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ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2021Der coronafreie Rückblick 2020

POLITIK

Der coronafreie Rückblick 2020

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Viele gesundheitspolitische und medizinische Themen sind wegen der Coronapandemie aus dem Fokus geraten. Die Redaktion hat eine Auswahl zusammengestellt.

Foto: picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte
Foto: picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte

Approbationsordnung:  Der Referentenentwurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums für eine neue Ärztliche Approbationsordnung (ÄApprO) liegt vor. Mit ihr soll unter anderem die wissenschaftliche und digitale Kompetenz der Medizinstudierenden, das Öffentliche Gesundheitswesen sowie die Allgemeinmedizin gestärkt werden. Mit der neuen ÄApprO, die 2025 in Kraft treten soll, soll sich auch die Struktur des Praktischen Jahres ändern. Statt Tertiale soll es künftig Quartale geben, wobei mindestens eines im ambulanten vertragsärztlichen Bereich absolviert werden muss. Im Staatsexamen soll die Allgemeinmedizin obligatorisches Prüfungsfach sein. ER

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www.aerzteblatt.de/201670

Diabetesstrategie: Kassenversorgung von Adipositaspatienten in frühen Stadien, Verbesserung von Disease-Management-Programmen, stärkerer Fokus auf Sport und Ernährung im Medizinstudium und gezieltere Nutzung von Daten und Digitalisierung stehen als Ziele in der 2020 beschlossenen Diabetesstrategie. Sie soll eine Richtlinie für künftige Gesetze sein, enthalte aber keine konkreten Verantwortlichkeiten oder Zeiträume, monierten Kritiker. Auch verbindliche Vorgaben etwa zur Zuckerreduktion in Lebensmitteln fehlen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bezeichnete das Papier deshalb als „Light“-Version einer Strategie. alir

www.aerzteblatt.de/n114122

Foto: picture alliance/BSIP CHASSE
Foto: picture alliance/BSIP CHASSE

DRG: Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat die Pflegepersonalkosten für den Fallpauschalenkatalog 2021 aus den Fallpauschalen (DRG) herausgerechnet – so, wie es die Bundesregierung im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz 2018 beschlossen hatte. Die Gesamtkosten für das Pflegepersonal belaufen sich demnach auf 16 Milliarden Euro. Die Differenz zwischen den aus dem DRG-System herausgenommenen und den künftig im Pflegebudget enthaltenen krankenhausindividuellen Pflegepersonalkosten beträgt 1,6 Milliarden Euro. Seit 2020 werden die Kosten für das Pflegepersonal auf Basis der Ist-Kosten bezahlt. fos

www.aerzteblatt.de/202319

E-Health: Im Bereich der weiteren Digitalisierung des Gesundheitswesens war das abgelaufene Jahr 2020 einerseits geprägt von einem pandemiebedingten Schub bei Videosprechstunden und Telemedizin sowie zahlreichen gesetzlichen Neuregelungen und einem Ausbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur. Zugleich zeigte die Störung des Ver­sicher­ten­stamm­daten­ab­gleichs in der Tele­ma­tik­infra­struk­tur im Frühsommer mögliche Probleme einer digitalen Infrastruktur auf. Zudem nahm die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eine zu oft herrschende „Asynchronität“ von gesetzlichen Fristen und den vorhandenen technischen Lösungen wahr. aha

http://daebl.de/GT34

Foto: Alterfalter/stock.adobe.com
Foto: Alterfalter/stock.adobe.com

EU-Ratspräsidentschaft: Für sechs Monate stand Deutschland an der Spitze der EU-Länder – viele Pläne für die deutsche Ratspräsidentschaft konnten wegen der Pandemie nicht umgesetzt werden. Aber: Die bessere Kooperation der Institutionen und der Wunsch, einheitliche Regelungen zur Nutzung von Gesundheitsdaten in der EU, konnten diskutiert werden. Das Projekt „Gaia X“ stand dabei im Fokus. Zudem legte die EU-Kommission eine Pharmastrategie gegen Arzneimittelengpässe vor. Für künftigen Diskussionsstoff werden die Kommissionspläne für eine EU-Gesundheitsunion sorgen – denn derzeit sind die Nationalstaaten zuständig. bee

