szmtag Kataraktoperation: Leichte Vorteile für den Femtosekundenlaser gegenüber der Phakoemulsifikation
ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2020Kataraktoperation: Leichte Vorteile für den Femtosekundenlaser gegenüber der Phakoemulsifikation

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Kataraktoperation: Leichte Vorteile für den Femtosekundenlaser gegenüber der Phakoemulsifikation

Gerste, Ronald D.

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Foto: picture alliance/Burger Phanie
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In der operativen Behandlung der meist altersbedingten Linsentrübung, der Katarakt, ist die Phakoemulsifikation Standard. Die Linsenkapsel wird manuell eröffnet, der Linsenkern mit Ultraschall zerlegt und abgesaugt und eine Intraokularlinse implantiert.

Alternativ können die Eröffnung und die Fragmentierung der Linse mit dem Femtosekundenlaser erfolgen (LCS, Laser Cataract Surgery). Für die vollständige Zerlegung des Linsenkerns ist nur wenig und zum Teil auch gar keine Ultraschallenergie notwendig.

Forscher der Universitätsaugenkliniken Frankfurt am Main und München haben jetzt eine Meta-analyse zu Wirksamkeit und Sicherheit beider Verfahren vorgelegt, die sich von früheren Arbeiten durch die Aufnahme einiger aussagekräftiger retrospektiver Studien unterscheidet und hohe Qualitätskriterien an deren Einschluss setzte.

Es wurden 73 Untersuchungen berücksichtigt. In diesen Publikationen waren 12 769 Augen mit dem Femtosekundenlaser und 12 274 Augen per Phakoemulsifikation operiert worden. Bei den visuellen Resultaten fanden sich kurzfristig (1 Woche nach der Operation) keine signifikanten Unterschiede, bei mittelfristigen Untersuchungen, also nach 1–3 Monaten, war der unkorrigierte Fernvisus nach LCS leicht besser, die Größenordnung von knapp 0,05 logMAR sei allerdings nicht klinisch bedeutsam. Bei den ausschließlich randomisierten kontrollierten Studien war der Unterschied zugunsten des Lasers etwas ausgeprägter. Die Abweichung von der Zielrefraktion war nach Laserkataraktchirurgie im mittelfristigen Nachbeobachtungszeitraum leicht geringer.

Der oft deutlich geringere Einsatz an Ultraschallenergie wird im Allgemeinen vor allem dann als Vorzug bewertet, wenn Augen mit geschädigter Hornhaut aufgrund von Befunden wie Fuchs’scher Endotheldystrophie und Cornea guttata kataraktoperiert werden. Bezüglich der Häufigkeit des zystoiden Makulaödems und eines akuten postoperativen Druckanstiegs fanden sich keine signifikanten Unterschiede. Der einzige Parameter, bei dem der Laser etwas schlechter abschnitt, war die Häufigkeit der intraoperativen Vorderkapselruptur mit 0,97 % gegenüber 0,20 % bei reiner Phakoemulsifikation.

Fazit: „Die Kataraktoperation mit dem Femtosekundenlaser ist für Augen mit bestimmten Operationszielen wie der Premiumlinsen-Versorgung oder der Schonung der Hornhaut offenbar der reinen Phakoemulsifikation überlegen“, kommentiert Prof. Dr. med. Burkhard Dick, Direktor der Universitätsaugenklinik Bochum. „Beide Operationstechniken sind allerdings bereits auf einem vergleichbar sehr hohen Niveau in puncto Sicherheit und Ergebnisqualität, sodass es offenbar bei sonst gesunden Augen schwierig ist, klinisch relevante Unterschiede zu detektieren“, erläutert Dick. Dr. med. Ronald D. Gerste

Kolb C, Shajari M, Mathys L, et al.: Comparison of femtosecond laser-assisted cataract surgery and conventional cataract surgery: meta-analysis and systematic review. J Cataract Refract Surg 2020. DOI: 10.1097/j.jcrs.0000000000000228.

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