ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1996Ethik: Entkrampfen wir uns von Ethik und Moral

SPEKTRUM: Leserbriefe

Ethik: Entkrampfen wir uns von Ethik und Moral

Jaschke, B.

Zu dem Beitrag "Diskussion um den Philosophen Peter Singer: Widerstand gegen eine ,neue' Ethik" von Gisela Klinkhammer in Heft 23/1996
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LNSLNSLNSLNS Peter Singer gehört in diese Welt des Zusammenbruchs der traditionellen Ethik mit festen moralischen Grundsätzen, er gehört in diese Welt, in der es schon lange normal ist, lebensunwertes, weil behindertes Menschenleben abzutreiben, gar nicht erst zuzulassen, von vornherein zu töten.
Peter Singer ist Protagonist dieser entchristianisierten, rein materialistischen Welt ohne höheres Ziel, geschweige denn höherer Moral. Es ist nur konsequent, daß diejenigen ihn unterstützen und weiter hoffähig machen, die dem Menschsein im menschlichen Leben bereits abgeschworen haben. Gestern wurde noch diskutiert, heute wird bereits gehandelt, behindertes Leben paßt nicht in unsere "schöne neue Welt", es "ist halt besser so".
Heute wird über Sterbehilfe bei uns noch diskutiert, bei unseren "fortschrittlichen Nachbarn" wird sie bereits ausufernd praktiziert, mit hoher Akzeptanz der Bevölkerung.
Entkrampft von "traditioneller Ethik", die dem Menschen an sich noch einen Wert zuspricht, gelingt es, ohne Schuld empfinden zu müssen, lebensunwertes, weil altes, krankes (auch unwirtschaftliches) Leben auszulöschen, "höchstmoralisch" natürlich.
Morgen wird auch bei uns das Renten- oder besser Rentnerproblem zu bewältigen sein, "höchstmoralisch" natürlich.
Entkrampfen wir also auch munter weiter von traditioneller Ethik und Moral, wir, die Rentner von morgen!
Dr. med. B. Jaschke, Grünewalder Straße 55, 42657 Solingen
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