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ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2021Stress im Arztberuf: Viele belastbare Daten
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Zum Thema, ein Curriculum zu implementieren, „um die Ausbildung von gesundheitsbewussten Ärztinnen und Ärzten zu fördern“, gibt es so viele belastbare Daten, dass schon jetzt alle Medizinischen Fakultäten das einführen sollten. Freiwillige Teilnahme reicht kaum aus. Zu oft wird die Notwendigkeit professioneller Hilfe verkannt.

Dazu Daten von 821 Medizin-Studierenden (im klinischen Semester) aus einer Dissertation von 2012, die der Autor betreute: Zunehmenden Verlust an Empathiefähigkeit beobachteten 20 Prozent der Studenten (m) und 14 Prozent der Studentinnen (w). Dass dies ein Indiz für Überlastung darstelle, wurde zu wenigen bewusst. Der Hinweis auf das Burnout-Risiko wurde zu oft mit der Begründung abgelehnt: Wir gehören nicht zu den „Schwachen“ – trotz späterem1:1-Burn-out-Risiko.

Häufig „verbraucht“ fühlten sich am Ende eines Studientages 20 (w) und 11 Prozent (m). Eingeschränktere Leistungsfähigkeit als in der Gymnasialzeit gaben 32 (w) und 19 Prozent (m) an. Genügend Strategien zur Stressbewältigung wurden auch genderspezifisch angegeben: 23 (w) zu 44 Prozent (m) (p 0,0001). Ein Zugewinn an Empathie-Fähigkeit im Studienverlauf wurde von 43 (w) und 23 Prozent (m) erlebt (p 0,0007). Dass das Studium die persönliche Zufriedenheit fördere, gaben 23 (w) und 31 Prozent (m) an. All diese Daten wurden standardisiert mit 40 Items erhoben.

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Fazit: Ärzte als Helfer sind dann überzeugend und therapeutisch erfolgreich, wenn sie nicht bereits im Medizinstudium zu Hilfebedürftigen wurden. Bei 90 Prozent Compliance der Angesprochenen – mit vollständigen Daten – sind diese sicher als repräsentativ einzustufen.

Prof. Dr. med. Dipl. Psych. J. M. Wenderlein, 50975 Ulm

Literatur beim Verfasser

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