ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2020Elektronische AU: Kein umsichtiger Umgang
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Die erneute, wenn auch zunächst wieder zeitlich befristete Möglichkeit der telefonischen Feststellung von Arbeitsunfähigkeit in Eigenbegutachtung durch die/den Patienten bedarf einiger kritischer Ergänzungen. Die Ausstellung von Arbeitsunfähigkeit ist das kürzeste ärztliche Gutachten, bei welchem lediglich eine Diagnose steht. Diese kann nur durch Untersuchung mit dem Ausfall der Arbeitsfähigkeit kongruent sein, sodass die Regelung nicht zulässig ist. Solange es nur die ohnehin schon schwer gebeutelten Arbeitgeber trifft, haben auch die Krankenkassen nichts dagegen. Es muss schon ein Verdacht auf COVID-19 bei entsprechenden Symptomen vorliegen. Also muss zwingend die entsprechende Testung erfolgen, die im positiven (eigentlich negativen) Fall das Gutachten ersetzen kann.

Die Patientinnen und Patienten sind mit selbst attestierten AU keineswegs umsichtig mit ihrem Privileg umgegangen. Demnächst können die Patienten sich selbst die Unfallrente und Rente wegen Erwerbsunfähigkeit genehmigen. Corona machtʼs möglich. Ein Schlag ins Gesicht für uns Gutachter. Harmlose Mitnahmeeffekte.

Dr. med. Wolf-Jürgen Schwerdtner, 14167 Berlin

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