szmtag Gendermedizin: Detailfrage
ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021Gendermedizin: Detailfrage
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Unter dem Titel „Frauen erkranken anders“ werden der Gendermedizin zwei wichtige Seiten gewidmet. Der Teufel steckt aber – wie so üblich – im Detail.

Da formuliert eine Kardiologin: „So habe es sich in einer Post-hoc-Analyse gezeigt, dass die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz unter Digitalis-Behandlung bei Frauen größer als bei Männern war.“

Ich gehe davon aus, dass die nachträgliche Subgruppenanalyse von Rathore et al. aus dem Jahr 2002 der Digitalis Investigation Group gemeint ist. Wenn man sich diese Arbeit aber genauer ansieht, dann ist nur von Digoxin die Rede.

Anzeige

Im Übrigen gibt es eine „Digitalis-Therapie“ nicht. Entweder erhalten die Patienten Digoxin oder Digitoxin, welches aus pharmakokinetischer Sicht sowieso eindeutig zu bevorzugen wäre. Ob unter Digitoxin die Sterblichkeit bei Frauen ebenfalls erhöht sein könnte, ist offen, weil genderspezifische, kontrollierte, randomisierte Studien fehlen.

Prof. Dr. med. Frank P. Meyer, 39164 Wanzleben-Börde

Literatur beim Verfasser

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Stellenangebote