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ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021Mortalität von unter Tage Beschäftigten im früheren Uranerzbergbau

MEDIZIN: Originalarbeit

Mortalität von unter Tage Beschäftigten im früheren Uranerzbergbau

Ergebnisse einer Kohortenstudie zu ehemaligen Mitarbeitern der Wismut AG in Sachsen und Thüringen

Mortality in underground miners in a former uranium ore mine—results of a cohort study among former employees of Wismut AG in Saxony and Thuringia

Kreuzer, Michaela; Deffner, Veronika; Schnelzer, Maria; Fenske, Nora

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Hintergrund: Mehr als 400 000 Menschen waren von 1946–1990 im Uranerzbergbau der sowjetischen/sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaft (SAG/SDAG) Wismut in Sachsen und Thüringen beschäftigt. Insbesondere in den Anfangsjahren waren die Beschäftigten hohen Radon- und Quarzfeinstaubbelastungen ausgesetzt.

Methode: In einer Kohorte von 35 204 ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG wurde die Sterblichkeit im Vergleich zur männlichen Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands analysiert und hierzu das standardisierte Mortalitätsratio (SMR) berechnet.

Ergebnisse: Im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 traten 18 510 Todesfälle auf. Die Lungenkrebssterblichkeit in der untersuchten Kohorte war 2,36-fach (95-%-Konfidenzintervall: [2,28; 2,45]) höher als in der Allgemeinbevölkerung; es zeigte sich ein deutlicher Anstieg in den SMRs mit steigender Radonexposition. Die Sterblichkeit durch Silikose/sonstige Pneumokoniose war 22,62-fach [21,20; 24,11] erhöht. Die zugehörigen SMRs stiegen exponentiell mit zunehmender Quarzfeinstaubexposition an. Für beide Todesursachen war die Sterblichkeit mehr als 20 Jahre nach Betriebsende noch deutlich erhöht. Darüber hinaus waren die SMRs für Magenkrebs 1,28-fach [1,17; 1,40], Leberkrebs 1,34-fach [1,15; 1,55], die Gesamtgruppe aller Tumoren ohne Lungenkrebs 1,06-fach [1,02; 1,09], Infektionen 1,18-fach [1,01; 1,38], zerebrovaskuläre Erkrankungen 1,33-fach [1,26; 1,41] und Grippe/Lungenentzündung 1,13-fach [1,01; 1,27] erhöht oder für einzelne Todesursachen (psychische Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems) deutlich erniedrigt. Welche Rolle berufliche Risikofaktoren, Unterschiede im Lebensstil oder andere Gründe für letztere Ergebnisse spielen, ist unklar.

Schlussfolgerung: Für unter Tage Beschäftigte der Wismut AG zeigte sich eine deutliche Übersterblichkeit durch Silikose/sonstige Pneumokoniose und Lungenkrebs. Der Beitrag einzelner beruflicher Risikofaktoren für diese und andere Todesursachen mit erhöhtem SMR wird in Analysen innerhalb der Kohorte weiterführend untersucht.

