szmtag Multimorbidität: Die WHO irrt
ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2021Multimorbidität: Die WHO irrt
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Vielen Dank für die den Überblick zu Multimorbidität. Sehr klar und übersichtlich. Diese Entwicklung der Multimorbidität beherrscht unsere Gesundheitssysteme weltweit. Die WHO hat sich im Jahr 2016 zu Empfehlungen der Bewältigung dieser Herausforderung entschlossen. Das Paradigma dieser Lösungsansätze besteht offenbar leider nur darin, dass die Politik und die Gesundheitssysteme die Versorgung dieser Multimorbidität bereitzustellen hat.

Die zitierten Lösungsansätze, die damit weitergeleitet werden, enthalten keinen einzigen Hinweis auf die Prävention und die Eigenverantwortung der gesamten Bevölkerung. Der Staat und sein Gesundheitsysstem sollen „liefern“, anstatt dass jeder Einzelne in erster Linie zur eigenen Bemühung um seine eigene Gesundheitshaltung angeleitet und unterstützt wird. Überspitzt bedeutet das: Es soll eine „Multimorbitätsindustrie“ weiter ausgebaut und angeboten werden. Dieses Leitbild wird uns und unser System nicht nur herausfordern, sondern überfordern. Wenn schon Industrie, dann lieber eine „Präventionsindustrie“.

Ich finde es ein Versäumnis in der Rubrik „Themen der Zeit“ des Ärzteblattes, dieses Leitbild nur fortzuschreiben und zu intensivieren, anstatt die Chancen der Prävention – besser gesagt die unausweichliche Notwendigkeit zur Prävention – anzusprechen und einen Wechsel der Priorität zu fordern. Die WHO irrt.

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Dr. med. Martin Wöhrle, 70182 Stuttgart

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