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ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2021„Regisseur, der Richtlinien vorgibt und Freiräume lässt“

ÄRZTESTELLEN: Karriere konkret

„Regisseur, der Richtlinien vorgibt und Freiräume lässt“

SG

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Interview mit Prof. Dr. med. Christof Meyer, Chefarzt der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie im Klinikum Saarbrücken

Herr Professor Meyer, was braucht es neben der fachlichen Leistung, um Chefarzt zu werden?

Foto: Klinikum Saarbrücken
Foto: Klinikum Saarbrücken

Wichtig ist, über das eigene Tun hinaus Verantwortung zu übernehmen. Als Chefarzt bin ich in der Rolle des Regisseurs, der Richtlinien vorgibt und dennoch Freiräume lässt. Voraussetzung ist, sich in die Lage von Patienten, Mitarbeitern, Klinikverwaltung, Kostenträgern und Gesundheitspolitik versetzen zu können.

Wie gelingt Ihnen der Spagat zwischen Medizin und Management?

Hilfreich ist zu verstehen, was die am Prozess Beteiligten bewegt und ein Gespür dafür zu haben, was in welchen Situationen weiterhilft. Offenheit und Transparenz sind elementar. Man muss aber auch Kritik aushalten können.

Was ist die größte, nicht fachliche Herausforderung?

Mein Team gut und gerecht zu führen.

Warum interessieren sich immer weniger Ärztinnen und Ärzte für eine Karriere im Krankenhaus?

Gründe dafür sind die Dienstbelastung und der damit verbundene Verlust an Flexibilität. Im Krankenhaus herrscht eine hohe Arbeitsverdichtung. Auch die immer engeren tarifbedingten Regelungen sehe ich als Problem.

Was raten Sie jungen Ärztinnen und Ärzten, die nach oben wollen?

Sie sollten sich die Begeisterung für die klinische Arbeit erhalten, eigeninitiativ sein, selbstkritisch, teamorientiert und verlässlich. Und sie müssen sich fragen, ob sie bereit sind, auf Dauer eine wöchentliche Arbeitszeit von 50 bis 60 Stunden und eine 24/7-Erreichbarkeit auszuhalten.

Wann ist eine Klinik ein guter Arbeitgeber?

Ein Arbeitgeber agiert dann gut, wenn Wertschätzung nicht bloß eine Worthülse ist. sg

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