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Die Autoren berichten über einen Patienten mit den Zeichen eines akuten Abdomens und eines septischen Schocks (1). Der Patient wurde offenbar empirisch mit „Tazobac und Metronidazol“ behandelt. Bei dieser Kombination handelt es sich um eine leider weit verbreitete Übertherapie, da Piperacillin/Tazobactam das Spektrum von Metronidazol umfasst, also auch gegen Anaerobier wirksam ist. Ein „Enterococcus cloacae“ ist uns nicht bekannt. Enterococcus ssp. sind grampositive Kokken, die bei Harnwegsinfektionen eine Rolle spielen können. Im berichteten Fall ist es wahrscheinlicher, dass Enterobacter cloacae, ein gramnegatives Stäbchenbakterium, nachgewiesen wurde. Mit dem Erregernachweis wurde sicherlich auch ein entsprechendes Antibiogramm übermittelt, das zu einer gezielten Therapie hätte führen müssen. Die gewählte Kombination aus zwei potenten ß-Lactam-Antibiotika mit ähnlichen Wirkspektren ist für uns nicht nachvollziehbar und muss ebenfalls als Übertherapie angesehen werden. Der zusätzliche Einsatz des Antimykotikums „Fluconazol“ ist ohne Hinweis auf eine Pilzbeteiligung selbst bei einem Diabetiker nicht gerechtfertigt. Erfreulicherweise besserten sich die „Infektparameter“ des Patienten.

DOI: 110.3238/arztebl.m2021.0061

Prof. Dr. med. Arne C. Rodloff

Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, DTM&H

Interdisziplinäres Zentrum für Infektionsmedizin des
Universitätsklinikums Leipzig

acr@medizin.uni-leipzig.de

1.
Kloth C, Bedke J, Preibsch H: Emphysematous cystitis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 487 VOLLTEXT
1.Kloth C, Bedke J, Preibsch H: Emphysematous cystitis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 487 VOLLTEXT

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