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ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021Kinderkrankengeld: Ärztliche Bescheinigung nicht immer erforderlich

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Kinderkrankengeld: Ärztliche Bescheinigung nicht immer erforderlich

Hillienhof, Arne; dpa

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Ärzte müssen keine Bescheinigungen ausstellen, wenn Eltern das Kinderkrankengeld künftig wegen einer geschlossenen Betreuungseinrichtung beantragen. Wenn dies wegen einer Krankheit des Kindes erfolgt, aber schon. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. Hintergrund ist eine Neuregelung beim Kinderkrankengeld, die nun auch vom Bundesrat beschlossen wurde. Das Kinderkrankengeld ist eigentlich für den Fall vorgesehen, dass berufstätige Eltern ein krankes Kind unter zwölf Jahren betreuen, beaufsichtigen oder pflegen müssen. Ende vergangener Woche hatte der Bundestag aber beschlossen, diesen Anspruch auszuweiten. Das Kinderkrankengeld können Eltern jetzt auch erhalten, wenn das Kind zwar nicht krank, aber die Schule, Kita oder sonstige Betreuungseinrichtung coronabedingt geschlossen oder eingeschränkt sind. Auch wer theoretisch im Homeoffice arbeiten könnte, kann das Kinderkrankengeld beantragen. Eltern benötigen in diesen Fällen keine ärztliche Bescheinigung, sondern eine Bestätigung der Einrichtung, wenn die Krankenkasse dies verlangt, so die KBV. Die Neuregelung gilt rückwirkend zum 5. Januar 2021. Mit der Reform wird die Zahl der Krankentage pro Elternteil darüber hinaus von zehn auf 20 verdoppelt. Alleinerziehende erhalten 40 statt der üblichen 20 Tage. „Wir geben damit vielen Familien eine ganz konkrete Hilfe“, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Die Regelung nehme Druck von ihnen. Für Familien mit jungen Kindern und für Alleinerziehende sei die Pandemie eine große Belastung. Für die Kassen wird durch die Aufstockung der Kinderkrankentage mit Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe gerechnet. Die Kosten sollen durch höhere Zuschüsse vom Bund an die Kassen ausgeglichen werden, ein erster Zuschuss von 300 Millionen Euro soll bis zum 1. April fließen. hil/dpa

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