szmtag COVID-19 in Schulen: Aussetzen der Schulpflicht
ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021COVID-19 in Schulen: Aussetzen der Schulpflicht
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Meiner Meinung nach ist die Frage, ob Schulen sogenannte „Treiber der Pandemie“ sind, für uns Ärzte nicht relevant. Denn als Ärzte sind wir ja nicht nur daran gewöhnt, sondern vielmehr verpflichtet, den einzelnen Patienten beziehungsweise Menschen zu betrachten und zu behandeln. Dass bei politisch gewolltem Präsenzunterricht an Grundschulen in voller Klassenstärke selbst das Tragen von FFP-2-Masken nicht vor Corona schützt, hätte ich persönlich bis vor wenigen Wochen auch nicht für sehr wahrscheinlich erachtet. Leider hat es unsere Familie getroffen: Eines unserer Zwillinge hat sich definitiv über die Schule angesteckt (wir Eltern sind als Haus- und Kinderärzte regelmäßig getestet und hatten zufällig auch in dem Zeitrahmen der Inkubation unseres Kindes negative PCR-Tests). Die im weiteren erfolgte Ansteckung der ganzen Familie blieb nicht aus, Arbeitsausfall in eigener Praxis bis dato drei Wochen inklusive. Eine Ansteckung der Großeltern konnte Gott sei Dank verhindert werden, dank regelmäßig durchgeführter AntigenSchnelltests vor Kontakten.

Auch wenn Einzelfälle wie dieser dargestellte Fall statistisch gesehen (vielleicht) nicht relevant sind und/oder öffentlich nahezu tabuisiert werden, plädiere ich als Ärztin und Mutter vehement für ein Aussetzen der Schulpflicht während der Pandemie – zum Wohle jedes einzelnen Kindes und jeder einzelnen Familie.

 Dr. med. Marie-Sophie Geyer, 90425 Nürnberg

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