ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2021Digitale Gesundheitsanwendungen: Die Akzeptanz steigern
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Eine Befragung zeigt: Ärztinnen und Ärzte nehmen digitale Gesundheitsanwendungen durchaus als Chance wahr. Dennoch scheinen Maßnahmen sinnvoll, um die Integration in den Praxisalltag zu erleichtern und die Akzeptanz insbesondere unter Allgemeinmedizinern zu erhöhen.

Foto: Jackie Niam/iStock
Foto: Jackie Niam/iStock

Am 19. Dezember 2019 trat das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) in Kraft und ebnete mit der Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung (DiGAV) den Weg für die „App auf Rezept“. Das Gesetz erweitert die Möglichkeiten für den Bezug von Gesundheits-Apps innerhalb des ersten Gesundheitsmarktes. Sie können in die Regelversorgung aufgenommen und als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) von niedergelassenen Leistungserbringern verordnet oder Kostenträgern bereitgestellt werden, wenn sie durch das DVG definierte Eigenschaften aufweisen und im vorgesehenen Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen wurden (1, 2, 3). Seit dem 6. Oktober 2020 sind die ersten Produkte im Verzeichnis gelistet.

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Die DiGAV definiert weitere Bedingungen zur Aufnahme von Gesundheits-Apps in das DiGA-Verzeichnis. Zu den allgemeinen Anforderungen an DiGAs gehören die Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualität, Datenschutz und Datensicherheit. Der Nachweis positiver Versorgungseffekte erfolgt über den Nachweis eines medizinischen Nutzens oder über patientenrelevante Verfahrens- und Strukturverbesserungen (2). Erfüllt eine Anwendung alle Kriterien, wird sie ins DiGA-Verzeichnis nach § 139 e Sozialgesetzbuch (SGB) V aufgenommen und kann verordnet werden. Erfüllt sie lediglich die allgemeinen Anforderungen, kann sie via „Fast-Track-Verfahren“ aufgenommen werden. Innerhalb einer einjährigen Erprobungsphase hat der Hersteller die Möglichkeit, einen Nachweis über die positiven Versorgungseffekte nachzureichen. In dieser Phase kann die Anwendung vorläufig in der Regelversorgung verordnet werden. Gelingt der Nachweis nicht, wird die Anwendung abgelehnt und aus dem Verzeichnis gestrichen. Sollten weder allgemeine Anforderungen noch positive Versorgungseffekte nachgewiesen werden, wird der Antrag auf Aufnahme abgelehnt (3). Das DVG und die DiGAV beeinflussen das zukünftige Wirken der einzelnen Akteure des Gesundheitswesens unterschiedlich stark. Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner nehmen als Verordnende mit Blick auf eine erfolgreiche Implementierung des DVGs eine zentrale Rolle ein. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Sicht der Allgemeinmediziner als zentrale Stakeholdergruppe abzubilden. Neben Erfahrungswerten und Akzeptanz werden auch wahrgenommene Chancen und Risiken beleuchtet.

Methodik der Befragung

Zielgruppe der Befragung des Fraunhofer IMW und der Gesundheitsforen Leipzig waren niedergelassene Allgemeinmediziner, da sie häufig die erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten darstellen und eine Vielzahl weiterer Fachgebiete tangieren. Literaturgeleitet wurde ein strukturierter Fragebogen mit 41 geschlossenen und offenen Fragen entwickelt.

Bundesweit wurden 800 Allgemeinmediziner mithilfe der Weißen Liste (4) und der Online-Suchfunktion nach Ärzten der bundesweit 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) identifiziert. Die Anzahl der kontaktierten Ärzte je KV wurde anhand der Verteilung von Allgemeinmedizinern laut Bundesarztregister der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit Stand vom 31. Dezember 2019 (5) bemessen. Die Befragung fand von April bis Mai 2020 statt. Je Praxis wurde nur ein Mediziner initial per E-Mail und anschließend per Fax kontaktiert. Zur Steigerung der Rücklaufquote wurden Allgemeinmediziner zusätzlich telefonisch kontaktiert. Die Teilnahme konnte über einen Online-Fragebogen, per Fax oder per Telefoninterview erfolgen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv.