http://daebl.de/UA16

Faires Kassenwettbewerbsgesetz: Der jahrelange Streit um den milliardenschweren Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen wurde im Februar 2020 besiegelt – vorerst: Mit neuen Ausgleichskomponenten sowie einem Krankheitsvollmodell von 300 Diagnosen soll es bis zur nächsten Evaluation eine gerechtere Zuteilung der Gelder geben. Für Ärzte stellt das Gesetz klar, dass diagnosebezogene Vergütungen in Hausarzt- und Selektivverträgen erlaubt sind. Minister Spahn plante, noch viel Größeres zu erreichen, scheiterte aber an der SPD und den Ländern: Die elf AOKen sollen geöffnet und damit unter Bundesaufsicht gestellt werden. bee

www.aerzteblatt.de/n109310

Foto: picture alliance/dpa/Harald Tittel
Foto: picture alliance/dpa/Harald Tittel

Geflüchtete Menschen: Um die Gesundheitsversorgung von geflüchteten Menschen stand es auch 2020 schlecht – das galt besonders für das Lager Moria in Griechenland, in dem es im September tagelang brannte. Das Ringen, wo die traumatisierten und erkrankten Menschen betreut werden sollen, konnten die EU-Staaten nicht auflösen. Einige Kinder wurden im Sommer nach Deutschland gebracht. Auch bei den Rettungseinsätzen auf dem Mittelmeer erleben ärztliche Hilfsorganisationen schwierige Versorgungssituationen. Der Appell an die EU-Staaten, die Menschen aufzunehmen, verhallte allerdings auch 2020. bee

http://daebl.de/WA61

G-BA: Nachdem der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) im Bereich der Versorgungsforschung schon mehrere Ergebnisberichte abgenommen und für einige Projekte Empfehlungen ausgesprochen hat, konnte er das Ende Dezember 2020 erstmals auch für den Bereich der neuen Versorgungsformen tun. Eine entsprechende Empfehlung gab es für das Projekt Telenotarzt Bayern, bei dem der Rettungsdienst einer ländlichen Region telemedizinisch unterstützt wird. Da der Rettungsdienst durch Landesgesetze geregelt ist, wurden die Erkenntnisse an die Ge­sund­heits­mi­nis­terien der Bundesländer weitergeleitet. aha

http://daebl.de/VF39

Foto: picture alliance/Phanie BURGER
Foto: picture alliance/Phanie BURGER

Gesundheitsberufe: Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat im Januar einen Strategieprozess begonnen, in dem es auch um die Substitution ärztlicher Leistungen durch Pflegefachpersonen geht. Dieser Prozess, an dem auch die Bundes­ärzte­kammer beteiligt ist, war im Vorjahr im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege vereinbart worden. Im Gespräch ist derzeit eine Erweiterung der Versorgungsbefugnisse für Pflegefachkräfte im Rahmen des Wundmanagements, der häuslichen Krankenpflege und der Verordnung von bestimmten Hilfsmitteln. Konkrete Ergebnisse werden voraussichtlich Ende dieses Jahres erwartet. fos

www.aerzteblatt.de/n118333

Hebammenstellen: Ab diesem Jahr können Krankenhäuser Geld für mehr Personal auf den Geburtshilfestationen beantragen. Bis 2023 sollen dafür 100 Millionen Euro jährlich bereitstehen. Je 500 Geburten pro Jahr werden 0,5 Vollzeitstellen für Hebammen gefördert. Die Finanzierung unterstützender Fachkräfte ist auf zehn Prozent der auf Vollzeit hochgerechneten Gesamtzahl der Hebammen, die zum 1. Januar angestellt waren, gedeckelt. So könnten rund 600 Hebammenstellen und bis zu 1 750 Stellen für Fachpersonal entstehen, schätzt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium. Fachverbänden ist das zu wenig, sie fordern Nachbesserungen. alir

