Adha, dem islamischen Opferfest.

Dorian Marckmann, Dr. med. univ. Andreas Frasnelli, Spitalzentrum Oberwallis, Visp, Schweiz, dorian@marckmann.eu

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Marckmann D, Frasnelli A: Milker‘s nodule (pseudocowpox) in a female patient following a calf bite.
Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 870. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0870b

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote

    Serie Der klinische Schnappschuss