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ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2021Impfverordnung: Neue Einstufungen, Einzelfallentscheidungen möglich

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Impfverordnung: Neue Einstufungen, Einzelfallentscheidungen möglich

Maybaum, Thorsten; afp; dpa

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Die aktuelle Impfverordnung bildet mit der überarbeiteten Priorisierung die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse ab. Foto: picture alliance/dpa/Federico Gambarini
Die aktuelle Impfverordnung bildet mit der überarbeiteten Priorisierung die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse ab. Foto: picture alliance/dpa/Federico Gambarini

Seit dem 8. Februar gelten neue Priorisierungen bei Impfungen gegen SARS-CoV-2. Die aktuelle Impfverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit sieht einige Änderungen bei der Einstufung der Bevölkerung in die vorrangig zu impfenden Gruppen vor – und lässt Spielraum für Einzelfallentscheidungen etwa bei seltenen Erkrankungen oder in besonderen Situationen (http://daebl.de/PQ79). Die Öffnung für Einzelfallentscheidungen solle aber nur dann greifen, wenn dies über die Impfverordnung nicht abgedeckt sei, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU). Die Länder sollen Anlaufstellen schaffen, die über die Einzelfälle entscheiden. Zudem kann mit der Verordnung von der Reihenfolge künftig abgewichen werden, etwa wenn dies „zur kurzfristigen Vermeidung des Verwurfs von Impfstoffen notwendig ist“, wie es in der Verordnung heißt. Zudem hatte Spahn gesagt, dass etwa Impfdosen aus angebrochenen Fläschchen zum Beispiel an Gesundheitspersonal verimpft werden sollen, statt es wegzuwerfen. Auch dürfen die Bundesländer einzelne Jahrgänge nun zeitversetzt einladen. Somit könnten sie die Impfungen flexibler organisieren. Mit der Verordnung reagiert das Ministerium auch auf den in der Europäischen Union neu zugelassenen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca. In Deutschland ist er von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut für Menschen bis 65 Jahre empfohlen worden. Das setzt das Ministerium nun um – in der Gruppe mit der höchsten Priorität sollen 18- bis 64-Jährige mit dem Vakzin von AstraZeneca vorrangig geimpft werden – sofern das Mittel zur Verfügung steht. Die Verordnung bewertet auch bestimmte Krankheitsbilder neu nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Für die meisten Vertragsärzte bleibt es bei der bisherigen Einstufung in Gruppe zwei (hohe Priorität). Ärztevertreter hatten schnellere Impfungen für sich gefordert. Spahn zeigteVerständnis für den Wunsch. Es gehe aber auch darum, das Risiko der Sterblichkeit einzusortieren und den knappen Impfstoff zu berücksichtigen. may/afp/dpa

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