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ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2021Qualitätssicherung: KBV kritisiert Pläne für Arztpraxen

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Qualitätssicherung: KBV kritisiert Pläne für Arztpraxen

Hillienhof, Arne; SB

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Die aktuellen Pläne des Gesetzgebers zur Qualitätssicherung von Arztpraxen sind aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) unverhältnismäßig. „Qualitätssicherung ist natürlich notwendig, aber da wird von den Praxen etwas gefordert, was sie überfordert“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. rer. soc. Thomas Kriedel in einem Videointerview. Die Pläne zur vergleichenden Veröffentlichung von Qualitätsdaten sind Teil des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG), welches das Bundeskabinett Mitte Dezember beschlossen hat. Das Gesetz soll voraussichtlich im Februar dieses Jahres im Bundesrat beraten werden. Mit der Reform ist unter anderem vorgesehen, dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) „einheitliche Anforderungen für die Information der Öffentlichkeit zum Zweck der Erhöhung der Transparenz und der Qualität der Versorgung insbesondere durch einrichtungsbezogene Vergleiche“ festlegen soll. Dazu sollen Kennzahlen zur Qualität von Praxen und von Krankenhäusern veröffentlicht werden, um Patienten eine bessere Entscheidung bei der Auswahl einer Einrichtung zu ermöglichen, beispielsweise vor einem ambulanten Eingriff. Eine Vergleichbarkeit von Praxen mit Krankenhäusern ist laut Kriedel methodisch sowie aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen allerdings schwierig und birgt die Gefahr von Fehlinterpretationen. Zudem hätten große Krankenhäuser eigene Abteilungen für die Datenerfassung und -auswertung. „In einer Einzelpraxis im niedergelassenen Bereich muss das alles zusätzlich erledigt werden“, erklärte Kriedel. Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers soll außerdem die Dokumentationsrate bestehender und künftiger QS-Maßnahmen in den Praxen aus dem Stand auf 100 Prozent festgelegt werden. Bei Nichterfüllung drohen Vergütungsabschläge. Die KBV lehnt das strikt ab. hil/sb

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