Die Ergebnisse

Es schlossen 51 Allgemeinmediziner den Fragebogen online, telefonisch oder per Fax ab (Rücklaufquote: 6,4 %). Das Geschlechterverhältnis ist mit 25 weiblichen und 26 männlichen Teilnehmenden ausgewogen. 75 % der Befragten sind jünger als 60 Jahre, ein Viertel der Befragten ist über 60 Jahre alt. 63 % der Teilnehmenden geben das Einzugsgebiet ihrer Arztpraxen als städtisch, 27 % als gemischt und etwa 10 % als ländlich an.

Drei Viertel der Teilnehmenden schätzen ihren Informationsstand zum DVG zum Zeitpunkt der Umfrage als eher schlecht (51 %) oder schlecht (12 %) ein oder geben an, vom DVG noch nichts erfahren zu haben (12 %). Ein Viertel fühlt sich eher gut informiert; keiner der befragten Ärzte schätzt sich als sehr gut informiert ein. Die Hälfte der Teilnehmenden informiert sich bevorzugt privat. Weitere 27 % geben an, dass sie informiert werden, zum Beispiel über die KV oder KBV. 10 % informieren sich bevorzugt auf Tagungen und Kongressen, 12 % enthalten sich. Nur 12 % der Teilnehmenden sehen die Interessen als Mediziner ausreichend im DVG berücksichtigt. 70 % können dies nicht bestätigen, 18 % enthalten sich. 10 % der Befragten bringen sich in die Gestaltung digitaler Versorgung ein. Dies geschieht beispielsweise durch Vorschläge an Entwickler, Mitarbeit in der K(B)V oder durch die Entwicklung eigener Zugangswege zur digitalen Praxis. 86 % der Befragten bringen sich nicht ein, 4 % enthalten sich.

Erfahrungen mit Apps limitiert

Persönliche Erfahrungen mit Gesundheits-Apps bei den Befragten sind limitiert. Sieben von Zehn nutzen privat keine oder empfehlen sie ihren Patienten. Insbesondere Ärzte, welche privat keinen Gebrauch hiervon machen, sind einer Empfehlung den Patienten gegenüber abgeneigt: In dieser Subgruppe haben 83 % diese Apps noch keinen Patienten empfohlen. Drei von Zehn der Befragten nutzen privat Gesundheits-Apps und haben bereits Empfehlungen ausgesprochen. Die geringe Vorerfahrung mit Gesundheits-Apps wird bei bereits beobachteten Auswirkungen deutlich. 78 % der Teilnehmenden haben bisher keine positiven Effekte beobachtet; 69 % berichten bisher keine negativen Effekte. Als positive Effekte werden die Compliance und das Selbstmanagement der Patienten bei chronischen Erkrankungen genannt, die Steigerung der Mobilität oder die kontaktlose Behandlung während der SARS-CoV-2-Pandemie. Negative Beobachtungen im Zusammenhang mit Gesundheits-Apps werden patientenseitig aufgezeigt. Fehlinterpretationen der Patienten und eine starke Fokussierung auf einzelne biologische Parameter, wie beispielsweise den Blutdruck, seien zu beobachten. Dies führe zu Ängsten und Verunsicherung, da die Werte nicht in einen Kontext eingeordnet werden könnten. Auch von Zwangssymptomen und psychosomatischen Beschwerden wird berichtet. Weitere negative Konsequenzen würden durch technische Störungen und Fehler verursacht. Die Verordnungsbereitschaft von DiGAs ist bei 63 % größtenteils eher gering oder gering ausgeprägt. 37 % der Teilnehmenden geben an, dass ihre Verordnungsbereitschaft von DiGAs eher hoch oder hoch sei.

Der Großteil der Allgemeinmediziner sieht Chancen durch eine bessere Vernetzung zwischen Ärzten und Patienten (69 %) sowie bei der Erreichung neuer Patientengruppen (61 %).

Für Allgemeinmediziner stehen eine Vielzahl an Informationsquellen bereit. Bisher wurden Informationen zu DiGAs am häufigsten über Fachzeitschriften (53 %), den Austausch mit Kollegen (43 %) sowie durch unstrukturierte Recherchen (37 %) bezogen. 12 % beziehungsweise 14 % nutzen hierfür spezielle Online-Datenbanken beziehungsweise. Zeitungen der K(B)V, des Hausärzteverbandes, von lokalen Netzwerken und Kliniken. Fast 16 % war keine Quelle bekannt.

