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ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2020Influenza: STIKO empfiehlt Hochdosisimpfstoff bereits ab 60 Jahren

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Influenza: STIKO empfiehlt Hochdosisimpfstoff bereits ab 60 Jahren

Meyer, Rüdiger

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Der Hochdosisimpfstoff ist nach Ansicht der STIKO nach Abwägung von Vor- und Nachteilen sinnvoll. Foto: picture alliance/dpa/Bernd Wüstneck
Der Hochdosisimpfstoff ist nach Ansicht der STIKO nach Abwägung von Vor- und Nachteilen sinnvoll. Foto: picture alliance/dpa/Bernd Wüstneck

Hochdosisimpfstoffe können Senioren besser vor einer Grippe schützen als konventionelle Impfstoffe. Zu dieser Einschätzung gelangt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) im Epidemiologischen Bulletin (2021; 1: 3–24). Die Experten empfehlen die neuen Impfstoffe, die die vierfache Antigendosis enthalten, für Personen ab 60 Jahren – vorbehaltlich einer noch ausstehenden Zulassung für die Altersgruppe von 60 bis 64 Jahren. Grundlage der Empfehlung ist ein Technical Report, den das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) kürzlich veröffentlicht hat. Die ECDC hatte die irische Health Information and Quality Authority (HIQA) mit einem Review von vier weiterentwickelten Influenzaimpfstoffen beauftragt. Neben dem Hochdosisimpfstoff (Efluelda/Fluzone HD Quadrivale) waren auch ein MF-59-adjuvantierter Impfstoff (Fluad Tetra), ein zellkulturbasierter Impfstoff (Flucelvax Tetra) und ein rekombinanter Impfstoff (Supemtek/Flublok Quadrivalent) Gegenstand des Reviews. Im Ergebnis ist nach Einschätzung der STIKO derzeit die Evidenzlage für den Hochdosisimpfstoff am besten. Sie beruht auf den Ergebnissen einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) und acht nicht randomisierten Studien. In der RCT wurde die Zahl der laborbestätigten Influenzaerkrankungen um 24 Prozent stärker gesenkt als mit konventionellen Impfstoffen. Die Zahl der Hospitalisierungen und die Zahl der schweren kardiorespiratorischen Ereignisse und der Pneumonien wurden verringert. Der besseren Schutzwirkung steht ein Anstieg der Lokalreaktionen, der Schmerzhäufigkeit, der Fieberhäufigkeit sowie ein geringfügig erhöhtes Risiko auf ein Guillain-Barré-Syndrom gegenüber. Hier besteht aus Sicht der STIKO weiterer Prüfbedarf. In einer Transmissionsmodellierung kommt die STIKO zu dem Ergebnis, dass eine zusätzliche Senkung der laborbestätigten Influenzaerkrankungen um 15 Prozent in einer durchschnittlichen Grippesaison in Deutschland 111 632 Grippeinfektionen, 74 682 symptomatische Erkrankungen, 23 013 Arztkonsultationen, 314 Hospitalisierungen und 163 Todesfälle zusätzlich verhindern könnte. In einer starken Saison könnten es auch 767 Hospitalisierungen weniger und 564 Todesfälle weniger sein. rme

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