LNSLNS

Mehr als 400 000 Menschen waren zwischen 1946 und 1990 im sächsischen und thüringischen Uranerzbergbau tätig. Als Beschäftigte der sowjetischen, später sowjetisch-deutschen, Aktiengesellschaft (SAG/SDAG) Wismut bauten sie mehr als 230 000 Tonnen Uranerz ab (1). Das wurde für den Bau sowjetischer Atomwaffen benutzt. Die Beschäftigten waren einer Vielzahl von beruflichen Risikofaktoren ausgesetzt, vor allem der Inhalation von Radon und seinen Folgeprodukten sowie Quarzfeinstaub, aber auch von Uranstaub, Arsen und Dieselruß. Hinzu kam die Exposition gegenüber externer Gammastrahlung, Hitze, Vibration und Lärm. Da in den Anfangsjahren kaum Strahlen- und Arbeitsschutzmaßnahmen vorhanden waren, war die Radon- und Quarzfeinstaubbelastung sehr hoch. Die Arbeitsbedingungen verbesserten sich ab 1955 deutlich und erreichten etwa 1971 internationale Strahlenschutzstandards.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) begann in den 1990er Jahren mit dem Aufbau der Deutschen Uranbergarbeiterkohorte. Die Kohorte umfasst 58 974 Männer, die mindestens ein halbes Jahr zwischen 1946 und 1989 bei der Wismut AG in Sachsen und Thüringen beschäftigt waren (2, 3). Ziel der langfristig angelegten Studie ist es, die gesundheitlichen Folgen einer beruflichen Strahlen- und Staubbelastung zu untersuchen. Die Erkenntnisse sind für den Strahlen- und Arbeitsschutz und für Verfahren zur Anerkennung von Berufskrankheiten von großer Bedeutung.

Radon ist ein nachgewiesenes Lungenkarzinogen (4, 5). Für andere Erkrankungen ist – wenn überhaupt – mit einem geringen Risiko durch Radon zu rechnen, da die erwarteten Organdosen außerhalb des Atemtrakts sehr niedrig sind (4). Quarzfeinstaub verursacht bekanntermaßen Silikose, aber auch Lungenkrebs, Lungentuberkulose und Lungenentzündung. Weiterhin gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang mit Nieren- und Autoimmunerkrankungen, Magenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (6, 7).

Ziel der vorliegenden Analysen ist ein umfassender Vergleich der Sterblichkeit in der Wismut-Kohorte mit der Sterblichkeit der männlichen ostdeutschen Allgemeinbevölkerung im Follow-up-Zeitraum 1960–2013. Da unter Tage deutlich höhere Radon- und Quarzfeinstaubbelastungen auftraten als über Tage, im Tagebau oder in der Aufbereitung, beschränkt sich die Analyse auf eine Teilkohorte von unter Tage Beschäftigten, die im Folgenden als „unter Tage Kohorte“ bezeichnet wird.

Methoden

Die Kohorte und das Vorgehen bei Mortalitäts-Follow-ups und Expositionsabschätzung wurde ausführlich in früheren Publikationen beschrieben (2, 3). Für alle Kohortenmitglieder wird regelmäßig ein aktenbasiertes Mortalitäts-Follow-up über Einwohnermeldeämter, Gesundheitsämter oder das ehemalige Pathologiearchiv der Wismut AG durchgeführt. Das heißt, der Vitalstatus wird ermittelt und bei verstorbenen Personen die zugrunde liegende Todesursache über Kopien von Totenscheinen beziehungsweise Sektionsbefunden. Das letzte abgeschlossene Follow-up hatte den Stichtag 31. 12. 2013. Die unter Tage Kohorte umfasste 35 204 Männer, die mindestens ein halbes Jahr unter Tage beschäftigt und nie im Tagebau oder in der Aufbereitung tätig waren. Die Analysen beziehen sich auf den Follow-up-Zeitraum 1960–2013, da externe Mortalitätsraten erst ab 1960 vorliegen. Personen, die vor 1960 aus der Kohorte ausgeschieden („lost to follow up“) oder verstorben sind, wurden deshalb nicht berücksichtigt.

Mittels einer Job-Exposure-Matrix (JEM) wurde die jährliche Exposition durch Radonfolgeprodukte für jede Person abgeschätzt. Die detaillierte JEM wurde von der damaligen Bergbau-Berufsgenossenschaft (BBG) in Gera und dem damaligen Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) entwickelt (8, 9). Die JEM beruht für die Jahre ab 1955 auf vorhandenen Messwerten in der Umgebungsluft. Für die Zeiträume davor basiert sie auf detaillierten Expertenabschätzungen. Für Quarzfeinstaub, Feinstaub und Arsen wurde eine JEM durch das Institut für Gefahrstoff-Forschung in Bochum erstellt (9, 10). Für jedes Kohortenmitglied liegt die aufsummierte Exposition pro Jahr gegenüber Radon und seinen Folgeprodukten in Working Level Months (WLM) und Quarzfeinstaub in mg/m3-Jahren vor.