www.aerzteblatt.de/n115427

Foto: upixa/stock.adobe.com
Foto: upixa/stock.adobe.com

Insolvenzen: Die Zahl der Krankenhausinsolvenzen in Deutschland bleibt hoch, ebenso die Zahl der Krankenhäuser, die rote Zahlen schreiben. So wurde 2020 der Ruf nach einer Reform des DRG-Systems laut und vielstimmig. Einig sind sich die Befürworter einer Reform darin, dass die Krankenhäuser künftig nicht mehr gezwungen sein sollen, möglichst viele Leistungen zu erbringen, um sich refinanzieren zu können. Stattdessen sollen sie einen Sockelbetrag erhalten, der ihre Vorhaltekosten abdeckt. Hinzu kommen könnte ein qualitätsorientierter Zuschlag, den beispielsweise Krankenhäuser erhalten, die Mindestmengen erfüllen. fos

www.aerzteblatt.de/201790

Intensivpflegegesetz: Großrazzien legten 2019 organisierten Betrug von Pflegedienstleistern im Bereich außerklinisch betreuter Intensivpatienten offen. Das im Juli 2020 beschlossene Gesetz soll kriminelle Schlupflöcher schließen, unter anderem mit jährlichen Kontrollen durch den Medizinischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung, der im Zweifelsfall stationäre Versorgung anordnen kann. Besonders Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen, die zu Hause gepflegt werden, fühlten sich entmündigt und protestierten. Viele hoffen auf differenziertere Richtlinien durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss. Diese werden im Dezember dieses Jahres erwartet. alir

www.aerzteblatt.de/201486

Foto: picture alliance/Franziska Kraufmann/dpa
Foto: picture alliance/Franziska Kraufmann/dpa

Klimawandel: Die Monitoringergebnisse der Initiative Lancet Countdown zeigten, dass die Klimakrise auch in einer Pandemie keine Pause einlegt. Die Auswirkungen der Klimaveränderungen sind längst auch hierzulande angekommen, so liegt Deutschland etwa bei der Zahl der Hitzetoten im weltweiten Vergleich weit vorne. Als mögliche Maßnahmen für Deutschland empfahlen Experten vermehrt für eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu werben und aktive Mobilität zu fördern. Optimal seien Triple-Win-Maßnahmen, die das Fortschreiten des Klimawandels vermieden, die Gesundheit stärkten und nachhaltige Wirtschaftszweige förderten. nec

www.aerzteblatt.de/202455

Konversionstherapieverbot: Am 12. Juni wurde das Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen erlassen. Diese Behandlungen mit dem Ziel homosexuelle Menschen „umpolen“ zu wollen, sind bei allen Minderjährigen bis 18 Jahre verboten. Verboten wurde das Anbieten, Bewerben oder Vermitteln solcher Behandlungen. Verstöße gegen das neue Gesetz sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder hohen Bußgeldern geahndet werden. Das Gesetz gilt nicht nur für Personen, die berufsmäßig handeln. Auch Eltern oder andere Fürsorge- oder Erziehungsberechtigte könnten bei gröblicher Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht bestraft werden. pb

http://daebl.de/UK23

Foto: picture alliance/Erich Teister Shotshop
Foto: picture alliance/Erich Teister Shotshop

Krankenhausplanung: Der Umbau der Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen schreitet voran. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) hat im Oktober einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, demzufolge nicht mehr Krankenhausbetten die Basis für die Planung sein sollen, sondern medizinische Leistungen. Die Leistungsbereiche sollen sich dabei an der ärztlichen Weiter­bildungs­ordnung orientieren. Künftig sollen die Krankenhäuser nur die Leistungen erbringen dürfen, die ihnen von der Regierung zugewiesen wurden. Einzelne Leistungsbereiche sollen zudem mit Qualitätsindikatoren wie Mindestmengen verknüpft werden. fos