Die Verlässlichkeit der Quellen wird dabei von 61 % der Teilnehmenden als nicht ausreichend im Sinne einer Entscheidungshilfe bei der Empfehlung von Apps eingeschätzt. 24 % beurteilen die Informationsquellen als ausreichend. Der häufigste genannte Aspekt für unzureichende Informationsquellen ist der Inhalt – welcher als nicht detailliert genug, nicht objektiv, unreflektiert oder unübersichtlich beschrieben wird. Etwa die Hälfte der Allgemeinmediziner ist der Ansicht, dass mit dem DiGA-Verzeichnis qualitativ hochwertige Anwendungen identifiziert werden können. Je ein weiteres Viertel der Befragten sieht diesen Fortschritt nicht oder enthält sich. Skepsis gegenüber dem DiGA-Verzeichnis wird mit unzureichender Praktikabilität im Versorgungsalltag begründet. Im DiGA-Verzeichnis gelistete Apps, welche das „Fast-Track-Verfahren“ durchlaufen, können vorläufig verschrieben werden (3). 38 % der Befragten würden diese DiGAs verordnen. Allerdings lehnen 55 % vorläufig gelistete Anwendungen ab. Als Grund wird fehlende Evidenz genannt. Relevante Aspekte sind hier der Selbstschutz („Risiko liegt bei mir“) sowie der Schutz der Patienten vor Über- oder Fehlversorgung („Möchte nichts empfehlen, was nicht wirklich was bringt“). Einige Teilnehmende kritisieren, dass die einjährige Probezeit nicht ausreichen kann, um Endpunkte überzeugend abzubilden. Weitere Teilnehmende beschreiben, dass ihre eigene Technikaffinität und das Interesse an der „Digitalisierungsproblematik“ für DiGA-Verordnungen zu gering ist.

DiGAs im Praxisalltag

Fast die Hälfte der Befragten erwartet, dass DiGAs komplementär zu bestehenden Behandlungsansätzen eingesetzt werden. 8 % meinen, dass DiGAs bestehende Behandlungsansätze ersetzen können. Ein Drittel der Befragten weist DiGAs eine untergeordnete Versorgungsrolle zu.

Über drei Viertel sind von der Notwendigkeit eines Gesprächs zwischen Ärzten und Patienten vor jeder erstmaligen Anwendung einer DiGA überzeugt. Diese wird einerseits mit dem Beziehungsaufbau zwischen Allgemeinmediziner/-innen und Patienten begründet. Andererseits sei ein initiales Gespräch zur Aufklärung, dem Setzen gemeinsamer Behandlungsziele sowie dem Einholen von Einverständnis und Abklärung offener Fragen wichtig. Komplikationen befürchten 61 %, wenn keine Rücksprache mit den Medizinern stattfindet. Das Risiko für Komplikationen schätzen dabei 61 % als hoch oder eher hoch ein. Ein Drittel beurteilt das Risiko für Komplikationen als gering oder eher gering.

Patienten können bei entsprechender Indikation DiGAs ohne ärztliche Verordnung über die Krankenkasse erhalten (3). Nur knapp ein Drittel der Befragten sieht keine Schwierigkeiten, DiGAs in die Behandlung mit einzubeziehen, welche nicht durch eine ärztliche Verordnung beschafft wurden. 60 % der Allgemeinmediziner schätzen dies als schwierig ein. Als Gründe werden der Mehrbedarf an Zeitressourcen für die Einarbeitung in die Anwendung und die Bestimmung des Mehrwerts angeführt. Grafik 3 visualisiert Vorschläge seitens der Allgemeinmediziner zur erleichterten Integration von DiGAs in den Praxisalltag.

Zustimmung zu ausgewählten Chancen
Grafik 1
Zustimmung zu ausgewählten Chancen
Zustimmung zu ausgewählten Risiken
Grafik 2
Zustimmung zu ausgewählten Risiken
Wünsche und Anregungen der Teilnehmenden (absteigend)
Grafik 3
Wünsche und Anregungen der Teilnehmenden (absteigend)

Diskussion

Die Untersuchung zeigt eine bestehende Disparität zwischen den Ambitionen des Gesetzgebers und dem Standpunkt der Ärzteschaft hinsichtlich digitaler Versorgungsprodukte in der Regelversorgung. Gründe hierfür sind jedoch nicht fehlende Bereitschaft oder grundsätzliche Ablehnung. Vielmehr werden durch die Umfrage unter Allgemeinmedizinern Informationsdefizite, fehlende persönliche Erfahrung mit Gesundheits-Apps sowie eine hohe Zustimmung bei verschiedenen Risiken offengelegt.

