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CLL: Acalabrutinib als Mono- und Kombinationstherapie zugelassen – Acalabrutinib (Calquence®, AstraZeneca) ist bei erwachsenen Patienten mit unvorbehandelter chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) sowohl als Monotherapie EU-weit zugelassen worden als auch in Kombination mit Obinutuzumab. Bei bereits vorbehandelten CLL-Patienten ist Acalabrutinib in der Monotherapie indiziert.

Es ist ein hoch selektiver Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi) der 2. Generation. „Acalabrutinib hat in den beiden zulassungsrelevanten Studien sowohl bei therapienaiven CLL-Patienten als auch bei rezidivierter, refraktärer CLL in Bezug auf die Wirksamkeit und auf das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil überzeugt“, so Prof. Dr. med. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln und CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf.

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In der 3-armigen, prospektiv randomisierten Studie ELEVATE mit insgesamt 535 unvorbehandelten CLL-Patienten war Acalabrutinib als Monotherapie oder als Kombination mit Obinutuzumab verglichen worden mit einer Chemoimmuntherapie aus Chlorambucil plus Obinutuzumab. Die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS), der primäre Endpunkt, betrug nach 24 Monaten in der Gruppe mit Acalabrutinib plus Obinutuzumab 93 %, in der Acalabrutinib-Monotherapie-Gruppe 87 % und unter der Chemoimmuntherapie 47 %, ein hoch signifikanter Unterschied zugunsten der BTKi-Behandlung.

Auch in der ASCEND-Studie, in der die Acalabrutinib-Monotherapie bei 310 Patienten mit rezidivierter/refraktärer CLL verglichen wurde mit Rituximab/Idelalisib oder mit Rituximab/Bendamustin, war der Anteil der progressionfreien Patienten nach 12 Monaten mit 88 % bei Acalabrutinib-Monotherapie deutlich höher als in den Vergleichsarmen mit 68 %.

Die meisten unerwünschten Effekte von Acalabrutinib waren maximal Grad 2 und reversibel, höhergradige Neutropenien waren bei der BTKi-Therapie seltener als in den Vergleichsarmen.

„Acalabrutinib hat ein günstiges Verträglichkeitsprofil, möglicherweise wegen der geringen Off-Target-Aktivität“, so Dr. med. Manfred Welslau, Aschaffenburg. „Das ist vor allem für unsere häufig komorbiden Patienten wichtig.“ nsi

Quelle: Virtuelle Launch-Pressekonferenz „Hochselektiv – wirksam – verträglich: Acalabrutinib – BTKi der 2. Generation“, 27. Oktober 2020; Veranstalter: AstraZeneca

Influenza: Individuell impfen – Wegen der Coronapandemie wird die Influenza-Impfung 2020/2021 besonders eindringlich empfohlen, um eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Gemäß Robert Koch-Institut sollten sich unter anderem Menschen ab 60 Jahren sowie jene mit bestimmten Grunderkrankungen mit einem tetravalenten Impfstoff immunisieren lassen.

Das Ziel der Welt­gesund­heits­organi­sation, eine Impfquote von 75 %, wird in Deutschland seit Jahren weit verfehlt – sie liegt bei circa 35 % bei den über 60-Jährigen. Experten fordern, die Verteilung der Impfung zu optimieren, weil Hausärzte hiermit überfordert sein können. Die Auswahl der Impfstoffe sollte, etwa wie in Großbritannien, stärker auf Zielgruppen zugeschnitten werden.

So bietet der auf Influenza spezialisierte Hersteller Seqirus 3 tetravalente Impfstoffe an: AFLURIA® TETRA, ein hühnereibasierter Impfstoff, der für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen ist, Flucelvax® Tetra, der erste in Europa zugelassene zellkulturbasierte Grippeimpfstoff, der ab 2 Jahren zum Einsatz kommen kann, und Fluad® Tetra ein hühnereibasierter, adjuvantierter Impfstoff, der für Patienten ab dem Alter von 65 Jahren entwickelt wurde. Er steht in Deutschland voraussichtlich ab nächster Saison zur Verfügung. pe

Quelle: Online-Fachpresseveranstaltung „Grippesaison trifft Covid-19-Pandemie: Wie die Grippeimpfung den Einzelnen schützt und das Gesundheitssystem entlastet“, 11. November 2020; Veranstalter: Seqirus

Ramucirumab plus Docetaxel nach Immunchemotherapie bei NSCLC – Seit der Einführung von Immuntherapien beim metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) haben sich die Ergebnisse zwar verbessert. Oft schreitet der Tumor aber weiter fort. Eine deutsche Forschergruppe untersuchte daher die Wirksamkeit von Ramucirumab (Cyramza®, Lilly), einem monoklonalen Antikörper gegen den VEGF-Rezeptor 2 (Vascular Endothelial Growth Factor), in der Drittlinie.

In der retrospektiven Datenanalyse wurden 67 Patienten erfasst, die bereits eine platinbasierte Chemotherapie und eine nachfolgende Immuntherapie (PD1/PD-L1-Hemmer) erhalten hatten. Diese Patienten aus 9 deutschen thoraxonkologischen Zentren erhielten mindestens einen Zyklus aus Ramucirumab und Docetaxel in der Drittlinie.

Die mediane Dauer des Ansprechens habe 10,2 Monate betragen, so Prof. Dr. med. Wolfgang Brückl vom Klinikum Nürnberg Nord. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) unter der Kombinationstherapie lag bei 6,8 Monaten (in der Zulassungsstudie REVEL lag es bei 4,5 Monaten). Das mediane Gesamtüberleben ab Beginn der Drittlinientherapie betrug 11 Monate (95-%-KI 7,1–14,9), ab Beginn der Erstlinientherapie 29 Monate (95-%-KI 25,4–32,8). „Die Ergebnisse der retrospektiven Datenanalyse zeigten ein gutes Ansprechen auf die Kombination Ramucirumab/Docetaxel nach Immunchemotherapie in der Drittlinie“, so Brückl.

Er vermutet einen synergistischen Effekt zwischen Immuncheckpoint-Inhibitoren und antiangiogenen Wirkstoffen. Nach seiner Aussage habe sich die Immunchemotherapie in der Erstlinie etabliert, die Wirksamkeit von Ramucirumab und Docetaxel in der folgenden Zweitlinie solle durch neue Daten bestätigt werden. mas

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz „Metastasiertes NSCLC ohne Treibermutation: Was tun nach Progress unter initialer platinbasierter Immunchemotherapie?“, 19. November 2020; Veranstalter: Lilly Deutschland

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