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Gliolan® bei Verzögerungen der Operation von Gliomen – 5-Aminolävulinsäure (5-ALA, Gliolan®) ist zur Visualisierung von Tumorgewebe während der Operation maligner Gliome (WHO Grad III und IV) zugelassen. Wie lange eine verwertbare Fluoreszenz mit hohem Kontrast in Tumorzellen anhält, ist nicht bekannt. Gemäß Fachinformation werden die höchsten Plasmaspiegel 4 Stunden nach der oralen Gabe erreicht und nehmen dann ab.

In der Regel besteht wenigstens für 9 Stunden ein klarer Kontrast für die Visualisierung von Tumorgewebe unter blau-violettem Licht. Wenn sich der OP-Beginn um mehr als 12 Stunden verschiebt, sollte der Eingriff ganz auf den nächsten Tag oder später verschoben werden. 2 bis 4 Stunden vor der Narkose kann dann eine weitere Dosis eingenommen werden.

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Auch bei Metastasen, Entzündungen, ZNS-Infektionen, Lymphomen, reaktiven Veränderungen oder nekrotischem Gewebe kann Fluoreszenz auftreten und ist dann kein Hinweis auf Gliomzellen. Nicht fluoreszierendes Gewebe schließt umgekehrt nicht aus, dass dennoch Tumorzellen vorhanden sind. mls

Quelle: Arzneimmittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 2020–69

Nasales Glukagon Baqsimi® positiv bewertet – Diabetes-Patienten sowie deren Angehörige sollten auf den Notfall vorbereitet sein. Diabetologen und Hausärzte schulen ihre Patienten daher zum Verhalten bei einer (schweren) Hypoglykämie und verordnen zudem meist ein Glukagonpräparat.

Eine aktuelle Umfrage von DocCheck und Lilly unter 40 Diabetologen und 40 Hausärzten zeigt, dass das nasal zu applizierende Glukagon Baqsimi® (Lilly), das seit einem halben Jahr zur Verfügung steht, bisher sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten auf hohe Akzeptanz stößt. 2/3 der Befragten Ärzte hatten das Präparat bereits verordnet.

Der entscheidende Vorteil der nasalen Applikation sei die schnelle und einfache Anwendung, die ohne eine Injektion auskommt, und damit sowohl für Betroffene als auch für Helfer eine geringere Hemmschwelle darstellt. Daher verordnen die meisten in der Erhebung befragten Ärzte das nasale Glukagon (46 %), nur 38 % die Injektionslösung.

Für 81 % der befragten Ärzte stellt das nasale Glukagon die Präferenz von Betroffen dar, was meist mit einer Reduzierung der Angst vor einer potenziellen Notsituation verbunden sei. 40 % gaben an, dass Baqsimi® einzelnen ihrer Patienten bereits in einer realen Notsituation verabreicht wurde. mr

Quelle: Pressemitteilung Lilly Deutschland GmbH, 10. November 2020

Lungenkrebs: Blockade von Interleukin 1 beta vielversprechend – In der Behandlung des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) zeichnen sich weitere Fortschritte ab. Die Immuntherapie habe die Optionen substanziell verbessert. Um den nächsten Schritt gehen zu können, sei das Verständnis der Resistenzentstehung essenziell, erklärte Prof. Dr. med. Martin Reck, Chefarzt an der LungenClinic Großhansdorf, beim Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO).

Eine entscheidende Rolle spielt dabei eine chronische Entzündung im Tumormikromilieu, die durch Interleukin 1 beta gefördert wird. Das Zytokin sei an allen relevanten Prozessen der Tumorgenese und Metastasierung beteiligt und bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs häufig überexprimiert, so Reck.

Canakinumab (Ilaris®, Novartis) ist ein zielgerichteter Hemmer von Interleukin 1 beta und wird derzeit im CANOPY-Studienprogramm untersucht. Auch deutsche Zentren sind beteiligt. Am weitesten fortgeschritten ist eine Studie mit Canakinumab plus Docetaxel nach Versagen einer Immuntherapie. Erste Ergebnisse hierzu sind vermutlich im nächsten Jahr zu erwarten. as

Quelle: Virtuelles Symposium „Therapiemanagement moderner Ansätze in der Behandlung von Brust- und Lungenkrebs“, 19. November 2020; Veranstalter: Novartis

Eosinophiles Asthma: Absetzen von Mepolizumab vermeiden – Asthma bronchiale zählt zu den Erkrankungen, bei denen überhöhte Konzentrationen an eosinophilen Granulozyten eine wichtige Rolle spielen können. Der Grenzwert für ein schweres eosinophiles Asthma liegt bei 150 Zellen/µl.

Bei der Reifung der Eosinophilen und ihrer Freisetzung aus dem Knochenmark spielt das Zytokin Interleukin 5 (IL-5) eine zentrale Rolle, erläuterte Dr. med. Justus de Zeeuw, niedergelassener Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde in Köln, auf einer Veranstaltung von GSK.

Der humanisierte monoklonale IgG1-Antikörper Mepolizumab (Nucala®, GSK) verhindert die Bindung von IL-5 an die Eosinophilen. Dies führt zur Hemmung der IL-5-Signaltransduktion und zur Verringerung der Eosnophilen-Konzentration. In Studien führte Mepolizumab zu einer stärkeren Senkung der Exazerbationsrate als Placebo, zur Einsparung von oralen Kortikosteroiden und zur Erhöhung des FEV.

Das deckt sich nach Angaben von de Zeeuw mit den Erfahrungen in seiner täglichen Praxis. Zudem könne der Antikörper in der Dauertherapie eingesetzt werden, denn das Sicherheitsprofil sei exzellent. Jedoch könne das Absetzen von Mepolizumab zu Erhöhung der Exazerbationsraten und der Eosinophilenzahlen sowie zu einer schlechteren Asthmakontrolle führen. Das habe die COMET-Studie (NCT02555371) gezeigt. Setzt man das Medikament erneut wieder an, waren diese Prozesse jedoch reversibel. CB

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „Eosinophiles Asthma im Praxisalltag: Differenzieren, therapieren und managen“, 19. November 2020; Veranstalter. GSK

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