www.aerzteblatt.de/201961

Kryokonservierung: Die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen sowie die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen sind im vergangenen Jahr Kassenleistung geworden. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) entschieden. Ausgeschlossen sind aber zunächst unter 18-Jährige sowie generell Frauen ab 40 und Männer ab 50 Jahren. Bei minderjährigen weiblichen Versicherten gibt es Hürden im Zusammenhang mit Arzneimittelzulassungen. Konkret geht es um Zulassungseinschränkungen für den Einsatz der Hormone bei unter 18-Jährigen. Die festgelegte Altersgrenze war bei Betroffenenvertretern auf Kritik gestoßen. may

http://daebl.de/ZK95

Foto: picture alliance/Bildagentur-online Ohde
Foto: picture alliance/Bildagentur-online Ohde

Masernimpfpflicht: Der Bundestag hat im vergangenen Jahr nach langer Debatte für ein Masernschutzgesetz gestimmt. Kern ist es, dass für Kinder vor der Aufnahme in Kitas, Schulen und Kindertagespflegeeinrichtungen der Nachweis erbracht werden muss, dass die Kinder wirksam gegen Masern geimpft sind. Auch Ärzte sowie weiteres medizinisches Personal und Mitarbeiter in Gemeinschaftseinrichtungen müssen bis Ende Juli 2021 einen vollständigen Impfschutz nachweisen. Bei Verstößen sind Bußgelder möglich. Zudem sollen Ärzte aller Berufsgruppen impfen können. Das Gesetz gilt seit dem 20. März 2020. Die Reform war umstritten. may

http://daebl.de/DE62

Nationale Demenzstrategie: Im September haben Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) und Bun­des­for­schungs­minis­terin Anja Karliczek (CDU) sowie 57 Verbände die Nationale Demenzstrategie unterzeichnet. Das Ziel der Strategie ist insbesondere, die Bevölkerung über die Demenz zu informieren und die Krankheit dadurch stärker zu entstigmatisieren. „Es geht darum, Demenzkranken respektvoll und hilfsbereit zu begegnen“, erklärte Spahn. „Ein breites gesellschaftliches Bündnis ist ein wichtiger Schritt, dieses neue Bewusstsein zu schaffen.“ fos

www.aerzteblatt.de/201846

Foto: mauritius images/Science Source James Cavallini
Foto: mauritius images/Science Source James Cavallini

Nobelpreise: Harvey J. Alter, Michael Houghton und Charles M. Rice wurden 2020 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet, weil sie zur Identifikation des Hepatitis-C-Virus (HCV) beigetragen, Blutprodukte- und Transfusionen sicherer gemacht und den Weg zur vollständigen Eradikation dieses Virus frei gemacht haben. Der Chemienobelpreis ging an die Biochemikerinnen Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna. Den beiden Forscherinnen gelang die elegante Entwicklung und Vereinfachung der CRISPR/Cas9-Technologie. Dadurch wurde die Herstellung von individuellen Genscheren erheblich erleichtert. mls

www.aerzteblatt.de/201898

Organspende: Trotz der COVID-19-Pandemie konnten 2020 in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Organspende und Transplantationen ohne größere Einbrüche fortgeführt werden. Von Januar bis Oktober 2020 gab es 793 postmortale Organspender – 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Grundsätzlich optimistisch startet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) deshalb ins neue Jahr. Denn jetzt sollten die Maßnahmen des „Gesetzes zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“ von 2019, insbesondere die Stärkung der Transplantationsbeauftragten, greifen. ER

www.aerzteblatt.de/202220

Foto: momius/stock.adobe.com
Foto: momius/stock.adobe.com

Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD): Bund und Länder haben sich im vergangenen Jahr darauf verständigt, den ÖGD mit einem Betrag von vier Milliarden Euro durch den Bund bis 2026 zu fördern. Damit sollen in den Ländern unter anderem bis zu 5 000 neue Stellen neu geschaffen werden. In einem ersten Schritt soll es bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1 500 Stellen für Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter geben. Die Mittel stehen auch für den Ausbau der Digitalisierung in den Ämtern bereit. Grund für den Vorstoß: Die Defizite des ÖGD etwa in Ausstattung und Personal sind in der Coronapandemie besonders aufgefallen. may

