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ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2020Approbationsordnung: Fokussierung auf das Notwendige

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Approbationsordnung: Fokussierung auf das Notwendige

Kipp, Markus

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat einen Entwurf für die neue Ärztliche Approbationsordnung vorgelegt (DÄ 48/2020: „Neue Approbationsordnung 2025“ von Eva Richter-Kuhlmann).
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Etwa vier Jahre nach Verabschiedung des Masterplans Medizinstudium 2020 hat das Bundesministerium für Gesundheit nun den Referentenentwurf für eine neue Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) vorgelegt. Die Bemühungen des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums basieren auf dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD aus dem Jahr 2018. Dort heißt es: „Wir wollen die Umsetzung des „Masterplans Medizinstudium 2020“ zur Neustrukturierung und Verbesserung der Medizinerausbildung, zur Stärkung der Allgemeinmedizin, zur Anpassung des Zulassungsverfahrens und zur besseren flächendeckenden hausärztlichen Versorgung gerade in ländlichen Regionen eng begleiten.“ Während der Coronapandemie ist vor allem eines deutlich geworden: Die Bundesrepublik Deutschland verfügt im weltweiten und europäischen Vergleich über ein sehr gut aufgestelltes Gesundheitssystem, bildet exzellente Ärztinnen und Ärzte aus und kann sich glücklich schätzen, hervorragende Wissenschaftler/innen für den Standort Deutschland gewonnen zu haben. An der Entwicklung neuer Impfstoffe sind in Deutschland ansässige Unternehmen entscheidend beteiligt.

Die Pandemie war und ist ein Stresstest für unser Gesundheitssystem. Eine Stärkung der Gesundheitsämter, Steigerung der Attraktivität von Pflegeberufen oder die zumindest teilweise Rückverlagerung der Produktion von systemrelevanten Gesundheitsprodukten nach Deutschland sind wichtige Punkte, die mit voller Kraft politisch umgesetzt werden sollten.

Eines benötigen wir jedoch nicht: eine bessere ärztliche Ausbildung. Diese war und ist an deutschen Universitäten exzellent und wird durch eine neue Approbationsordnung auch nicht besser werden! Informationen des medizinischen Fakultätentages zufolge sind mit einmaligen Transformationskosten von rund 130 Millionen Euro und dauerhaften Mehrkosten von 22 000 bis 28 000 Euro pro Erstsemester-Studienplatz und Jahr zu rechnen. Die Umsetzung der geplanten neuen ÄApprO wird personelle und finanzielle Ressourcen binden, die vor allem in und nach Pandemiezeiten an anderer Stelle dringend benötigt werden.

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Ich fordere deswegen die grundlegende Überarbeitung des Gesetzentwurfes mit Fokussierung auf das gesundheitspolitisch dringend Notwendige.

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Markus Kipp, 18057 Rostock

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