Die wenigen vorhandenen Untersuchungen zur Rezeption des DVG unter Allgemeinmedizinern zeichnen ähnliche Stimmungsbilder. Eine explorative Interviewstudie unter 35 hessischen Hausärzten hebt hervor, dass Unsicherheiten oder Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit, Anwenderfreundlichkeit, (Rechts-)Sicherheit oder einer möglichen Mehrbelastung bei Gesundheits-Apps bestehen, jedoch kein grundsätzliches Misstrauen. Zusätzlich werden Vorteile für die Gesundheitsversorgung und -vorsorge genannt (6). Eine Studie der Barmer legt dar, dass 42 % der Möglichkeit zur Verordnung von DiGAs positiv und weitere 48 % teilweise positiv gegenüberstehen. Ärzteseitiger Informationsbedarf wird auch dort geschildert (7). Ausgehend von der qualitativen Interviewstudie befragten Wangler und Jansky über 1 000 hessische Mediziner mit Hausarzttätigkeit (8). Gut ein Drittel der Befragten begegnet Gesundheits-Apps aufgeschlossen. Die Mehrheit spricht allerdings (noch) keine aktiven Empfehlungen zu Gesundheits-Apps aus. Die Autoren schlussfolgern, dass Voraussetzungen im Versorgungsalltag geschaffen werden müssen, um Vorteile von DiGAs für Patienten und Mediziner nutzbar zu machen. Damit sind zum Beispiel Standards zur App-Qualität und zum Datenschutz, vertrauenswürdige, überblickbare Informationsquellen und Schulungen gemeint (8).

Mittel- und langfristig ist es für eine flächendeckende Verankerung von DiGAs im deutschen Gesundheitswesen ratsam, die Akzeptanz der Mediziner zu erhöhen. Hierbei ist Transparenz hinsichtlich der Wirkweise und des Nutzennachweises relevant. Eine rasche Implementierung allgemein akzeptierter Methodik zum Generieren von Versorgungsnachweisen ist von Vorteil. Weiterhin sollten die Bewertung und endgültige Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis durch das BfArM trotz Gründlichkeit zügig erfolgen.

Der ärzteseitig gewünschten kostenneutralen, funktionalen Anbindung der DiGAs an die Praxissoftware wird seitens der Gesetzgebung durch die geforderte Eigenschaft der Interoperabilität von DiGAs Genüge getan. Der Wunsch verdeutlicht aber das Informationsdefizit zu dieser Thematik innerhalb der Ärzteschaft. Der erhöhte Informationsbedarf sollte vordergründig von offiziellen Stellen gedeckt werden. Informationen sollten idealerweise in Abstimmung aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden sowie leicht zugänglich und übersichtlich sein, um mit niedrigem Aufwand rezipiert werden zu können. Dabei sollten DiGA-Übersichten mit aussagekräftigen Produktsteckbriefen und unkompliziert zugänglichen Studienergebnissen in den Fokus rücken. Nachdem das DiGA-Verzeichnis anfangs eine reine Auflistung der DiGAs darstellte, unterstützt die inzwischen verfügbare Such- und Filterfunktion Ärzte bei der Suche und Auswahl der DiGAs.

Um Hürden hinsichtlich der Handhabbarkeit zu mindern, sollten dort kurze Tutorials zur Verfügung gestellt werden – hier können sich auch die Hersteller einbringen. Die Anwenderfreundlichkeit der DiGAs sollte in den Fokus rücken, sodass eine intuitive, einfache Bedienbarkeit gewährleistet ist.

Sicherheit und Vertrauen sollten durch Erfahrungsberichte geschaffen werden. Die Fachzeitschriften können als qualitativ hochwertig wahrgenommene Informationsquelle durch Informationsangebote unterstützen und Versorgungsergebnisse kritisch diskutieren. Weiterbildungsangebote zu DiGAs könnten durch öffentliche Stellen aufgebaut werden, die beispielsweise Schulungen zur Integration von Apps in die Versorgung anbieten. Damit Maßnahmen wie diese positiv auf die Verordnungsbereitschaft wirken, sollten Mediziner dazu bereit sein, sich mit den zur Verfügung gestellten Informationen auseinanderzusetzen. Die starke Auslastung niedergelassener Ärzte kann dabei eine Hürde darstellen, wobei die Hoffnung besteht, dass die zunehmende Digitalisierung langfristig eine Teilentlastung schaffen kann.

Die nächsten Monate werden zeigen, auf welchem Weg und in welcher Intensität DiGAs in der Regelversorgung ankommen. Bei Bereitstellung durch die Krankenkasse bei zugrunde liegender Indikation besteht die Möglichkeit, dass die Allgemeinmediziner trotz ihrer Bedenken hinsichtlich Wirksamkeit und Nutzen von DiGAs außen vorgelassen werden. Die dadurch entstehenden Effekte innerhalb der Versorgung bleiben abzuwarten. Bei zukünftigen Anpassungen oder Erweiterung der Gesetze rund um digitale Gesundheitsversorgung kann sich möglicherweise ein stärkerer Einbezug von Interessensvertretern der Ärzteschaft positiv auf die Akzeptanz auswirken.

  • Zitierweise dieses Beitrags:
    Dtsch Arztebl 2021; 118 (6): A 286–92

Anschrift für die Verfasser:
Dr. Marija Radić, Fraunhofer-Zentrum für
Internationales Management und
Wissensökonomie IMW
Neumarkt 9–19, 04109 Leipzig
marija.radic@imw.fraunhofer.de

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit0621
oder über QR-Code.

1.
Bundesgesetzblatt: Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG). https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl119s2562.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl119s2562.pdf%27%5D__1601186193941 (last accessed on 16 October 2020).
2.
Bundesgesetzblatt: Verordnung über das Verfahren und die Anforderungen zur Prüfung der Erstattungsfähigkeit digitaler Gesundheitsanwendungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung, DiGAV). https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl120s0768.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl120s0768.pdf%27%5D__1601186510410 (last accessed on 16 October 2020).
3.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Das Fast Track Verfahren für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) nach § 139e SGB V. Ein Leitfaden für Hersteller, Leistungserbringer und Anwender. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Service/Beratungsverfahren/DiGA-Leitfaden.pdf?__blob=publicationFile. (last accessed on 16 October 2020).
4.
Bertelsmann Stiftung: Weiße Liste. https://www.weisse-liste.de/de/arzt/arztsuche/ (last accessed on 16 October 2020).
5.
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Statistische Informationen aus dem Bundesarztregister. Bundesgebiet insgesamt. https://www.kbv.de/media/sp/2019-12-31_BAR_Statistik.pdf (last accessed on 16 October 2020).
6.
Wangler J, Jansky M: Gesundheits-Apps als Instrumente der Prävention? – Eine Interviewstudie zu Potenzialen für das hausärztliche Setting. Prävention und Gesundheitsförderung 2020; 15: 340–6 CrossRef
7.
BARMER: BARMER-Umfrage zu Gesundheits-Apps – Ärzte stehen digitalen Helfern offen gegenüber. https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressemitteilungen/barmer-umfrage-zu-gesundheits-apps---aerzte-stehen-digitalen-helfern-offen-gegenueber-247444 (last accessed on 16 October 2020).
8.
Wangler J, Jansky M: Welchen Nutzen bringen Gesundheits-Apps für die Primärversorgung? Ergebnisse einer Befragung von Allgemeinmedizinern. Prävention und Gesundheitsförderung 2020 CrossRef
Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW: Brinkmann, M. Sc., Prof. Dr. rer. pol. Radić, Dr. rer. pol. Radić