http://daebl.de/YC12

Pflegepersonaluntergrenze: Ab dem 1. Februar 2021 gelten die Pflegepersonaluntergrenzen auch in den stationären Bereichen Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Pädiatrie und pädiatrische Intensivmedizin. Das hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium im November festgelegt, nachdem sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband nicht auf neue Bereiche einigen konnten. Seit 2019 gelten Untergrenzen in den Bereichen Geriatrie, Intensivmedizin, Unfallchirurgie und Kardiologie, seit 2020 zudem in den Bereichen Herzchirurgie, Neurologie, neurologische Schlaganfalleinheit und neurologische Frührehabilitation. fos

www.aerzteblatt.de/201964

Foto: mauritius images/Westend61 Dieter Heinemann
Foto: mauritius images/Westend61 Dieter Heinemann

Pflegeversicherung: Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) hat im November Eckpunkte für eine Reform der Pflegeversicherung vorgelegt. Demnach ist vorgesehen, die Eigenanteile bei den Pflegekosten für die Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen zu begrenzen. Künftig sollen die Bewohner maximal 700 Euro pro Monat für einen Zeitraum von 36 Monaten für die Pflegekosten bezahlen. Zudem sollen nur noch die Pflegeeinrichtungen zugelassen werden, die ihre Mitarbeiter nach Tarif bezahlen. Um die Kosten der Reform nicht allein den Pflegekassen zu überlassen, will ihnen der Bund einen Zuschuss zahlen. fos

www.aerzteblatt.de/n118233

Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung: Am 1. September, also zum Wintersemester 2020 ist das Psycho­therapeuten­ausbildungs­reform­gesetz in Kraft getreten, das Studierenden der Psychologie ermöglicht, einen Masterstudiengang Psychotherapie zu absolvieren. Die Approbation kann künftig bereits nach dem Studium beantragt werden. Danach können die Psychotherapeuten eine Weiterbildung absolvieren, in der sie sich für Psychotherapieverfahren und die Versorgung von Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen spezialisieren. Erwartet wird, dass der nächste Deutsche Psychotherapeutentag im April eine Musterweiterbildungsordnung verabschiedet. pb

www.aerzteblatt.de/201762

Foto: BernardaSv/iStock
Foto: BernardaSv/iStock

Regresse: Ärzte müssen im Fall eines Arznei- oder Heilmittelregresses in der Regel nicht mehr für die gesamten Kosten einer unwirtschaftlichen Verordnung aufkommen, sondern nur den Mehrpreis erstatten. Das sehen neue Rahmenvorgaben zur Wirtschaftlichkeitsprüfung vor, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband im Mai abgeschlossen haben. Nur bei generellen Verordnungsausschlüssen soll die neue Regelung nicht berücksichtigt werden, also beispielsweise bei gesetzlichen Ausschlüssen wie Lifestylearzneimitteln – und bei Ausschlüssen nach der Heilmittelrichtlinie, zum Beispiel Musiktherapie. fos

www.aerzteblatt.de/201150

Reproduktionsmedizin: Wie kaum ein anderes Fachgebiet ist die Reproduktionsmedizin rasanten medizinischen Fortschritten unterworfen. Da viele neue Verfahren jedoch durch das aus dem Jahr 1990 stammende Embryonenschutzgesetz verboten sind, forderte die Bundes­ärzte­kammer Mitte 2020 mit ihrem Memorandum zur Reproduktionsmedizin rechtliche Änderungen. Insbesondere plädiert sie für eine Aufhebung der „Dreierregel“. Auch die Eizellspende sollte nach ihrer Ansicht in der kommenden Legislaturperiode in engen Grenzen zugelassen und die Spende überzähliger pränidativer Embryonen (Embryospende) geregelt werden. ER

