ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2020Randnotiz: Die Aerosole und die Querflöte

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Randnotiz: Die Aerosole und die Querflöte

Maybaum, Thorsten

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Musiker, die in Orchestern oder größeren Gruppen spielen, bekommen mit einer Untersuchung zur Ausbreitung von Aerosolen in Orchestern neue Verhaltensregeln an die Hand. Im Gegensatz zu Studien, die die absolute Aerosolkonzentration durch das Musizieren gemessen haben, war der Ansatz dieser Studie des LMU Klinikums München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Bayerischen Rundfunks, die akute Ausbreitung und Verteilung von Aerosolen im Raum durch das Spielen von Blasinstrumenten zu bestimmen. Die Auswertung der Messungen über abgestrahlte Aerosolwolken ergab, dass der Abstand der Musiker zu ihren Kollegen nach vorne größer sein sollte als der Abstand zur Seite. Zur Seite lag die Abstrahlung bei fast allen Musikern unter einem Meter. Ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist aus Sicht der Forscher ausreichend – mit Ausnahme der Querflöte. Nach vorne variiert die Abstrahlung je nach Blasinstrument ebenfalls. Für die Trompete und die Klarinette haben die Wissenschaftler im Mittel Abstände der Wolke vom Mund von 0,9 Metern gemessen. Vereinzelte Musiker erreichten jedoch auch Weiten von 1,5 Metern, sodass Sicherheitsabstände von zwei Metern nach vorne sinnhaft erscheinen würden, hieß es. Bei der Querflöte habe die gemessene Impulsabstrahlung nach vorne über das Mundstück sogar Weiten von bis zu zwei Metern gezeigt. Daher seien Sicherheitsabstände von zwei Metern als zu gering und von drei Metern als angemessen zu bewerten. Die Forscher betonten, dass sich die Daten nur auf die direkte Ausbreitung durch den Eigenimpuls beim Spielen beziehen. Gelüftet werden müsse weiter.

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