Zum Vergleich der Sterblichkeit in der Wismut-Kohorte mit der Sterblichkeit in der Allgemeinbevölkerung wurden übliche statistische Methoden genutzt (11). Das standardisierte Mortalitätsratio (SMR) wurde als Quotient der beobachteten (O) und erwarteten Todesfälle (E) in der Studie berechnet. Die erwarteten Todesfälle sind die Todesfälle, die man in der Wismut-Kohorte erwarten würde, wenn man die Sterblichkeit der Allgemeinbevölkerung zugrunde legt. Diese wurden anhand der jahres- und altersspezifischen (5-Jahres-Intervalle) Mortalitätsraten der männlichen ostdeutschen Allgemeinbevölkerung und der jahresspezifischen Altersverteilung der Kohorte berechnet. Letztere ergibt sich aus der Summe der Zeiten unter Risiko für die Personen in der betrachteten Alterskategorie (Personenjahre unter Risiko). Die Codierung der Todesursachen in der Kohorte erfolgte über ausgebildete Codiererinnen von Statistischen Landesämtern auf Basis der Klartexte der Totenscheine nach ICD-10. Die vorliegenden externen Raten in ICD-6, ICD-8 und ICD-9 wurden in ICD-10 überführt und fehlende externe Raten linear mit den verfügbaren Raten der Jahre davor und danach interpoliert (eTabelle 1). SMRs für Personengruppen mit unterschiedlichen Expositionsniveaus wurden mit der Poisson-Trendstatistik untersucht.

Kodierung der Todesursachen nach ICD-6, 8, 9, 10 und Jahre mit imputierten externen Mortalitätsraten
eTabelle 1
Kodierung der Todesursachen nach ICD-6, 8, 9, 10 und Jahre mit imputierten externen Mortalitätsraten

Die SMRs wurden für Krebs- und Nicht-Krebstodesursachen in der gesamten unter Tage Kohorte berechnet, aber auch getrennt für Personen mit Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960. Erstere waren extrem hohen durchschnittlichen Radon- und Staubbelastungen ausgesetzt. Für Letztere entsprach die Exposition eher heutigen Arbeitsbedingungen. Für ausgewählte Todesursachen (p-Wert für SMR ≤ 5 %) wurden die SMRs zusätzlich in Abhängigkeit vom Kalenderjahr berechnet und – soweit in der Literatur ein Zusammenhang diskutiert wird – in Abhängigkeit von kumulativer beruflicher Radon- und Quarzfeinstaubexposition.

Ergebnisse

Die Kohorte der ehemals unter Tage Beschäftigten umfasste 35 204 Männer mit insgesamt 1 269 326 Personenjahren unter Risiko im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 (Tabelle 1). Etwa die Hälfte der Kohorte ist im Follow-up-Zeitraum verstorben, von den Personen mit Beschäftigungsbeginn 1946–1959 waren es sogar 81 %. Die der vorliegenden Analyse zugrunde gelegte Todesursache beruhte für 25 % der Verstorbenen auf einem Autopsiebefund, für die vor 1990 Verstorbenen sogar für über 50 %.