www.aerzteblatt.de/201670

Foto: picture alliance/dpa/Uli Deck
Foto: picture alliance/dpa/Uli Deck

Suizidbeihilfe: Ein überraschend weitreichendes Urteil verkündete das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020: Es erklärte den 2015 eingeführten Strafrechtsparagrafen 217, der die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid verbietet, für nichtig. Zwar dürfe der Gesetzgeber die Suizidbeihilfe regulieren, er müsse aber dem Recht des Einzelnen auf selbstbestimmte Lebensbeendigung hinreichend Rechnung tragen, so die Richter. Zugleich regten sie eine Neugestaltung des Berufsrechts der Ärzte an. Die innerärztliche Debatte dazu ist bereits gestartet und soll auf dem Deutschen Ärztetag im Mai dieses Jahres fortgesetzt werden. ER

www.aerzteblatt.de/20476

Tabakwerbeverbot: Seit Beginn dieses Jahres dürfen Hersteller von Tabakprodukten nicht mehr vor Kinofilmen für unter 18-Jährige werben oder Gratisproben auf Festivals verteilen. Die Maßnahmen sind Teil eines Werbeverbots für Tabakprodukte, das der Bundestag im Juli 2020 beschlossen hat, nachdem die Unionsfraktionen eine jahrelange Blockade des Gesetzes aufgegeben hatten. Deutschland ist das letzte EU-Mitglied, das Werbung für Tabakprodukte einschränkt. Außenwerbung für Zigaretten ist ab 2022 verboten, für Tabakerhitzer ab 2023 und für E-Zigaretten ab 2024. An Außenflächen des Fachhandels darf weiter geworben werden. alir

www.aerzteblatt.de/n114235

Foto: Настя Короткова/stock.adobe.com
Foto: Настя Короткова/stock.adobe.com

Weiterbildung: Im Jahr 2020 befanden sich Simulationstrainings im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung weiter auf dem Vormarsch. Die Kombination eines klassischen Weiterbildungssettings mit modernen Patientensimulatoren stellen mehr und mehr eine sinnvolle Erweiterung der didaktischen Möglichkeiten dar. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung können so zeitkritische, seltene oder komplexe invasive Maßnahmen ohne Risiko üben, Fehler machen, gegebenenfalls abbrechen und den Prozess neu starten. Zu den Hightechverfahren zählen beispielsweise Trainingskonsolen für die robotische Chirurgie. hil

http://daebl.de/ZF82

Zolgensma: Mit dem Gentherapeutikum Zolgensma, das zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie Typ 1 (SMA1) bei Kindern eingesetzt wird, ist im vergangenen Jahr das teuerste Medikament auf den deutschen Markt gekommen, das es bis dahin gab. Die Einmaltherapie der Novartis-Tochter Avexis kostet knapp zwei Millionen Euro. Mitte Mai hatte die Europäische Arzneimittelagentur die Zulassung für das Medikament erteilt. In den USA ist es schon seit einiger Zeit zugelassen. Weil die Umsatzschwelle von 50 Millionen Euro seit Markteintritt überschritten worden ist, muss sich der Hersteller in Deutschland nun der frühen Nutzenbewertung stellen. may

http://daebl.de/YE63

Die TOP-Themen auf aerzteblatt.de neben der COVID-19-Pandemie, Infektionen, Virologie et cetera im Jahr 2020.

Grippe/Influenza
http://daebl.de/UX73

Schwangerschaft und Geburt
http://daebl.de/KV18

Ernährung
http://daebl.de/ST94

Kindergesundheit
http://daebl.de/ST78

E-Health
http://daebl.de/GT34

Alzheimer/Demenz
http://daebl.de/XW14

Berufe im Gesundheitswesen
http://daebl.de/YN81

Arzneimittelforschung
http://daebl.de/WM67

Diabetes
http://daebl.de/DX22

Alkohol
http://daebl.de/QU38

Hirnforschung
http://daebl.de/YA68

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