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Randnotiz: Twitter war schneller

Meyer, Rüdiger

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Noch bevor die Behörden in Europa registrierten, dass das neue Coronavirus SARS-CoV-2 angekommen ist, gab es auf Twitter Anzeichen dafür. Ein Team um Pietro Panzarasa von der Scuola IMT Alti Studi in Lucca hat private Tweets analysiert, um herauszufinden, wann die Nutzer die ersten Erkrankungen in ihrem persönlichen Umfeld bemerkt haben. Ausgewertet wurden alle Tweets in den Sprachen Deutsch,Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch und Spanisch. Gesucht wurde nach der Verwendung der Wörter „Pneumonie“ und „trockener Husten“. Die Ergebnisse zeigen, dass es in fast allen Ländern bereits in den Wochen vor den Ausbrüchen zu einer Zunahme der Tweets gekommen war, die die Krankheit erwähnen. In Italien kam es bereits in den ersten Wochen des Jahres 2020 zu einem Anstieg. In Frankreich gab es ein ähnliches Muster. Spanien, Polen und das Vereinigte Königreich folgten mit Verzögerung. Für Deutschland konnte Panzarasa keinen frühzeitigen Anstieg erkennen. Tatsächlich stammte die Mehrheit der Benutzer, die über Lungenentzündungen und trockenen Husten diskutierten, aus Regionen wie der Lombardei, Madrid, der Île de France und England, in denen es mit zeitlicher Verzögerung zu einem Anstieg der Erkrankungen kam. Da es sich um eine retrospektive Studie handelt, bleibt möglich, dass die Autoren solange an ihren Analysen feilten, bis das richtige Ergebnis zustande kam. Vor allem die örtliche Übereinstimmung ist jedoch frappierend. Panzarasa ist überzeugt, dass die Analyse von sozialen Medien hilft, frühzeitig Verdachtsmomente für Krankheitswellen zu erkennen.

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