Beschreibung der Kohorte von unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Tabelle 1
Beschreibung der Kohorte von unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Follow-up-Zeitraum 1960–2013

Die durchschnittliche kumulative Radonexposition beziehungsweise Quarzfeinstaubbelastung betrug 364 WLM beziehungsweise 7,6 mg/m3-Jahre, wobei diese durchschnittlichen Werte in der Gruppe mit Beschäftigungsbeginn 1946–1959 für Radon um das 29-fache und für Quarzfeinstaub um das 14-fache höher waren als in der Gruppe mit Beschäftigungsbeginn nach 1960. Zum Vergleich: Eine natürliche Radonbelastung in Wohnungen von 100 Bq/m3 über einen Zeitraum von 30 Jahren entspricht grob 12 WLM. Die durchschnittlichen jährlichen Radon- und Quarzfeinstaubexpositionen in der Kohorte nahmen mit der Einführung von künstlicher Bewetterung und Nassbohren ab 1955 deutlich ab und sanken in den 1970er Jahren auf Werte, die in etwa internationalen Strahlenschutzstandards entsprechen (eGrafik).

Zeitlicher Verlauf der mittleren jährlichen kumulativen Quarzfeinstaubbelastung in mg/m3-Jahren und der mittleren kumulativen Radonbelastung in Working Level Month (WLM) in der unter Tage Kohorte von Wismut-Beschäftigten
eGrafik
Zeitlicher Verlauf der mittleren jährlichen kumulativen Quarzfeinstaubbelastung in mg/m3-Jahren und der mittleren kumulativen Radonbelastung in Working Level Month (WLM) in der unter Tage Kohorte von Wismut-Beschäftigten

Tabelle 2 zeigt die SMRs für einzelne Krebstodesursachen. Insgesamt sind 6 113 Krebstodesfälle aufgetreten, davon verstarb fast die Hälfte an Lungenkrebs. Die Lungenkrebssterblichkeit in der Kohorte war 2,36-fach höher als in der Allgemeinbevölkerung. Außerdem auffällig erhöht war die Sterblichkeit an Magenkrebs, Leberkrebs und für alle Krebstodesursachen insgesamt ohne Lungenkrebs. Dieses Muster der SMRs fand sich auch bei getrennter Betrachtung der Beschäftigten mit frühem (1946–1959) oder spätem Beschäftigungsbeginn (1960+) (Tabelle 3). In der Gruppe mit frühem Beschäftigungsbeginn (1946–1959) war die Gesamt-Krebssterblichkeit um 50 % (95-%-Konfidenzintervall: [46; 55]) höher als in der Allgemeinbevölkerung und in der Gruppe mit Beschäftigungsbeginn nach 1960 um 15 % [8; 23] höher. In beiden Gruppen ging die Risikoerhöhung vorwiegend auf Lungenkrebs zurück.

Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Tabelle 2
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960
Tabelle 3
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960

Bei den Nicht-Krebstodesursachen (Tabelle 4) zeigte sich ein 1,86-fach erhöhtes Risiko für die Sterblichkeit an nichtmalignen Atemwegserkrankungen. Dieses ging vor allem auf Silikose/sonstige Pneumokoniose und Grippe/Lungenentzündung, nicht jedoch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zurück. Insgesamt sind 941 Fälle mit zugrunde liegender Todesursache Silikose/sonstige Pneumokoniose im Follow-up-Zeitraum aufgetreten, davon praktisch alle bei Personen mit Beschäftigungsbeginn vor 1960 (Tabelle 5). Auch die Sterblichkeit an Infektionen und zerebrovaskulären Erkrankungen war erhöht. Erniedrigt war dagegen die Sterblichkeit an psychischen Erkrankungen (vorwiegend Demenz, Verhaltensstörung durch Alkohol), Erkrankungen des Nervensystems und des Kreislaufsystems insgesamt sowie Nierenerkrankungen. Wie Tabelle 5 zeigt, war die Sterblichkeit an nichtmalignen Atemwegserkrankungen insgesamt nur für Beschäftigte mit Beschäftigungsbeginn vor 1960 erhöht. Bei den Beschäftigten mit Beschäftigungsbeginn nach 1960 fällt eine erhöhte Sterblichkeit an Infektionen sowie an Verletzungen und Vergiftungen auf.

Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Tabelle 4
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960
Tabelle 5
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960

Trendtests für ausgewählte Todesursachen mit erhöhtem SMR in Abhängigkeit von der kumulativen Radonexposition zeigt eTabelle 2. Für Lungenkrebs, Leberkrebs und die Gesamtgruppe aller Tumoren ohne Lungenkrebs stieg das SMR mit der Radonexposition an. Es gab keinen Hinweis auf einen Trend für Magenkrebs. Bezüglich kumulativer Quarzfeinstaubexposition war ein ausgeprägter positiver Trend in den SMRs nur für Silikose/sonstige Pneumokoniose vorhanden (eTabelle 3), aber für keine der anderen Todesursachen mit insgesamt erhöhten SMRs, wobei die Todesursache Lungenkrebs hier nicht betrachtet wurde.

SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Radonexposition in Working Level Months (WLM)
eTabelle 2
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Radonexposition in Working Level Months (WLM)
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Quarzfeinstaubexposition in mg/m3-Jahren
eTabelle 3
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Quarzfeinstaubexposition in mg/m3-Jahren

Diskussion

In der Kohorte der ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG zeigte sich eine stark erhöhte Sterblichkeit an Lungenkrebs und Pneumokoniose im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Diese Risikoerhöhung war bei den bereits in den 1940er und 1950er Jahren Beschäftigten, die hohen Radon- und Staubbelastungen ausgesetzt waren, deutlich höher als bei den später Beschäftigten. Aber auch andere Todesursachen traten auffällig häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung. Hier sind vor allem Magenkrebs, Leberkrebs, Infektionen, Grippe/Lungenentzündung und zerebrovaskuläre Erkrankungen zu nennen. Deutlich seltener waren hingegen psychische Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems als Todesursache.

Generell ist bei der Interpretation von Ergebnissen aus externen Vergleichen zu berücksichtigen, dass Unterschiede in der Sterblichkeit zwischen einer Berufsgruppe und der Allgemeinbevölkerung nicht nur auf Unterschieden in beruflichen Risikofaktoren beruhen, sondern auch auf möglichen Unterschieden in Sozialstatus, Lebensstilfaktoren, gesundheitlicher Versorgung et cetera. Die Beschäftigten der Wismut AG erhielten in den frühen Jahren oft neben Zigaretten auch größere Mengen Schnaps als zusätzliche Entlohnung (1). Daher ist ein höherer Alkohol- und Zigarettenkonsum in dieser Gruppe wahrscheinlich. Für ein Drittel der Wismut-Kohorte sowie für die Stichprobe einer eingebetteten Fall-Kontroll-Studie zu Lungenkrebs sind grobe Daten zum Rauchverhalten vorhanden (12). Sie deuten auf eine hohe Rauchprävalenz hin. In zwei weiteren Fall-Kontroll-Studien zu Lungenkrebs in Sachsen und Thüringen wurden detaillierte Angaben zum Rauchen sowohl in der Allgemeinbevölkerung (13) als auch bei Wismut-Beschäftigten (14) erhoben. Der Nie-Raucheranteil war bei Wismut-Beschäftigten (15 %) deutlich niedriger als in der männlichen Allgemeinbevölkerung (26 %). Daher ist davon auszugehen, dass erhöhte SMRs für Todesursachen, die mit dem Rauchverhalten zusammenhängen, zu einem gewissen Anteil durch diesen Unterschied erklärt werden können. Ähnliches könnte für Alkoholkonsum gelten, hier liegen keine Angaben zur Wismut-Kohorte vor.

Mögliche Unterschiede im Sozialstatus zwischen unter Tage Beschäftigten und der Allgemeinbevölkerung könnten mit einer ungesünderen Lebensweise assoziiert sein und damit zu tendenziell höheren SMRs für bestimmte Todesursachen führen. Die Wismut AG hatte jedoch ein eigenes Gesundheitssystem mit regelmäßigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen, was gegebenenfalls zu einer besseren medizinischen Versorgung führte. Auch ist von höheren Autopsieraten bei Wismut-Beschäftigten auszugehen und damit gegebenenfalls einer höheren Detektionsrate für bestimmte Todesursachen.

