szmtag COVID-19: Neue S2k-Leitlinie gibt Empfehlungen zur stationären Therapie
ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2020COVID-19: Neue S2k-Leitlinie gibt Empfehlungen zur stationären Therapie

MANAGEMENT

COVID-19: Neue S2k-Leitlinie gibt Empfehlungen zur stationären Therapie

Eckert, Nadine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Empfehlungen erweitern die bisherige intensivmedizinische S1-Leitlinie um den gesamtstationären Bereich. Foto: corona/picture alliance/dpa/Kay Nietfeld
Die Empfehlungen erweitern die bisherige intensivmedizinische S1-Leitlinie um den gesamtstationären Bereich. Foto: corona/picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Eine neue S2k-Leitlinie gibt Empfehlungen zur stationären Therapie von Patientinnen und Patienten mit COVID-19. Sie erweitert die bereits seit März 2020 vorliegende intensivmedizinische S1-Leitlinie um den gesamtstationären Bereich und bietet damit erstmals eine ganzheitliche und fächerübergreifende Handlungsanweisung.

Die Leitlinie umfasst Empfehlungen über den gesamten Verlauf der stationären Behandlung – von der Aufnahme und Diagnostik über die Therapie bis hin zum weiteren Krankheitsverlauf. Darüber hinaus wurden viele andere Aspekte wie Besonderheiten bei pädiatrischen Patienten, ethische und palliativmedizinische Aspekte berücksichtigt.

Anzeige

Die Leitlinie definiert, wann eine stationäre und wann eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich ist. „Bei Patienten mit ausgeprägter Atemnot, deutlich erhöhter Atemfrequenz und Abfall der Sauerstoffsättigung ist eine Verlegung auf die Intensivstation angezeigt. Die Leitlinie gibt dem Klinikpersonal bereits für diese Phase Empfehlungen an die Hand“, sagte Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).

Die DGIIN sowie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) waren federführend an der Erstellung der neuen Leitlinie beteiligt. Elf weitere Fachgesellschaften haben mitgewirkt.

Im Verlauf der COVID-19-Erkrankung kann es zu einer hypoxämischen respiratorischen Insuffizienz, also Problemen beim Gasaustausch in der Lunge, kommen. Die Leitlinie hält fest, wann welche Form der Atemunterstützung und wann eine Intubation und mechanische Beatmung zum Einsatz kommt. Die invasive Beatmung und wiederholte Bauchlagerung seien dabei wichtige Elemente in der Behandlung von schwerst erkrankten COVID-19-Patienten.

Ein wichtiges Kapitel befasst sich mit der medikamentösen Therapie. „Zu Beginn der Pandemie wurden weltweit verschiedenste Substanzen ohne klare Datenlage eingesetzt“, so Dr. med. Christoph Spinner, Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie. „Wir legen den aktuellen Stellenwert der eingesetzten Medikamente in der Leitlinie ausführlich dar, eine Sterblichkeitsreduktion konnte bisher nur für Dexamethason bei schwer kranken Patienten nachgewiesen werden.“

Entscheidend sei zudem, dass Hygieneregeln eingehalten werden. So empfiehlt die Leitlinie die strikte Einhaltung der Basishygiene einschließlich der Händehygiene sowie das korrekte Tragen von adäquater Schutzausrüstung. nec

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen:

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote