ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2021Influenza: Grippeimpfung bei Älteren nicht nur mit Hochdosis-Impfstoff

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Influenza: Grippeimpfung bei Älteren nicht nur mit Hochdosis-Impfstoff

Maybaum, Thorsten; EB

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Beim Impfen gegen Grippe ist eine Klarstellung auch zur Wirtschaftlichkeit erfolgt. Foto: picture alliance/ANP/Flip Franssen
Beim Impfen gegen Grippe ist eine Klarstellung auch zur Wirtschaftlichkeit erfolgt. Foto: picture alliance/ANP/Flip Franssen

Ältere Menschen ab 60 Jahren können bei einer Impfung gegen Influenza für die Saison 2021/2022 einen hoch dosierten oder einen herkömmlichen inaktivierten, quadrivalenten Influenza-Impfstoff erhalten. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in einer Rechtsverordnung klargestellt, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilte. Hintergrund sind bei Ärzten entstandene Unsicherheiten darüber, ob ausschließlich der Hochdosis-Impfstoff eingesetzt werden darf. Laut KBV sei nun klar, dass Ärzte ab Herbst beide Vakzine verimpfen können. Aufgrund der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) und deren Umsetzung in der Schutzimpfungs-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Ende Januar schien das zunächst nicht möglich. Danach hätten gesetzlich Krankenversicherte ab dem Alter von 60 Jahren nur Anspruch auf den Hochdosis-Grippeimpfstoff und nicht auf einen quadrivalenten Influenza-Impfstoff gehabt. Die KBV hatte das BMG mehrfach auf die mit der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie verbundenen Umsetzungsschwierigkeiten hingewiesen. Denn viele Ärzte waren der Empfehlung der Pharmaindustrie, aber auch des BMG gefolgt und hatten den Influenza-Impfstoff für die Saison 2021/2022 frühzeitig, das heißt bereits vor der Beschlussfassung des G-BA, geordert. Da diese frühzeitigen Bestellungen meist nicht storniert werden konnten, hätte ihnen durch eine zusätzliche Bestellung des neuen Hochdosis-Impfstoffes ein Regress gedroht, weil sie eventuell deutlich mehr Impfstoff vorrätig gehabt hätten, als sie hätten verimpfen können. Mit der Rechtsverordnung wurde auch geregelt, dass der Hochdosis-Impfstoff – trotz der deutlich höheren Kosten – als wirtschaftlich gilt. Für die Vertragsärzte bestehe durch die Klarstellung eine höhere Verordnungssicherheit, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. med. Stephan Hofmeister. Er appellierte in dem Zusammenhang erneut an die Bundesregierung, die Regressregelung bei Impfstoffen zu streichen. may/EB

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