Vor diesem Hintergrund werden die in der Kohorte beobachteten Risikoerhöhungen im Folgenden diskutiert. Das Lungenkrebsrisiko war mit 2 960 beobachteten im Vergleich zu 1 252 erwarteten Fällen deutlich erhöht. Sowohl Radon (4) als auch Quarzfeinstaub (15, 16) sind nachgewiesene Lungenkarzinogene, insbesondere bei unter Tage im Bergbau Beschäftigten (5, 17, 18). Beide Risikofaktoren korrelieren in der Wismut-Kohorte stark (Korrelation nach Pearson 0,84). Frühere Risikoanalysen innerhalb der Wismut-Kohorte, in denen – im Gegensatz zu den vorliegenden Analysen – beide Variablen im Modell gleichzeitig berücksichtigt wurden, zeigten, dass Radon der dominierende Risikofaktor für Lungenkrebs in der Wismut-Kohorte war (19, 20). Aus diesem Grunde wurde auf eine SMR-Analyse für Lungenkrebs in Abhängigkeit von der Quarzfeinstaubexposition verzichtet. Die früheren internen Analysen zeigten einen linearen Anstieg im Lungenkrebsrisiko mit steigender kumulativer Radonexposition, der zusätzlich von Alter bei Exposition, Zeit seit Exposition und Expositionsrate abhing (21, 22), und ab etwa 10 mg/m3-Jahren ein signifikant erhöhtes Lungenkrebsrisiko durch Quarzfeinstaub (20). Die vorliegenden externen Vergleiche ergaben ebenfalls einen Anstieg des SMRs mit zunehmender Radonexposition. Auch war ein Abfall des SMRs über die Zeit zu beobachten; das SMR blieb aber bis zum Ende des Follow-up-Zeitraums deutlich erhöht (eTabelle 4).

SMR für ausgewählte Todesursachen mit erhöhtem SMR nach Kalenderjahr
eTabelle 4
SMR für ausgewählte Todesursachen mit erhöhtem SMR nach Kalenderjahr

Die Sterblichkeit an Tumoren außerhalb der Lunge war in der unter Tage Kohorte der Wismut AG um 6 % [2; 9] höher als in der Allgemeinbevölkerung. Auffällig war die deutlich erhöhte Leberkrebssterblichkeit bei Wismut-Beschäftigten. Ein erhöhter Alkoholkonsum könnte eine mögliche Erklärung dafür sein. Dem widerspricht aber die nicht erhöhte Sterblichkeit an Leberzirrhose. Erhöhte Leberkrebsraten wurden in vielen anderen (23, 24, 25), jedoch nicht allen Studien mit Uranbergarbeitern beobachtet. Eine weitere mögliche Begründung könnte eine Fehlklassifikation von Metastasen eines primären Lungentumors als primärem Lebertumor sein. Dies könnte den Anstieg des SMRs mit Radon erklären.

Die erhöhte Magenkrebsrate bei den unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Bevölkerung ist bemerkenswert und zeigte sich auch schon in früheren Follow-ups (26, 27). Hinweise auf erhöhte Magenkrebsraten liegen aus Studien zu gegenüber Radon exponierten Bergarbeitern (23, 25, 28), aber auch vom Kohlebergbau und anderen staubbelasteten Berufen (6) vor. In einer kürzlich veröffentlichten Meta-analyse wurde ein 1,25-fach (95-%-Konfidenzintervall: [1,18; 1,34]) erhöhtes Magenkrebsrisiko für beruflich Quarzfeinstaub-Exponierte im Vergleich zu nicht Exponierten gefunden (29). Als Mechanismus wurde postuliert, dass Staub einen schädigenden Effekt auf die Magenschleimhaut hat, nachdem er inhaliert, durch die Lungen gereinigt und sodann verschluckt wurde (30). Bei den vorliegenden SMR-Analysen zu Magenkrebs zeigte sich kein Zusammenhang mit Radon oder Quarzfeinstaub.

Bei den Nicht-Krebserkrankungen stach erwartbar die stark erhöhte Sterblichkeit an Pneumokoniose bei den Bergarbeitern hervor. Bei 739 Personen aus der Kohorte war Silikose die zugrunde liegende Todesursache und bei 207 Personen Silikotuberkulose. 50 % dieser Todesursachen beruhten auf einem Sektionsbefund. Eine Pneumokoniose kann auch Jahre nach Beendigung der Exposition durch Quarzfeinstaub auftreten (6). Dies dürfte der Grund für die nach wie vor deutlich erhöhte Sterblichkeit an Pneumokoniose bei Wismut-Beschäftigten sein.

In mehreren gegenüber Quarzfeinstaub exponierten beruflichen Kohorten wurde ein auffällig erhöhtes Risiko für Infektionen der Atemwege (Lungenentzündung, Lungentuberkulose) beobachtet (6, 28). Diese Erhöhung ist auch bei den Beschäftigten der Wismut AG zu sehen. Allerdings ist die COPD-Sterblichkeit in der Kohorte nicht erhöht, wohingegen dies teilweise in anderen staubexponierten Berufskohorten der Fall war (6, 7, 31). Hier könnte aber eine Silikose als konkurrierende Todesursache wirken. Es gibt einige wenige Hinweise in der Literatur auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Quarzfeinstaub (7, 32, 33). In der vorliegenden Analyse war die Sterblichkeit an Krankheiten des Kreislaufsystems bei Bergarbeitern geringer als in der Allgemeinbevölkerung, aber für die Untergruppe der zerebrovaskulären Erkrankungen deutlich erhöht. Es ist unklar, ob diese Erhöhung durch Missklassifikation der Todesursache entstanden ist, da nur 16 % aller dokumentierten Todesursachen der Erkrankungen des Kreislaufsystems auf einem Sektionsbefund beruhten.

Stärken der vorliegenden Auswertung sind die Größe der Kohorte, der lange Follow-up-Zeitraum sowie das Vorhandensein von Daten zur beruflichen Exposition. Zu den Schwächen der Studie gehören neben dem Fehlen von Informationen zu nichtberuflichen Risikofaktoren, das Fehlen von Inzidenzdaten und mangelnde Validität von Todesursachen. Auch fehlen in der Kohorte insgesamt Angaben zu etwa 4 % der Todesursachen, was zu einer Unterschätzung der SMRs führte. Dies gilt insbesondere für die Sterbejahre 1960–1969 mit fehlenden Daten zu 25 % der Todesursachen. Vor 1960 verstorbene (n = 180) oder ausgeschiedene (n = 641) Personen wurden ausgeschlossen, was zu einem Healthy-Worker-Survivor-Effekt geführt haben könnte. Da für multiples Testen nicht korrigiert wurde, haben die Ergebnisse explorativen Charakter.

Resümee

Die Wismut-Kohorte ist mit ihrem großen Umfang, der langen Beobachtungszeit und dem Vorhandensein von Information zur beruflichen Radon- und Staubbelastung einzigartig. Erstmals wurde ein umfassender Vergleich der Sterblichkeit von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG mit der Allgemeinbevölkerung durchgeführt. Dieser zeigte eine stark erhöhte Sterblichkeit für Silikose und Lungenkrebs, die auch mehr als 20 Jahre nach Schließung der Wismut noch bestand. Auch bei anderen Todesursachen gab es Auffälligkeiten. Der Einfluss der unterschiedlichen beruflichen Risikofaktoren auf die Mortalität wird derzeit in weiterführenden Risikoanalysen innerhalb der Wismut-Kohorte sowie in einer weltweiten gemeinsamen Auswertung von Studien mit Uranbergarbeitern (34, 35) untersucht.

