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ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021Stärkere Förderung digitaler Kompetenzen nötig

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Stärkere Förderung digitaler Kompetenzen nötig

Glöser, Sabine

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Foto: metamorworks/iStock
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E-Health sollte stärker im Medizinstudium sowie in der ärztlichen Weiter- und Fortbildung verankert werden, damit Ärztinnen und Ärzte ein Grundverständnis für digitale Technologien entwickeln können. Dafür haben sich Experten auf einer virtuellen Konferenz der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und des europäischen Dachverbands nationaler Ärzteorganisationen (CPME) ausgesprochen. Denn künftig würden digitale Anwendungen genauso selbstverständlich zur Versorgung gehören wie heute Medikamente oder medizinische Instrumente.

„Die Digitalisierung ist zunehmend Realität in den Gesundheitssystemen in ganz Europa“, sagte der Präsident des CPME, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. „Wir möchten sicherstellen, dass sich der digitale Wandel verantwortungsvoll, positiv und durchdacht vollzieht.“ Leider werde die Diskussion viel zu oft auf die rein technischen Aspekte verkürzt, ergänzte BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Dabei sei es mindestens genauso wichtig, über die ethischen Grenzen und die künftige Rolle der Ärztinnen und Ärzte in der digitalen Gesundheitsversorgung zu sprechen. Diese seien auf die Unterstützung der Politik angewiesen. So sei es Aufgabe des Gesetzgebers, klare rechtliche Rahmenbedingungen für die digitale Medizin zu schaffen.

Lina Mosch von der europäischen Vereinigung der Medizinstudierenden wies darauf hin, dass Ärztinnen und Ärzte keine Fachleute für Programmierung und Algorithmen sein müssten. Doch sollten sie ein Grundverständnis für den Mechanismus der Algorithmen und die Technologien haben, um sie in der Patientenversorgung einsetzen zu können. Die Vermittlung digitaler Kompetenzen sollte deshalb stärker in die ärztliche Ausbildung integriert werden.

Wie wichtig das Vertrauen der Patienten in die digitalen Neuerungen sei, betonte die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke. Die Nutzung digitaler Anwendungen müsse stets freiwillig bleiben. Patienten, die die digitale Medizin ablehnten, dürften nicht benachteiligt werden. sg

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