szmtag Gendermedizin: Männer auch
ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021Gendermedizin: Männer auch
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Das ist eine falsche Sicht auf „Gendermedizin“. Die betrifft nämlich auch Männer. Es ist auch Aufgabe von Gendermedizin, die Vernachlässigung der eigenen Gesundheit durch Männer zu untersuchen. Männer nehmen selten an Vorsorgeuntersuchungen teil, vermeiden häufig Arztbesuche, haben eine schlechte Einnahmedisziplin bei Arzneimitteln, neigen zu eigenmächtigen Experimenten bei der Dosierung und verweigern sich Interventionen zur Änderung des Lebensstils. Männer neigen dazu, Gesundheitsrisiken zu ignorieren und versuchen oft, Krankheiten durch Missachtung aus ihrem Alltag zu verbannen.

Gerade Männer aus patriarchalisch organisierten Kulturräumen sehen Krankheit als Schwäche oder Versagen an und ringen oft buchstäblich um jede Diagnose.

In meiner Sprechstunde erlebe ich sehr häufig, dass Männer später als Frauen Hilfe suchen und Schwierigkeiten haben, „unangenehme“ oder „peinliche“ Probleme anzusprechen. Vor allem allein lebende Männer sind durch die Vernachlässigung ihrer Gesundheit nachhaltig gefährdet.

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Eine „Gendermedizin“, die ihren Fokus ausschließlich auf Frauen richtet, verfehlt ihr Ziel.

Ulrich E. Hammerla, FA für Allgemeinmedizin, 46045 Oberhausen

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