Danksagung
Wir bedanken uns bei Frau Hochstrat und Frau Dr. Güthlin vom Bundesamt für Strahlenschutz für ihre wertvollen Vorarbeiten. Zudem danken wir Herrn Dr. Otten von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, früher Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften in Sankt Augustin, für die kontinuierliche Unterstützung über viele Jahre, insbesondere beim Aufbau der Studie. Des Weiteren danken wir Herrn Dr. Lehmann von der Bergbau-Berufsgenossenschaft Gera (heute BG RCI) für die federführende Erstellung der Job-Exposure-Matrix für Strahlung sowie Herrn Dr. Dahmann vom Institut für Gefahrstoff-Forschung in Bochum für die Erstellung der Job-Exposure-Matrix für Staub und Arsen. Besonderer Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Zentralen Betreuungsstelle Wismut (ZeBWis) für die Erfassung der Daten der Wismut-Beschäftigten aus den Lohn- und Gehaltsunterlagen. Ein spezieller Dank geht an die Arbeitsgruppe „Steering Committee on the German Uranium Mining Studies“ der deutschen Strahlenschutzkommission für wissenschaftliche Anregungen.

Interessenkonflikt
Die Autorinnen erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 7. 5. 2020, revidierte Fassung angenommen: 13. 7. 2020

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. rer. hum. biol. Michaela Kreuzer
Bundesamt für Strahlenschutz
Abteilung Wirkungen und Risiken von ionisierender und
nichtionisierender Strahlung
Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg
mkreuzer@bfs.de

Zitierweise
Kreuzer M, Deffner V, Schnelzer M, Fenske N: Mortality in underground miners in a former uranium ore mine—results of a cohort study among former employees of Wismut AG in Saxony and Thuringia. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 41–8. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0001

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eTabellen, eGrafik:
www.aerzteblatt.de/21m0041 oder über QR-Code

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Beschreibung der Kohorte von unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Tabelle 1
Beschreibung der Kohorte von unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Tabelle 2
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960
Tabelle 3
Beobachtete und erwartete Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Tabelle 4
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960
Tabelle 5
Beobachtete und erwartete Nicht-Krebstodesfälle in der Kohorte von ehemals unter Tage Beschäftigten der Wismut AG im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung Ostdeutschlands im Follow-up-Zeitraum 1960–2013 nach Beschäftigungsbeginn vor und nach 1960
Zeitlicher Verlauf der mittleren jährlichen kumulativen Quarzfeinstaubbelastung in mg/m3-Jahren und der mittleren kumulativen Radonbelastung in Working Level Month (WLM) in der unter Tage Kohorte von Wismut-Beschäftigten
eGrafik
Zeitlicher Verlauf der mittleren jährlichen kumulativen Quarzfeinstaubbelastung in mg/m3-Jahren und der mittleren kumulativen Radonbelastung in Working Level Month (WLM) in der unter Tage Kohorte von Wismut-Beschäftigten
Kodierung der Todesursachen nach ICD-6, 8, 9, 10 und Jahre mit imputierten externen Mortalitätsraten
eTabelle 1
Kodierung der Todesursachen nach ICD-6, 8, 9, 10 und Jahre mit imputierten externen Mortalitätsraten
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Radonexposition in Working Level Months (WLM)
eTabelle 2
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Radonexposition in Working Level Months (WLM)
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Quarzfeinstaubexposition in mg/m3-Jahren
eTabelle 3
SMR für ausgewählte Todesursachen nach kumulativer Quarzfeinstaubexposition in mg/m3-Jahren
SMR für ausgewählte Todesursachen mit erhöhtem SMR nach Kalenderjahr
eTabelle 4
SMR für ausgewählte Todesursachen mit erhöhtem SMR nach Kalenderjahr
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