szmtag Arbeitsunfähigkeit: Krankschreibung bis September 2021 weiter auf Papier
ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2020Arbeitsunfähigkeit: Krankschreibung bis September 2021 weiter auf Papier

AKTUELL

Arbeitsunfähigkeit: Krankschreibung bis September 2021 weiter auf Papier

Hillienhof, Arne; SB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird es noch lange auf Papier geben. Foto: mpix-foto/stock.adobe.com
Die elektronische Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung wird es noch lange auf Papier geben. Foto: mpix-foto/stock.adobe.com

Der ursprüngliche Starttermin der elektronischen Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (eAU) hat sich nochmals verschoben. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich darauf verständigt, dass Vertragsärzte nun ab dem 1. Oktober 2021 verpflichtet sind, AU-Daten digital an die Kassen zu übermitteln. Die KBV hatte sich beim Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium für eine Verschiebung eingesetzt, da die Technik nicht flächendeckend verfügbar ist. „IT-Hersteller, Praxen und Krankenkassen haben nun etwas mehr Zeit, um die Vorgaben zur eAU umsetzen zu können“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. rer. soc. Thomas Kriedel. Eine klare Regelung sei gerade in Coronazeiten wichtig, um die Ärzte nicht zusätzlich zu belasten. Zur Übermittlung der eAU an die Kassen benötigen Praxen einen Dienst für Kommunikation in der Medizin (KIM-Dienst), mit dem sie innerhalb der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) sicher Daten versenden können. Außerdem sind ein Update des Praxisverwaltungssystems und des Konnektors erforderlich. Für die elektronische Signatur benötigen Ärzte einen elektronischen Heilberufsausweis. Kriedel zufolge ändert der Aufschub nichts an der grundsätzlichen Kritik der KBV, dass das Ausstellen von AU-Bescheinigungen nur teilweise auf ein digitales Verfahren umgestellt wird. So müssen Vertragsärzte neben der elektronischen Datenübermittlung an die Kassen weiter Papierbescheinigungen ausdrucken, die der Patient für sich und seinen Arbeitgeber erhält. „Für die Ärzte bringt die eAU damit keinerlei Erleichterung“, sagte Kriedel. Erst ab Juli 2022 seien die Kassen zur elektronischen Weiterleitung der AU-Daten an die Arbeitgeber verpflichtet. Doch auch dann laufe das Verfahren nicht komplett papierlos ab. Der Patient bekomme weiter einen Ausdruck. Außerdem haben KBV und GKV-Spitzenverband Näheres zum Ersatzverfahren geregelt, falls die TI ausfallen sollte. Dann muss sichergestellt sein, dass für Patienten keine Nachteile bei Entgeltfort- oder Krankengeldzahlungen entstehen. hil/sb

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote