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Studium: Die Frage

Wie haben Sie die Zeit des Lockdowns erlebt?

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Dankbar

Prof. Dr. med. Regine Gläser

Dermatologin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Regine Gläser, Foto: privat
Regine Gläser, Foto: privat

Der Lockdown hat mich in der Praxis härter erwischt als an der Uni, da ich dort seit der Teilniederlassung „nur noch“ Forschung und Lehre betreibe. Leider gibt es derzeit keine Präsenzvorlesungen und Untersuchungskurse. Wir sind mit unseren innovativen Aktionen jedoch sehr erfolgreich, haben an die Kieler Studis über 100 „Toolkits“ verschickt, damit sie zu Hause kleine OP-Techniken üben können. In der Forschung haben wir viel Büroarbeit auf Homeoffice umgestellt. Die Laborarbeiten laufen vor Ort, aber ohne Studierende – das ist der Wermutstropfen. Meine eigene Covid-19-Erkrankung 2020 hat mich jedoch sehr demütig gemacht und dankbar, in einem Land mit diesen Infrastrukturen und dieser Versorgung zu leben.

Produktiv

Dr. med Claudia Kaufhold, Dozentin an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf

Claudia Kaufhold, Foto: privat
Claudia Kaufhold, Foto: privat

Seit meiner Pensionierung als Leiterin des Gesundheitsamtes Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin bin ich in der Aus-, Fort- und Weiterbildung tätig. Für mich war die Zeit des Lockdowns sehr arbeitsreich, ich habe intensiv an Veranstaltungen zum Thema Sars-CoV-2 und Covid-19 gearbeitet, zuletzt an einer Online-Fortbildung zu den Coronaimpfungen. Dadurch, dass man keine Freunde und Kollegen treffen konnte, habe ich die Zeit produktiv genutzt und freue mich jetzt, diese Fortbildungen erstellt zu haben.

Gemeinsam

Tobias Henke, Medizinstudent im 7. Semester in Freiburg

Tobias Henke, Foto: privat
Tobias Henke, Foto: privat

Freiburg im Breisgau, mein Studienort, hat im letzten Frühjahr als erste Stadt einen Lockdown eingeführt. Ich erinnere mich gut, wie Freunde und Familie erstaunt anriefen, fragten, was das denn jetzt bedeute – es war ja auch neu: Nie zuvor hat meine Generation solche Einschnitte in die persönlichen Freiheiten erlebt. Beklemmend war das alles, im ersten Moment. Im zweiten war dann begeisternd zu sehen: Wir können etwas tun! Tausende Medizinstudierende boten kurzfristig ihre Hilfe für das Gesundheitswesen an, das Engagement war gewaltig. Dieser Geist des Füreinanders half mir sehr durch diese Zeit – und tut es bis heute, wenn ich im Impfzentrum, in den Studierendenvertretungen spüre: „Gemeinsam schaffen wir das!“

Herausfordernd

Dr. med. Jeannine Schübel, Hausärztin in Dresden, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

Jeannine Schübel, Foto: Carus Hausarztpraxis.
Jeannine Schübel, Foto: Carus Hausarztpraxis.

In der Hausarztpraxis haben wir den Lockdown vor allem mit seinen weitreichenden Auswirkungen auf die Bevölkerung erlebt. Auffallend war und ist über die gesamte Zeit ein unglaublich großer Beratungsbedarf der Patientinnen und Patienten zu den Pandemiethemen. Für viele waren wir eine wichtige, wenn nicht sogar die einzige Anlaufstelle zum Besprechen der vielen Unsicherheiten und Ängste – bezüglich der Erkrankung, der Ansteckung anderer Menschen, auch zur Zukunft der Kinder und der eigenen Existenzgrundlagen. Auch für alle Mitarbeiterinnen des Praxisteams war und ist die Lockdown-Zeit eine besondere Herausforderung.

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