ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2020Geburtshilfe: Neue S2k-Leitlinie zur Geburtseinleitung

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Geburtshilfe: Neue S2k-Leitlinie zur Geburtseinleitung

Hillienhof, Arne

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Die neue Leitlinie fokussiert auf Indikationen, Methoden und das generelle Management der Geburtseinleitung. Foto: Gajus/stock.adobe.com
Die neue Leitlinie fokussiert auf Indikationen, Methoden und das generelle Management der Geburtseinleitung. Foto: Gajus/stock.adobe.com

Rund 20 bis 25 Prozent Schwangerschaften enden mit der externen Einleitung der Geburt. Eine neue S2k-Leitlinie bietet jetzt wissenschaftlich gestützte Handlungsempfehlungen für diese gängige geburtshilfliche Maßnahme. Dabei liegt der Fokus auf Indikationen, Methoden und generellem Management. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat die Arbeit an der Leitlinie federführend koordiniert, zusammen mit der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

„Die Geburtseinleitung gehört zu den häufigsten Maßnahmen im geburtshilflichen Alltag. Gleichwohl gibt es trotz ausreichend vorliegender Evidenz ein sehr heterogenes Vorgehen, weshalb wir in dieser Leitlinie die Indikationen und die verschiedenen Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen einschließlich der Risiken darstellen“, erläuterte der Leitlinienkoordinator Prof. Dr. med. Sven Kehl vom Universitätsklinikum Erlangen.

Die Autorinnen und Autoren der Leitlinie betonen, dass Ärztinnen und Ärzte die Indikation für eine Geburtseinleitung in jedem Einzelfall kritisch stellen müssen. Gesicherte Indikationen für eine Geburtseinleitung können sein: Terminüberschreitung und Übertragung, früher vorzeitiger Blasensprung, Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck in der Schwangerschaft, abnorme Fruchtwassermenge und andere. Weitere Themen der Leitlinie sind die Geburtseinleitung bei Zwillingsschwangerschaften, die Geburtseinleitung bei Schwangeren nach vorangegangenem Kaiserschnitt und die medikamentöse Geburtseinleitung. Eine SARS-CoV-2-Infektion oder eine COVID-19-Erkrankung allein stellen jedoch laut Leitlinienautoren noch keine Entbindungsindikation dar. hil

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