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ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2020COVID-19: Komplikationen am Herzen per Ultraschall frühzeitig aufspüren

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COVID-19: Komplikationen am Herzen per Ultraschall frühzeitig aufspüren

Eckert, Nadine

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Foto: Vladislav/Gajic stock.adobe.com
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Insbesondere ältere Patientinnen und Patienten entwickeln im Laufe einer COVID-19-Erkrankung häufig Komplikationen am Herzen, zum Beispiel eine Myokarditis. Mit einer Echokardiografie können sich Anzeichen für Schäden am Herzen frühzeitig erkennen lassen. Darauf haben Expertinnen und Experten der Ultraschallmedizin hingewiesen.

Dies sei umso wichtiger angesichts der Beobachtung, dass „insbesondere ältere Patienten mit kardialen Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von COVID-19“ hätten, wie Prof. Dr. med. Fabian Knebel, Leitender Oberarzt an der Klinik für Kardiologie der Berliner Charité am Campus Mitte, erklärte. Komplikationen am Herzen müssten bei ihnen zeitnah erkannt werden. Bei Patienten mit Störungen der linksventrikulären Pumpfunktion oder Herzklappenfehlern sollte im Falle einer COVID-19-Infektion dringend eine Echokardiografie durchgeführt werden. Dies gelte aber auch für Patienten ohne bekannte Vorerkrankungen.

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Eine engmaschige echokardiografische Untersuchung von COVID-19-Patienten ist laut Knebel sinnvoll – dies zeigten auch Studien. Laut einer Publikation in JAMA Cardiology (2020; DOI: 10.1001/jamacardio.2020.3557) hatten von 100 deutschen Patienten, die sich gerade von einer SARS-CoV-2-Infektion erholt hatten, insgesamt 78 Auffälligkeiten am Herzen. Anzeichen einer Myokarditis wiesen 60 davon auf. In dieser Studie war das Herz mittels MRT untersucht worden. In diesen Fällen sei allerdings eine frühe Diagnose wichtig, da die rechtzeitige Behandlung schwere Entzündungsschäden verringern oder sogar aufhalten könne.

„Wir empfehlen in jedem Fall, dass Patienten, die nach einer COVID-19-Infektion beispielsweise weiterhin an Luftnot oder Abgeschlagenheit leiden, sich echokardiografisch untersuchen lassen, um neben einer Myokarditis auch eine Verminderung der Herzfunktion zu erkennen“, sagte Knebel.

Mittels Echokardiografie könne der Patient außerdem auf der Intensivstation untersucht werden – ohne dass er durch das Krankenhaus transportiert werden müsse. Dies vermeide die Verbreitung des Virus. nec

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