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ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2021Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen: IL-17A-Inhibitor sehr gut wirksam

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Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen: IL-17A-Inhibitor sehr gut wirksam

Kutschki, Ilona

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Kinder und Jugendliche leiden häufig besonders stark unter einer Plaque-Psoriasis. Eine Therapie mit dem Biologikum Secukinumab hat sich bei pädiatrischen Patienten mit mittelschweren bis schweren Formen der Erkrankung in der Erstlinie als wirksam und sicher erwiesen.

Mit dem Interleukin-17A- (IL-17A)Inhibitor Secukinumab (Cosentyx®, Novartis) steht seit August 2020 eine neue Option in der Erstlinientherapie für Kinder und Jugendliche (6 bis < 18 Jahre) mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zur Verfügung, wenn sie für eine systemische Therapie geeignet sind. Die Zulassung beruht auf zwei internationalen Phase-III-Studien, in denen mit Secukinumab behandelte Kinder und Jugendliche schnell und stark auf die Therapie ansprachen.

Das Biologikum verbesserte die Hautsymptome sowie die Lebensqualität in allen untersuchten Dosierungen, hatte ein günstiges Sicherheitsprofil und die Wirkung hielt über ein Jahr an. „Es ist beeindruckend, wie schnell die Kinder auf Secukinumab ansprechen“, sagte Dr. med. Sandra Philipp, niedergelassene Dermatologin aus Oranienburg, bei einem Pressegespräch von Novartis.

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In Europa beträgt die Prävalenz der Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen 2,1 %, in Deutschland 0,7 %. Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 7 und 10 Jahren.

Hoher Leidensdruck bei Kindern

„Kinder erkranken seltener als Erwachsene, aber der Leidensdruck ist besonders groß“, erläuterte Philipp. Kinder mit Psoriasis entwickeln häufiger eine Angststörung oder Depression. Zudem gibt es eine Assoziation mit Komorbiditäten wie Übergewicht, Hyperlipid-ämie, Hypertonie, Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis und Morbus Crohn. Das klinische Bild der kindlichen Psoriasis ist variabel. Neben ausgeprägtem Juckreiz sind nicht selten Läsionen im Gesicht, in den Beugen, am Genital und anal zu finden. Eine Nagel- und Gelenkbeteiligung findet sich in 22–38 % der Fälle.

„Klare Therapierichtlinien, wie sie für Erwachsene definiert sind, stehen für Kinder und Jugendliche nur begrenzt zur Verfügung und erst wenige systemische Wirkstoffe sind für die Therapie von Kindern und Jugendlichen zugelassen“, berichtete Philipp. Zudem zeigt eine aktuelle Auswertung aus dem Child-CAPTURE-Register, dass Kinder und Jugendliche mit Plaque-Psoriasis, die eine systemische Therapie benötigten, diese im Median erst nach 10,8 Jahren erhielten. Angesicht der kumulativen Beeinträchtigung des Lebenslaufs hat eine frühe und effektive Therapie aber erheblichen Nutzen.

Der neu zugelassene, vollhumane, monoklonale Antikörper Secukinumab ist direkt gegen IL-17A gerichtet, das in den Hautläsionen der Psoriasis überexprimiert wird. In den beiden zulassungsrelevanten Studien erhielten Kinder und Jugendliche je nach Körpergewicht (< 50 kg oder ≥ 50 kg) entweder 75 mg oder 150 mg Secukinumab. In der randomisierten, doppelblinden Placebo- und Etanercept-kontrollierten Studie CAIN457A2310 (n = 162) erreichten 87,5 % der Patienten mit schwerer Plaque-Psoriasis mit 75 mg Secukinumab in Woche 52 ein Ansprechen von 75 auf dem Psoriasis Area Severity Index (PASI 75). Ein PASI-90-Ansprechen erzielten 75 % der Kinder. Bei 40 % wurde die Haut sogar völlig symptomfrei (PASI-100-Ansprechen). Mit Ethanercept waren es signifikant weniger (73,1 %, 53,5 % und 23,2 %). Mit der Hautsymptomatik verbesserte sich auch die Lebensqualität, gemessen anhand des Childrenʼs Dermatology Life Quality Index (CDLQI). Bei 60,6 % der Kinder und Jugendlichen hatte die Psoriasis auch nach 52 Wochen keinen Einfluss mehr auf die Lebensqualität (CDLQI 0/1).

Keine neuen Sicherheitssignale

In der zweiten zulassungsrelevanten, offenen, zweiarmigen Studie (CAIN457A2311; n = 84) wurden Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis untersucht. Nach 24 Wochen erzielten mit der niedrigen Dosierung von Secukinumab 95,2 % der Patienten ein PASI-75-Ansprechen, 88,1 % ein PASI-90-Ansprechen und 66,7 % ein PASI-100-Ansprechen. 70,7 % verbesserten ihre Lebensqualität im CDLQI auf 0 bzw. 1.

Das Sicherheitsprofil von Secukinumab war in beiden Studien vergleichbar und stimmte mit dem bei Erwachsenen mit Plaque-Psoriasis überein. Es gab keine neuen Sicherheitssignale. Am häufigsten traten Nasopharyngitis und Infektionen der oberen Atemwege auf. Es traten nur 2 Candida-Infektionen auf und keine chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ungen.

Weitere Biologika werden derzeit in klinischen Studien untersucht. „Die IL-17A-Inhibitoren sind hocheffektive und sichere Biologika zur Therapie der Psoriasis. Der Erstverordnung sollte in der Hand eines Dermatologen liegen. Danach kann die Therapie durch den vertrauten Pädiater fortgesetzt werden“, riet Philipp. Ilona Kutschki

Quelle: Virtuelles Post-EADV-Pressegespräch „Neue Therapieoption bei Kindern und Jugendlichen mit Plaque-Psoriasis – mit Secukinumab zu mehr Lebensqualität“, 4. November 2020; Veranstalter: Novartis

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