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ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2021Psychotherapeuten: Mehr Einheitlichkeit erwünscht

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Psychotherapeuten: Mehr Einheitlichkeit erwünscht

Schlegel, Sylke

Eine wissenschaftliche Untersuchung bestätigt, dass Richtlinienpsychotherapeuten nur begrenzt telefonisch erreichbar sind. Und sie können nur eine gewisse Zahl an Therapieplätzen anbieten. Die Vermittlung von Patienten sollte grundsätzlich überdacht werden (DÄ 05/2021: „Ambulante Versorgung: Errechbarkeit von Psychotherapeuten“ von Michael Linden et al.).
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Mit großem Interesse habe ich den Artikel zur Erreichbarkeit ambulanter Psychotherapiemöglichkeiten in Berlin inklusive der hausärztlichen Rolle zur Vermittlung derselben gelesen. Hier habe ich folgende Erkenntnisse gewonnen:

1. Die ambulanten Psychotherapiemöglichkeiten bei psychologischen Psychotherapeuten als Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung in Berlin im Jahr 2019 entsprechen nur teilweise der erforderlichen Erwartungshaltung der versicherten Patienten bzw. den aktuellen gesellschaftlichen Erfordernissen des derzeitigen gesundheitspolitischen Systems.

2. Es gibt unterschiedliche organisatorische Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit von Psychotherapeuten und der Verfügbarkeit von Therapieplätzen.

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3. Patienten, die sich selbst einen Therapieplatz organisieren möchten, können evtl. aus rein medizinischen oder psychotherapeutischen Erwägungen die Dringlichkeit ihrer Therapiebedürftigkeit nicht richtig einschätzen.

4. Hausärzte, besonders mit Zusatzqualifikation „Psychosomatische Grundversorgung“, die ihre Patienten zu anderen Konditionen kennenlernen und zu begleiten versuchen, sind kompetenter hinsichtlich der Priorisierung, welche Therapieform für den betreffenden Patienten in der aktuellen Situation erfolgversprechend, richtlinienpsychotherapiegerecht verordnet werden sollte. Danke für diese Wertschätzung der Hausarzttätigkeit.

Als hausärztlich tätige Kollegin wünschte ich mir:

1. Entgegenkommen der ambulanten psychotherapeutisch tätigen Psychologen und Kollegen zur organisatorischen Prozessoptimierung der Patiententerminvermittlungen.

2. Netzwerkarbeit im Rahmen von gemeinsamen regionalen Qualitätszirkeln o. Ä. 1 x monatlich, um kollegiale mündliche Zusammenarbeit zwischen Psychotherapie und Allgemeinmedizin zu optimieren (unter Pandemiebedingungen online).

3. Mehr Einheitlichkeit und Kollegialität der gesamten Ärzteschaft aller Fachrichtungen aller Sektoren des Gesundheitssystems, um noch besser als geschlossene Ärzteschaft den „Finger an die Wunden“ unserer physischen, psychischen und sozialen Gesundheit legen zu können.

Dipl. med. Sylke Schlegel, 04509 Delitzsch

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