Gesundheitsforen Leipzig GmbH:
Donner, M. A.,
Dipl.-Math. Waack, Stein, B. Sc.
Zustimmung zu ausgewählten Chancen
Grafik 1
Zustimmung zu ausgewählten Chancen
Zustimmung zu ausgewählten Risiken
Grafik 2
Zustimmung zu ausgewählten Risiken
Wünsche und Anregungen der Teilnehmenden (absteigend)
Grafik 3
Wünsche und Anregungen der Teilnehmenden (absteigend)
1.Bundesgesetzblatt: Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale-Versorgung-Gesetz – DVG). https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl119s2562.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl119s2562.pdf%27%5D__1601186193941 (last accessed on 16 October 2020).
2.Bundesgesetzblatt: Verordnung über das Verfahren und die Anforderungen zur Prüfung der Erstattungsfähigkeit digitaler Gesundheitsanwendungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (Digitale-Gesundheitsanwendungen-Verordnung, DiGAV). https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl120s0768.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl120s0768.pdf%27%5D__1601186510410 (last accessed on 16 October 2020).
3.Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Das Fast Track Verfahren für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) nach § 139e SGB V. Ein Leitfaden für Hersteller, Leistungserbringer und Anwender. https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Service/Beratungsverfahren/DiGA-Leitfaden.pdf?__blob=publicationFile. (last accessed on 16 October 2020).
4.Bertelsmann Stiftung: Weiße Liste. https://www.weisse-liste.de/de/arzt/arztsuche/ (last accessed on 16 October 2020).
5.Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Statistische Informationen aus dem Bundesarztregister. Bundesgebiet insgesamt. https://www.kbv.de/media/sp/2019-12-31_BAR_Statistik.pdf (last accessed on 16 October 2020).
6.Wangler J, Jansky M: Gesundheits-Apps als Instrumente der Prävention? – Eine Interviewstudie zu Potenzialen für das hausärztliche Setting. Prävention und Gesundheitsförderung 2020; 15: 340–6 CrossRef
7.BARMER: BARMER-Umfrage zu Gesundheits-Apps – Ärzte stehen digitalen Helfern offen gegenüber. https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressemitteilungen/barmer-umfrage-zu-gesundheits-apps---aerzte-stehen-digitalen-helfern-offen-gegenueber-247444 (last accessed on 16 October 2020).
8.Wangler J, Jansky M: Welchen Nutzen bringen Gesundheits-Apps für die Primärversorgung? Ergebnisse einer Befragung von Allgemeinmedizinern. Prävention und Gesundheitsförderung 2020 CrossRef

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Dr. Stoppa
am Donnerstag, 18. Februar 2021, 14:51

Warum überzogene Preise unterstützen?

Generell stehe ich modernen Anwendungen nicht entgegen. Seit 10 Jahren haben wir einen Online-Terminkalender und kommunizieren multimedial wenn es sinnvoll ist. Aber die herausragende Begeisterungsfähigkeit unseres Gesundheitsministers für jedwede Technikanwendung führt bei mir zu Kopfschütteln. Weshalb ich ein intensives und hilfreiches Telefonat mit meinem Stammpatienten nicht mehr abrechnen darf, sondern diesen zwingend dazu per Videotelefonie sehen muss, erschliesst sich mir nicht. Dass ein Teil des Honorars dann gleich wieder als Wirtschaftsförderung an den IT-Dienstleister abgeführt werden muss, ist aus meiner Sicht in diesem Zusammenhang eine Zweckentfremdung von Versichertengeldern ohne medizinischen Mehrwert. Wenn wir Ärzte nun aber auch noch Apps auf Rezept verordnen sollen, die zu preislich völlig überzogenen Jahresabonnements führen, so machen wir uns an der Veruntreuung von Versichertengeldern mitschuldig. Gebetsmühlenartig bekommen wir bei unserer Arbeit am Menschen die Maxime "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" vorgehalten.

Es erfordert keine investigativjournalistischen Fähigkeiten, um zu sehen, dass eine Migräne-App im Quartal 219,99 Euro kostet und die Krankenkassen diese Kosten unbudgetiert übernehmen müssen. Ich kenne keinen Menschen, der privat bereit wäre, für eine APP derartig viel Geld auszugeben. Dass der Anbieter auf der parallel beworbenen Webseite einer Teleclinic auch noch die telemedizinische Verordnung selbst organisiert zeigt mir, welche Blüten dieser Markt treibt.

Apps übernehmen keine Verantwortung für Diagnostik und Beratung, sie machen keine Hausbesuche, helfen nicht in Krisensituationen, bilden keine Weiterbildungsassistenten und MFA aus.

Wenn ich meinen aktuellen Fallwert mit den Einnahmen einer App vergleiche, frage ich mich, ob ich nicht umsatteln sollte. Wahrscheinlich würde ich mich dann von unserem Gesundheitsminister erstmals auch in meiner Tätigkeit wertgeschätzt fühlen.

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