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Eduard Seidler †: Arzt, Ethiker und Historiker in einer Person

Richter-Kuhlmann, Eva

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Eduard Seidler, Foto: privat
Eduard Seidler, Foto: privat

Der Kinderarzt und Medizinhistoriker Prof. Dr. med. Eduard Seidler (Jahrgang 1929) starb am 7. Dezember 2020 in Freiburg. Bis 1994 hatte er den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg inne und erlangte internationale Bekanntheit: Neben dem Bundesverdienstkreuz und der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft, erhielt er 2007 für sein Buch über das Schicksal der deutschen Kinderärzte jüdischer Abstammung die Ehrenmitgliedschaft der Israeli Pediatric Association. Zudem war er seit 1991 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Sektion Wissenschafts- und Medizingeschichte.

Seidler studierte Medizin in Mainz, Paris und Heidelberg und absolvierte von 1955 bis 1963 die Weiterbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde in Heidelberg. Dort studierte er auch parallel Geschichte und erarbeitete in Paris eine maßgebliche Studie über die Heilkunde des ausgehenden Mittelalters, mit der er sich 1965 für das Fach Geschichte der Medizin habilitierte.

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1967 wurde Seidler auf den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Universität Freiburg berufen. Zu seinen Arbeitsgebieten zählten die Geschichte der Kinderheilkunde, die Geschichte der Krankenpflege und die Medizin im Nationalsozialismus, bei denen er nicht nur historische, sondern auch anthropologische und ethische Fragestellungen beleuchtete. Von 1988 bis 1992 war er Präsident der von ihm 1986 mitbegründeten Akademie für Ethik in der Medizin. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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